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„Doppelpass ist Blödsinn“

Der Extrembergsteiger Reinhold Messner will auch für italienischsprachige Südtiroler und die Trentiner, die Möglichkeit, die österreichische Staatsbürgerschaft zu erlangen. Im TAGESZEITUNG-Interview macht er seinen Standpunkt klar.

TAGESZEITUNG Online: Herr Messner, Sie haben sich in der Diskussion rund um den Doppelpass, für die Möglichkeit ausgesprochen, dass auch italienischsprachige Südtiroler und Trentiner diesen erlangen können sollten. Warum?

Reinhold Messner: Es handelt sich dabei um eine rein historisch-politische Aussage. Wenn man diese Doppelpass-Blödsinn weiter führt, dann muss klar allen sein – auch jenen Südtirolern, die den Doppelpass nutzen, um ihre Wähler zu fangen – dass die Trentiner und die italienischen Südtiroler das gleiche Recht an einer österreichischen Staatsbürgerschaft haben. Ansonsten sind wir völlig außerhalb unserer Historie.

Beispielsweise haben die Trentiner Südtirol, oder Tirol, oder eben das damalige Kaiserreich, auf dieselbe Weise im Krieg zwischen 1915 und 1918 verteidigt, wie es auch die Südtiroler Standschützen getan haben. Es geht in dieser Sache also um eine historische Angelegenheit, die wir kennen müssen. Wenn schon solche Vorschläge, wie nur die Deutschen und die Ladiner in den Doppelpass einzuschließen, gemacht werden, dann bringt das nur Unfrieden. Es zeigt auch, dass die Herrschaften, die diesen Vorschlag eingebracht haben, von Historie – der Basis der zukünftigen Politik – keine Ahnung haben.

Sind Sie grundsätzlich für die Einführung des Doppelpasses oder dagegen?

Ich halte die Einführung des Doppelpasses für einen Blödsinn. Wir brauchen ihn einfach nicht. Ich bin wie Landeshauptmann Kompatscher dafür, dass wir auf einen europäischen Pass hinarbeiten sollten.

Aber wenn dieser Blödsinn schon gemacht wird, dann muss man das Ganze historisch untermauern. Schließlich kann man nicht einfach hergehen und sagen, dass nur die Deutschsprachigen und die Ladiner die österreichische Staatsbürgerschaft beantragen können. Das klingt ja sonst nach einem Ahnenpass: Nur die Deutschen und die Ladiner, oder gar nur die, die im Kaiserreich Wurzeln haben.

Wo sind wir denn angekommen? Wir wollen doch nicht in die Dreißiger Jahre zurückkehren. In erster Linie geht es mir um ein friedliches Zusammenleben aller Südtiroler, egal ob deutscher, ladinischer oder italienischer Muttersprache. Allerdings war auch das Trentino Teil von Tirol – es war das sogenannte Welsch-Tirol.

Bis 1918 gehörte auch das Trentino zum damaligen Österreich-Ungarn. Außerdem haben auch die Trentiner für das damalige Kaiserreich gekämpft: Nicht nur an der Heimatfront, sondern vor allem in Galizien und in Russland. Dort haben der Kaiser und seine Generäle ja Tausende Trentiner verheizt.

11Was erhoffen Sie sich von den Verhandlungen zwischen Rom und Wien?

Man darf diese ganze Diskussion nicht so billig führen! Das ist reiner Populismus vonseiten der Freiheitlichen. Die Volkspartei hat ja bereits etwas zurückgerudert. Fakt ist, dass die ganze Angelegenheit nur Unfrieden stiftet. Vor allem werden wir uns doch nicht von ein paar österreichischen Rechtsradikalen sagen lassen, was wir zu tun haben.

Ich erwarte, dass Herr Kurz diesem Drängen der Freiheitlichen, die ja anscheinend diejenigen sind, die in Österreich das Sagen haben, Stand hält und diese Thematik hintergründig diskutieren lässt.

Sollte die SVP in dieser Angelegenheit einen schärferen Kurs einschlagen?

Nein, die SVP hat einfach einen anfänglichen Fehler begangen. Diesen Fehler hat die Partei auch schon lange bereut. Einen schärferen Kurs der SVP braucht es nicht. Was es braucht, ist ein Einschreiten vom österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz: Er sollte klar stellen, dass ein Doppelpass für Südtiroler nicht notwendig ist. Die Südtiroler-Frage lösen die Südtiroler schon selbst. Wenn Südtirol schon so eine Herzensangelegenheit in Österreich ist, wie immer betont wird, dann sollen sie endlich in diesem Punkt schweigen und einfach nie wieder mit einer Schließung der Brennergrenze drohen.

Interview: Julian Righetti

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (62)

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  • goggile

    Ihre ehemaligen kraxeleien sind bloedsinn und lebensmuede. Lassen sie lebensfrohen menschen die heimatnationalitaet und bleiben sie bei ihrer suedlichen.

    • criticus

      Doppelpass hin oder her, in einem Punkt hat Herr Messner recht: Auch die Trentiner haben im ersten Weltkrieg auf österreichischer Seite gekämpft. Und viele sind für Österreich gefallen. Was gewisse Äußerungen wie die des @goggile betrifft, so muss ich sagen, dass Reinhold Messner für Südtirol viel getan hat und in den meisten Fällen auch recht behalten hat. Kommentare wie die eines @goggile sollten schon gar nicht zugelassen werden. Seine Kommentare sind einfach NIVEAULOS. Und für alle anderen: Ein Reinhold Messner hat es nicht nötig anderen nachzuplappern, er hat noch immer SEINE Meinung kundgetan.

      • realist

        Gedanken sind frei, aber trotzdem ist die Zukunft wichtiger als die Vergangenheit.
        Die Diskussion sollte alleine deswegen viel mehr in Richtung Zukunft stattfinden.
        Alles andere führt in eine Sackgasse von Für u. Wieder.

  • erich

    Messner soll Roß und Reiter nennen, dieser Blödsinn wurde von Zeller und Brugger gestartet die nun beide zu diesem Thema untergetaucht sind.

    • yannis

      @erich,
      Korrekt, war von ihn ja auch nichts anderes zu erwarten, schließlich sind seine Finanziers auch dagegen, andersrum wessen Brot ich esse des Lied sing ich.
      Außerdem neigen Leute wie Messner zuverlässig sich immer auf die Seite zu schlagen wo es (vermeintlich) am besten hergeht, wie typisch, für einen waschechten Italiener.

  • einereiner

    Wenn ich mir Messners Gedankengänge der letzten Jahre anschaue, dann ist er der Blödsinn und das was er als Blödsinn bezeichnet, ist gut.

  • roger

    Den Messner könnt ihr kritisieren oder nicht…er hat historisch gesehen Recht und der Doppelpaß ist ein Käse, den keiner braucht. Während teuer bezahlte Politiker nur solchen S..t im Kopf haben, kann man sich nicht mehr auf die Straße trauen, Herr Knoll und wie diese ganzen Scherzkekse heißen!!! Ez kennts mi fertig mochn!

    • unglaublich

      „Keiner braucht“ stimmt nicht. Viele Südtiroler könnten in Österreich Jobs (Richter, Polizei, in der Verwaltung u.a.) bekommen und Formalitäten wären weniger aufwendig.

      • leser

        Öffentliche angestellete haben wir schon in südtirol genug
        Ein reisepass langt in der regel um uberall hin zukommen
        Warum dieses theater
        Mit dem pass müsste man wahlrecht, steuerrecht usw weiter zuerkennen, das sind doch schon allein deshalb nur märchen, die man den träumern aufbindet

        • unglaublich

          Lieber Leser, du brauchst nicht um den Doppelpass ansuchen, wenn du nicht willst.

          • leser

            Unglaublich
            Meinst du nicht, dass es bei weitem mehr sinn machen würde, wenn pplitiker sich dafür hergeben würden, dass wir eine menschenwürdige pension bekommen oder dass die lohnkosten unter 50% gedrückt werden
            Mit einem österreichischen pass erreichst du nur einen freien staatsfeiertag mehr womöglich nicht und wir südtiroler bkeiben für die österreicher doch nur die katzlmocher

          • franz02

            Es ist schwierig festzustellen, wer den Doppelpass bekommen soll und wer nicht. Hier im Forum sträuben sich einige, das Doppelpassrecht allen Südtirolern zuzuerkennen und möchten, dass dies nur für einige gilt. Aber wer sind die richtigen? Sind z. B. Leiferer und Branzoller oder gar Salurner, die kein Wort deutsch können aber sich als deutsche Südtiroler bekennen doppelpasswürdig oder nicht? Wenn man den Doppelpass nur jenen zuerkennt, die wirklich deutsch können, wären hier im Forum recht wenige, die dessen würdig sind.

        • yannis

          @leser,
          Dir scheint das einfachste Staatsbürgerschaftsrecht nicht bekannt zu sein.
          Ein Pass eines x beliebigen Staates bedeutet oder setzt voraus dass man auch dessen Staatsbürger ist, also Wahlrecht und auf alles andere des jeweiligen Staates Anspruch hat.
          Im übrigen beschreibt es @ unglaublich absolut korrekte.

          • leser

            Yannis
            Das stimmt
            Aber auch steuerpflichten usw
            Es gibt keinen erkennbaren vorteil zu einer doppelstaatsbürgerschaft , das ist nur politischer nährstoff als europäer ist es egal welchen pass du hast

    • leser

      Roger
      du hast recht
      Sven knoll nehmen diese argumente um in den landtag zu kommen und für ihr auskommen ein einkommen zu bekommen
      Er sollte es wie ein anständiger tirolet, wie er zu sagen pflegt, es mal mit anständiget arbeit versuchen und nicht uns bürgern das geld aus der tasche ziehen

      • franz02

        Wie jemand schon weiter oben bemerkte, andere Themen wären interessanter. Nicht nur für anständige Pensionen sollte gekämpft werden, sondern auch für anständige Gehälter. Bei einem süditalienischen Lohnniveau, aber immensen Gewinnen für die Arbeitgeber, die sich unverschämt auf Kosten der Arbeitnehmer bereichern, wäre längst eine Diskussion z. B. über die Lebenshaltungskosten in Südtirol und die Inflation – die weitaus höchste in Italien – angesagt.

    • realist

      Warum muss man aus historischen Gründen den Doppelpass bewerten.
      Der Doppelpass muss in erster Linie aus Sicht der besseren Zukunftsperspektieven gesehen werden.
      Und die sind , wenn man die Reaktionen einiger ital. Politiker analysiert, alleine schon deswegen wertvoller, als man das zum jetzigen Zeitpunkt nur ansatzweise wissen kann.
      Als Land begehrt zu werden ist mehr wert, als man sich das vorstellen kann.

  • realist

    Es ist schon mal gut, dass in Sachen Doppelpass verschiedene Meinungen das Ganze Drum herum beherrschen.
    Die Vergangenheit ist eines, die Zukunft ist aber viel viel wichtiger.
    Wenn die Möglichkeit eines Doppelpasses, den Druck auf den Ital. Staat erhöht, was die Verhandlungen über weitere Kompetenzen für Südtirol anbelangt, dann sollte jeder Südtiroler selber entscheiden können.
    Die Trentiner haben in der Vergangenheit, Südtirol in Ihren Bemühungen nicht immer unterstutzt u. haben in dieser Angelegenheit teils eine andere Auffassung.

    Wenn Überlegungen über Doppelpass JA oder NEIN, dann bitte der Zukunft wegen u. nicht der Vergangenheit wegen.
    Die Reaktionen des Staates lassen sich allerdings besser in Richtung PRO-Doppelpass interpretieren.
    Jetzt, nach diesen Reaktionen einiger, vor allem früherer Staatsvertreter, wäre es Schwäche Unsererseits, einfach aufzugeben.
    Wenn die Zustimmung des Ital. Staates, wie es Österreich voraussetzt, erfolgen sollte, muss die Gelegenheit genutzt werden.
    Der Rest ist Politik.
    Polemikmache schadet allen, besonders auch denen, die sich sonst für unser Land verdient gemacht haben.

  • gestiefelterkater

    „Das klingt ja sonst nach einem Ahnenpass“

    Dieser Satz scheint Ihm, dem Fähnchen, pardon, Schnäutztuch im Wind schon mehr zu zusagen, Herr Yeti.

    „Das Gerümpel kleiner Staaten, die heute noch in Europabestehen, muß liquidiert werden. Unser Ziel ist die Schaffung eines vereinten Europa!“
    Adolf Hittler

  • leser

    Messner sollte objektiv bleiben beim gruber degasperi abkommen hat uns degasperi geschickt gezeigt wie man einen klotz ans bein bindet, mit der einbindung von trentino hat man südtirol die autonomie teilweise gestohlen
    Ich wünsche mir dass messner aus der öffentlikeit zurücktritt und seine überheblichen belehrungen für sich behält
    Lieber messner das bist du uns nun schon schuldig, denn schliesslich haben wir bürger ungefragt zahlreiche museen bezahlt wo du dich austoben kamnst und wo auch deine familienangehörigen einen direktberufenen führungsjob gefunden haben
    Bei allem respekt lieber messner mit deinem masstab zu urteilen. Einem erfolgreichen fussballer würdest du als einen spielenden ignoranten abkanzeln, aber ich kenne dich auch nur als steinwanderer, der sportliche fähigkeiten im leistungssport mittelmässig sind , abet die ich trotzdem respektiere, zum vergleich zu einer mutter die 9 kinder aufgezogen hat ( wie wir es erlebt haben) ist auch deine leistung bescheiden
    Geniese deinen ruhm umd anerkennung in vollen zügen aber behalte deine teilweisen arriganten und überheblichen belehrungen für die, wie haben viele helden/innen in unserem lande die ihre erfolge nicht an die grosse glocke hängen und uns bürger als ignorante trottel abtun

    • ostern

      @Leser
      Genau die Trentiner haben uns in der Nachkriegszeit an
      der Nase herumgeführt. Wir waren von ihnen politisch abhängig.
      Das haben die Südtiroler wohl vergessen. Und der Hr. M…ner
      sowieso.

    • rota

      Reinhold Messner, wer mit 70 Jahren immer noch der Auffassung ist andere uneingeschränk und ungefragt belehren zu müssen, ist und bleibt selbst unbelehrbar!
      Das sollten auch die Medien irgendwann berücksichtigen.

      Nur diese Sätze wollte ich zu leser noch ergänzen.

  • herrbergsteiger

    R.M, der sich immer wieder und immer wieder zum Thema „Doppelpass“ geradezu fanatisch wichtig macht, sich aber nachweislich in dieser Materie nicht auskennt: Sven Knoll:

    █ „ … Die Grundlage für die Vergabe der österreichischen Staatsbürgerschaft an die Südtiroler ist nicht die Zugehörigkeit zum „Kaiserreich“, sondern die Schutzmachtfunktion, die Österreich nur für die deutsche und ladinische Bevölkerung in Südtiirol ausübt.
    Es wäre rechtlich daher auch gar nicht zulässig, die österreichische Staatsbürgerschaft einfach “en masse” an alle zu vergeben, sondern es bedarf hierfür klarer rechtlicher Kriterien!…“

    ——–> https://www.unsertirol24.com/2018/08/07/reinhold-messners-aeusserungen-sind-beleidigend-und-respektlos/

    • herrbergsteiger

      █ Laut Umfragen des Südtiroler Wochenmagazins ff, sind 84% der Befragten FÜR die doppelte Staatsbürgerschaft, und lediglich nur 16% halten den Doppelpass – so wie auch R.M. – für einen Blödsinn.
      Sind 84% der Südtiroler Bevölkerung ewiggestrige „Völkische“ oder einfach nur verblödet?

      —-> https://www.ff-bz.com/umfragen.html

      LG

      • leser

        Ja zum glück haben wir leute wie messner der uns in den museen zeigt dass tibetanische bergkultur in umseren tiroler wurzeln enthalten sind , ich erkenne vor allen die intelligenz des jak und des yeti

  • herrbergsteiger

    ich möchte endlich einmal von R.M. wissen, warum seine Tochter Magdalena den Doppelpass besitzt, den R.M. für einen Blödsinn hält!

    Frage an R.M:
    ►►► Lieber Herr Messner, warum besitzt Deine Tochter Magdalena Messner, neben dem ital. Pass, auch noch den österr. Pass? Gibt es dafür Gründe, die nicht unter „Blödsinn“ fallen??

  • imago

    Einen europäischen Pass wird es nie geben, wer die Geschichte Europas ein wenig kennt und die Entwicklung der letzten Jahren in der Europäischen Union objektiv verfolgt hat, nehmen wir z.B den Brexit, die Visegrad Staaten usw., kann nur zu diesem Schluss kommen, alles andere ist Gelaber. Es ist schon richtig, ein österreichischer Pass ermöglicht z.B. einen jungen Menschen der noch sein berufliches Leben vor sich hat zu entscheiden, ob er nicht vielleicht im österreichischen Hohheitsdienst also bzw. in der Polizei, als Richter oder in der Verwaltung im unseren Nachbarland arbeiten könnte. Weiters öffnet ein Pass Tor und Türen in einem Land dem man dann auch angehört. Österreich ist ein souveränes Land und wenn es sich dafür entscheidet uns Südtirolern den Pass zu geben tut es nichts anderes als den Italienern gleichzukommen die ihrerseits ja auch den italienischstämmigen im Ausland ihren Pass geben. Der Messner kann hier sagen was er will, es ist seine persönliche Meinung die zu respektieren ist, aber er kann nicht seine Meinung uns allen Südtirolern aufzwingen.

    • yannis

      Richtig, kenne eine ganze Menge EU- Ausländer die mit der Heirat eines italienischen Staatsbürgers in derselben Sekunde als sie vorm Standesbeamten die Eheschließung unterzeichneten ganz automatisch die italienische Staatsbürgerschaft erwarben, deren Nachkommen dann sowieso.
      Allesamt sind dann in der sog. AIRE Liste der Heimatgemeinde des ItalienersInnin eingetragen und können wie jeder andere alles ausüben, z.B. wählen und für die Gemeinde sind es komfortable Bürger da sie in der Regel außer vll. mal einen Ausweis ausgestellt bekommen, aber die Gemeinde sie bei allen was für sie vom Vorteil (Geld) ist mitzählen darf.

      • mannik

        Da ist er wieder der Märchenonkel Yannis. In Italien muss man ab der Heirat mindestens zwei Jahre ununterbrochen in Italien leben und das Eheverhältnis darf nicht unterbrochen sein, um die italienische Staatsbürgerschaft zu erhalten.

    • herrbergsteiger

      ein europäischer Pass würde auch ein „Vereintes Europa“ nach Muster der USA voraussetzten. Das würde bedeuten, dass Brüssel die Hauptstadt von solchen „Vereinigen Staaten von Europa“ wäre.

      Wien – und somit auch wie Tiroler – würden alle Macht an Brüssel abgeben.
      Kein besonders schöne Aussichten besonders für uns Nord- und Südtiroler, weil dann würden wir gänzlich vom Nord-Süd-Transit überrollt werden.
      Noch hält Wien und Innsbruck – aber leider nicht Bozen – solchen Bestrebungen aus Berlin, Brüssel und Rom dagegen.
      Für diejenigen die weitab von der Autobahn wohnen, leben und lieben (so wie z.B. Reinhold M.) ist das alles kein Thema … Für zählt nur: „Vereinigte Staaten von Europa (U.S.E) …
      … gerade so, als ob wir in dieser USE besser leben würden, als in der derzeitigen EU.

  • heinz

    Der Doppelpass ist überhaupt nicht notwendig. Mit dem italienischen Pass ist man im Besitz aller für hier Ansässige notwendigen Rechte. Wer unbedingt einen österreichischen Pass will, soll seinen Wohn- und Arbeitssitz in die Republik Österreich verlegen, die italienische Staatsbürgerschaft ablegen und unter Verweis auf seine Vorfahren in der K.u.K-Monarchie einen Antrag um den Erhalt der österreichischen Staatsbürgerschaft stellen.

  • heinz

    Die Diskussion um den Doppelpass ist vollkommen sinnlos, da kein Mensch in Südtirol den österreichischen Pass braucht, bzw. er niemandem einen wirklichen Vorteil bringt.

  • perikles

    Liebe Befürwörter des Doppelpasses, ihr solltet die Rechnung nicht ohne den Wirt machen; nur eine ganz kleine Minderheit der Österreicher ist für den Doppelpass für Südtiroler. Aber nichts für ungut, wir kommen auch weiterhin gern zum Törggelen.

  • perikles

    Hallo Leser ich hab meine Kastanien immer noch bezahlt 🙂 im übrigen scheint mir, dass Du mit deinen Rechtschreibkenntnissen den Aufnahmetest für unsere Staatsbürgerschaft eh nicht bestehen würdest, da sind schon manch gebildetere Türken gescheitert.

    • leser

      Ja perikles
      Im land der studienräte und den erfindern der braunen röcke, deren verantwortung zu übernehmen sie bis heute vergessen haben
      Da gehen sie mit den italienern gleich den die können sich auch nicht erinnern
      Wenn wir die autonomie auf grund des pariser vertrages nicht hätten, würden sie uns wohl die italienische staatsbürgerschaft auch aberkennen
      Du magst recht haben mit dem schreiben hab ichs nicht aber mit dem kriechen tu ich mir auch schwer

  • richard

    Ich finde, wir haben bereits einen Doppelpass, nämlich den Italienischen und den Europäischen.
    In einem Europa der Völker sollte man sich auf Wesentliches konzentrieren und nicht gegenseitig immer den Ofen einheizen.
    Lasst ab von dieser Idee, sollte sie aber doch durchgehen, dann muss für alle Südtiroler, ob deutscher, italienischer oder ladinischer Muttersprache diese Möglichkeit eingeräumt werden.
    Und wo, liegen dann die Vorteile? Kann mir diese jemand erklären?

    • leser

      Die passfanatiker sollten vielleicht einmal das glück haben einen flashmob zu erleben, wo sich musiker aus allen ländern zusammentreffen und gemeinsam das lied ode an die freude anstimmen, liebe leute da spürt man wie klein ein pass ist und wie egal es ist aus welche nation ich komme, da ist knödelkochen und schuhplatteln glatt zweitrangig

  • george

    Das war wohl wiedr einmal eine Diskussion zur Verschwendung jener Zeit, die wir zur Überlegung und Regelung weit wichtiger Dinge im Lande bräuchten.

  • klausi

    also do messner isch a a blödsinn

  • morgenstern

    …., oh Herr lass Hirn regnen!!

  • tiroler

    KURZ wird sich genau von Messner belehren lassen müssen…
    Kurz ist der zZ fähigste Politiker in Europa, während Messner von Politik gleich Null versteht.
    Seine Leistungen im Bergsteigen sind unumstritten, aber bei politischen Themen lässt es #Stich aus

    • george

      Wer Kurz lobt, ist kurzsichtig und darf sich auch nicht ‚tiroler‘ nennen. Wo hier die Fähigkeit steckt, hat sich schon darin gezeigt, dass er als Außenminister in all den Jahren nichts von dem umgesetzt hat, was er jetzt als Ministerpräsident vorgibt umzusetzen.

  • huwe

    Messner;
    Kümerer dich um dein Scheiß, und laß diejenigen Süd-Tiroler die Freiheit daß zu tun was sie für richtig finden, Du und al dijenigen falsch Südtiroler die eine Näherung zum Land, das mal das Vaterland unserer Ältern Großältern und Vorfahren waren, nicht brauchen, werden auch von niemanden gezwungen dafür zu kämpfen.
    Es gibt Menschen die aufbauen und andere die es wieder niederreisen, Du gehörst zu den letzderen, geht und politisiere mit deinen Budas dort gehörts du auch hin.

  • huwe

    Für die Möchtegern Italiener und die, die von der Vergangenheit Süd-Tirol keine Ahnung haben, wie der große Achttausender König, hier ein Teil der Geschichte.

    Nach dem 1. Weltkrieg wird der Süden Tirols, heute Südtirol, der Siegermacht Italien zugesprochen. Es beginnt ein Ringen um Selbstbestimmung und Minderheitenrechte.
    Mit dem Ende des 1. Weltkrieges, wird im November 1918 zwischen Österreich-Ungarn und Italien ein Waffenstillstand unterzeichnet. Daraufhin besetzt das italienische Heer den Süden Tirols um vorübergehend die Verwaltung des Landes zu übernehmen. In Saint Germain wird indessen Italien die Annektierung des Gebietes südlich des Brenners offiziell zugesagt. England, Frankreich und Russland hatten im Londoner Geheimvertrag 1915 mit dieser Zusicherung Italien zum Kriegseintritt auf ihrer Seite bewegen können. 1922, mit der Machtergreifung der Faschisten in Italien unter Benito Mussolini beginnt eine systematische Italienisierung Südtirols. Unter dem Einfluss des extremen Nationalisten Ettore Tolomei wird die deutsche Unterrichtssprache verboten und die Ortsnamen durch großteils frei erfundene italienische Bezeichnungen ersetzt. Der Name Tirol wird verboten. Ab 1925 gibt es geheime Untergrundschulen, die sog. „Katakombenschulen“ in denen Kinder teils von Laien in deutscher Sprache unterrichtet werden. Deutschsprachige Beamte werden entlassen und durch italienische Einwanderer ersetzt, die nach Südtirol versetzt werden. Die Industriezone von Bozen wird massiv ausgebaut, Tausende von Arbeitern werden aus Norditalien rekrutiert und in Bozen angesiedelt. Die Hauptstadt erfährt ein nie dagewesenes Bauprogramm. Junge italienische Architekten erhalten den Auftrag ein neues, italienisches Bozen zu erschaffen. Ein ganzes Stadtviertel mit modernen Prachtstraßen und monumentalen Gebäuden entsteht. Gekrönt wird das Bauprogramm durch das Siegesdenkmal, welches an die Eroberung des Gebietes erinnern soll.
    1939 treffen Hitler und Mussolini eine folgenschwere Abmachung. Die Südtiroler werden vor eine grausame Wahl, „Option“ genannt, gestellt. Sie können in das „Deutsche Reich“ auswandern oder in ihrer Heimat bleiben und den langfristigen Verlust ihrer kulturellen Identität hinnehmen. Zunächst entscheidet sich ein großer Teil für die Auswanderung. Der Ausbruch des 2. Weltkrieges verhindert aber einen Massenexodus. Nur etwa 75.000 verlassen Südtirol tatsächlich. Die Option geht als großes Trauma in die Geschichte der Südtiroler ein. Die Gesellschaft wird gespalten, Familien werden getrennt, die „Dableiber“ als Verräter gebrandmarkt. Im 2. Weltkrieg wird Südtirol von den Deutschen besetzt und zur „Operationszone Alpenvorland“ ausgebaut. Der Einmarsch der Deutschen weckte bei vielen Südtirolern die Hoffnung auf eine Besserung der Situation. Junge Südtiroler werden von der Wehrmacht eingezogen und dienen im 2. Weltkrieg auf der Seite der Deutschen, über 8.000 fallen. 1945 wird Südtirol von den Alliierten besetzt.

    • mannik

      Sie haben ein paar Details vergessen: die begeisterte Zusammenarbeit vieler Südtiroler mit dem NS-Regime…

      • herrbergsteiger

        Herr @mannki, stellen Sie sich einmal vor, in ST gab es zudem auch noch Südtiroler Faschisten die begeistert mit den ital. Faschisten kooperiert haben, und zu allem Überdruss auch noch begeisterte Kommunisten die mit ital. Kommunisten zusammengearbeitet haben. Und das auch noch weit in die 70er Jahre hinein. Was es nicht alles so gibt wo Menschen leben …

        Übrigens Herr @mannik, Sie sollten schon wissen, warum die Südtiroler in Hitler große Hoffnungen setzten. Ach Sie wissen das nicht, bzw. wollen es nicht wissen? Nur soviel: Die Südtiroler hatten die Wahl zwischen Pest und Cholera. Ca. 75.000 wählten Cholera, weil sie glaubten, das sei weniger schlimm wie die Pest.

        • george

          Ihr Vergleich hinkt gewaltig! Meine Eltern haben weder Pest noch Cholera gewählt, weil es daneben noch einige andere Möglichkeiten gab. Und Faschismus bzw. Nazitum mit den ital. Kommunisten auf eine Ebene zu stellen, dürfte wohl aus einem vollen Missverständnis herrühren.

  • perikles

    @Herr Huwe.abgesehen von Ihrer Grammatik…das Land, das Sie als Vaterland, ihrer Eltern, (wobei ich bezweifle dass Ihre Eltern schon so alt sind) bzw.Grosseltern bezeichnen gibt es nicht mehr..mit 1918 hat das austro-ungarische Kaiserreich aufgehört zu existieren. Das heutige Österreich ist damit genauso wenig das Vaterland der Südtiroler (oder Trentiner) wie es Ungarn, Kroatien oder andere Staaten sind, die aus dem Habsburgerreich hervorgegangen sind.

    • andreas

      Egal, wir Südtiroler biedern uns jedem an, wenn es uns einen Vorteil bringt, wer wird denn da so kleinlich sein?

    • huwe

      @ perikles
      Um Ihren unverschämten Zweifel zu befriedigen, ich gehe in die 70 ger, mein Vater ein Kriegsveteran war 40 Jahre älter als ich, mein Grosvater auch ein Kriegsveteran war ein 1878 allesamt Österreicher, und Sie sind warscheinlich jemand der im Wohlstand geboren ist, zudem ein Großes A h ch.

  • hells_bells

    Reinhold Messner war ein guter aber arroganter Bergsteiger, letzteres ist er immer noch!

  • herrbergsteiger

    so, das war die vorerst letzte Wortmeldung von unserem R.M.
    Aber keine Angst, R.M. wird sich bald wieder zum Thema Doppelpass zu Wort melden! Er hat es uns versprochen!

    Vielleicht wird R.M. zu diesem Thema sogar noch schnell vor Weihnachten zu einer ORF-TV-Diskussion eingeladen, wo er bei der Gelegenheit auch gleich sein neuestes Buch vorstellen darf …
    Die österr. Sozialdemokraten (und Grünen) sind bekanntlich gegen den Südtiroler Doppelpass, und der jetzige Generaloberste des ORF wäre so ein Sozialdemokrat …

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