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„Negative Änderungen“

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Der Südtiroler Unternehmerverband zeigt sich besorgt über die neuen Regelungen im Dekret der Würde: „Wer Arbeit schafft und auf neue Märkte setzt, darf nicht bestraft werden.“

„Die Südtiroler Unternehmen haben im letzten Jahr 7.000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Wir wollen diesen Trend fortsetzen. Sollte das sogenannte Dekret der Würde in dieser Form genehmigt werden, wird dies allerdings sehr schwierig“. Der Präsident des Unternehmerverbandes Südtirol, Federico Giudiceandrea, ist besorgt, nachdem am Donnerstag die Abgeordnetenkammer das sogenannte „Dekret der Würde“ verabschiedet hat.

Nächste Woche wird der Senat über das Dekret abstimmen. „Durch den Einsatz der Confindustria  ist es gelungen, einige Änderungen einzuführen, aber diese kleinen Verbesserungen sind noch nicht ausreichend“, sagt Giudiceandrea.

Besonders negativ sei die Rückkehr zu einer starren Arbeitsmarktregelung: „Die Wiedereinführung der Begründung bei befristeten Arbeitsverhältnissen und die Anhebung der Sozialbeiträge im Fall von Verlängerungen dieser Verträge erhöht das Risiko von Streitfällen. Damit wird Unsicherheit geschaffen und Unsicherheit bremst Investitionen“, warnt Giudiceandrea. Wie kompliziert die aktuelle Regelung ist, zeige allein schon die Tatsache, dass aufgrund der neuen Bestimmung  für unbefristete Verträge je nach Datum des Abschlusses vier verschiedene Regelungen zur Anwendung kommen werden.

„In unseren Mitgliedsunternehmen sind 9 von 10 Arbeitsverhältnisse unbefristet. Auch befristete Arbeitsverträge garantieren jedoch  den Arbeitnehmern alle Rechte, die zu ihrem Schutz gesetzlich vorgesehen sind“, unterstreicht der Präsident des Unternehmerverbandes.

Ebenso werden die vorgesehenen Strafen für Unternehmen, die ihre Produktion ins Ausland verlegen, negativ bewertet. „Opportunistische Verhaltensweisen sollen natürlich eingeschränkt werden, aber man darf nicht Unternehmen in ihren Bemühungen zur Internationalisierung bremsen. Diese sind nämlich für die Entwicklung eines Betriebes ausschlaggebend. Das gilt besonders in einem Land wie Südtirol, in dem gerade der Außenhandel ausschlaggebend war, um die Wirtschaftskrise zu überbrücken“, meint Giudiceandrea.

Der Präsident des Unternehmerverbandes richtet abschließend einen Appell an die Senatoren: „Wir hoffen, dass das Dekret noch überarbeitet werden kann. Italien erholt sich gerade von der langen Wirtschaftskrise und die Unternehmen haben mit neuen Investitionen und die Schaffung von Arbeitsplätzen reagiert. Dieser Aufschwung sollten wir durch klare und sichere Regeln, einem effizienten Arbeitsmarkt und wettbewerbsfähiges Umfeld, das Investitionen anzieht, unterstützen“.

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