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Alte Arbeitnehmer

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Die Arbeitnehmer in Südtirol werden immer älter – vor allem bei den Ü-55-Jährigen kann man im Vergleich zu 2011 eine deutliche Zunahme erkennen. Das zeigen die neuen ASTAT-Daten.

von Simon Riegler

Im Jahr 2016 sind in Südtirol 174.358 Arbeitnehmer  in der Privatwirtschaft beschäftigt. Gegenüber 2011 entspricht dies einem Zuwachs von knapp 6.700 Arbeitnehmern, also einem Plus von rund 4 Prozent. Der Großteil der Beschäftigten (72,1 Prozent) arbeitet dabei Vollzeit.

Dies geht aus der jüngst veröffentlichten Studie des ASTAT hervor.

Die neuen Daten zu den Arbeitnehmern in der Privatwirtschaft zeigen aber nicht nur, dass die Anzahl der Arbeitnehmer in den letzten Jahren angestiegen ist, sondern auch, dass man in Südtirol eine fortschreitende Alterung der Arbeitnehmerschaft feststellen kann. Die Über-60-Jährigen haben sich verdoppelt, aber auch die Altersklasse zwischen 55 und 59 ist um mehr als 40 Prozent stark angestiegen. Die Arbeitnehmer in den Altersklassen bis 44 hingegen sind rückläufig. Besonders stark ist der Rückgang in der Klasse bis 20 Jahren, mit einem Minus von knapp 25 Prozent.

Im Blick auf die durchschnittliche Bruttoentlohnung gab es im Vergleich zum Jahr 2011 einen Anstieg von 6,6 Prozent auf 28.806 Euro. Allerdings ist der inflationäre Wertverlust im beobachteten Fünfjahreszeitraum mit 7,5 Prozent höher. Dadurch ergibt sich ein inflationsbereinigter Rückgang der durchschnittlichen Jahresbruttoentlohnung um -0,8 Prozent. Insgesamt sind die Reallöhne aber kaum Angestiegen. Der Wirtschaftssektor mit der höchsten realen Lohnzunahme ist die Energieversorgung mit 1,5 Prozent sowie der Sektor Gastgewerbe und Gastronomie mit einem halben Prozent.

Das Einkommen aus lohnabhängiger Arbeit ist ungleich verteilt. Die „ärmsten“ 10 Prozent der vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmer beziehen lediglich 5 Prozent der gesamten Summe aus den Jahresbruttoentlohnungen wohingegen die „reichsten“ 10 Prozent gut ein Fünftel für sich vereinnahmen. Dabei reicht die durchschnittliche Jahresbruttoentlohnung für einen Vollzeitbeschäftigten von 16.390 Euro für die untersten 10 Prozent bis zu 71.318 Euro für die obersten 10 Prozent. Die höchste Entlohnung gibt es im Finanzbereich mit 47.540 Euro bei Vollzeitbeschäftigung und 29.211 Euro bei Teilzeitarbeit. Aber auch im Bereich der Energieversorgung wird im Verhältnis zu den restlichen Bereichen ein sehr hohes Gehalt ausbezahlt.

Die Sektoren Gesundheits- und Sozialwesen sowie Vermietung, Reisebüros und unterstützende Dienstleistungen für Unternehmen weisen eine sehr hohe Teilzeitquote mit 50 bis 60 Prozent auf. Den niedrigsten Wert weist das Baugewerbe mit 6,8 Prozent und der Sektor Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden mit 9 Prozent auf. Insgesamt waren 2016 in der Südtiroler Privatwirtschaft mehr als ein Viertel der Arbeitnehmer in einem Teilzeitarbeitsverhältnis tätig. Dies entspricht einem Zuwachs von 0,7 Prozent im Vergleich zum Jahr 2015.

Die mediane Jahresbruttoentlohnung eines Vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmers in Südtirol beläuft sich im Jahr 2016 auf knapp 28.600 Euro. Deutlich höher liegt dieser Wert, wenn man nur die Arbeitnehmer in der Landeshauptstadt betrachtet (30.762 Euro). Mit Blick auf die Verteilung der Gehälter nach Wohnort der Arbeitnehmer liegt der höchste Wert im Wipptal mit fast 30.000 Euro, das Schlusslicht bildet der Vinschgau.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (4)

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  • rota

    417.998 Personen in Südtirol haben 2017 eine Steuererklärung gemacht;

    9,8 Mrd. € das insgesamt erklärte Einkommen 2017;

    23.447 € das durchschnittlich erklärte Einkommen pro Steuerzahler 2017, damit: Zweiter Platz für Südtirol in der Einkommens-Rangliste der Regionen gleich hinter der Lombardei.

    12.745 Steuerzahlende in Südtirol haben 2017 ein Jahres-Bruttoeinkommen von mehr als 75.000 € gemeldet. Diese Personen machen nur

    3,1% der Südtiroler Steuerzahler aus, schöpfen aber 17,7% des in Südtirol erklärten Gesamteinkommens ab.

    Quelle: Ministerium für Wirtschaft und Finanzen/Ressort Finanzen und ISTAT. Ausarbeitung AFI © AFI 2018

    • leser

      Ja rota
      Zu diesen 3,1 % gehören leute wie oben auf dem foto abgebildet, deren immer grösser werdenden einkommen und steuern (mitsammt der altersvorsorge) vom bürger bezahlt werden, ausnahme ist wohl gerd lanz, der aber mit allen mitteln in den landtag will um zu dieser rumde zu gehören
      Wenn die selbstgefälligen wirtschaftsexperten nur rahmenbedingumgen schaffen, dass gehälter von 1200 bis 1400 euro und renten von 750 bis 1000 euro drinnen sind, dann sollte man nicht von erfolgen sprechen
      Etwas anderes ich möchte nicht wissen wieviel handwerker wie maurer, schlosser usw mit 6o und mehr in der lage sind zu arbeiten, offenichtlich leben diese herren auf einen anderen stern

  • ostern

    Wenn man später in Rente gehen kann, steigt natürlich
    die Anzahl der Arbeitnehmer. Da braucht man kein Hellseher
    zu sein um das zu verstehen. Die „Jungen“ steigen in die
    Arbeitswelt ein und die „Alten“ müssen bis über 65 J. arbeiten.

  • kira2000

    Dazu braucht es wirlich keine Statistik – jeder Idiot versteht, dass die Arbeitnehmer immer älter werden! Aber das kann man auch Arbeitsbeschaffung nennen…..

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