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„Neue Akzente setzen“

Das Naturmuseum

Mit August tritt David Gruber seine Stelle als neuer Direktor des Naturmuseum Südtirol an. Die Museums-Mitarbeiter haben ihrem neuen Chef schon mal auf den Zahn gefühlt. 

Abteilung Museen: Ab Mittwoch leiten Sie das Naturmuseum Südtirol. Welche Ziele setzen Sie sich dabei? Haben Sie bereits das eine oder andere Projekt im Kopf?

David Gruber: Mein Ziel ist es, dass das Naturmuseum Südtirol von allen Menschen, die hier in Südtirol leben, als „die“ Anlaufstelle für naturwissenschaftliche Bildung und Wissensvermittlung verstanden wird, die auch Akzente zu aktuellen naturwissenschaftlichen Thematiken, wie zum Beispiel „Gentechnik“, setzen kann. Zu den konkreten Projekten, insbesondere den zukünftigen Ausstellungen, möchte ich mich zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, da es einer gewissen Einarbeitungszeit bedarf. Aber die Erweiterung und Sanierung des Museums und die Erneuerung der Dauerausstellung sind sicher zwei wichtige Projekte, die ja bereits von meinen Vorgängern eingeläutet wurden und deren Umsetzungen nun anstehen.

David Gruber

Welche Rolle spielt dabei die Forschung?

Die Forschung im Museum, auch in Zusammenarbeit mit den anderen Forschungseinrichtungen in und außerhalb Südtirols, spielt eine sehr wichtige Rolle, denn um unsere Umwelt entsprechend wertschätzen zu können und einen nachhaltigen Umgang mit unserem Lebensraum zu schaffen, müssen wir die Natur gut verstehen und die gefundenen Ergebnisse anschließend entsprechend aufbereiten und kommunizieren.

Welches sind die Stärken des Naturmuseum Südtirol im Vergleich zu anderen Naturmuseen? Und wo liegt Aufholbedarf?

Die großen Stärken des Naturmuseums Südtirol liegen sicherlich im Bereich der Forschung und der Vermittlung. Bei der, in Teilen etwas veralteten, Dauerausstellung besteht aus meiner Sicht indes der höchste Aufholbedarf; deren Erneuerung wird spätestens im Zuge des Umbaus des Museums vorgenommen.

Sie sind für einen Museumsdirektor ziemlich jung: Wie sollte das Museum junge Leute ansprechen?

Um junge Leute ins Museum zu holen, müssen Veranstaltungen angeboten werden, die auch immer einen Erlebnischarakter haben und einen hohen Unterhaltungswert bieten. Eine von vielen Möglichkeiten ist z.B. die „gameification“, also den Museumsbesuch in Form eines spannenden Spiels oder Abenteuers zu gestalten. Insgesamt gilt natürlich die Devise, dass die Kommunikation nach außen in der Sprache der Jugendlichen erfolgen muss, um diese überhaupt erreichen zu können, also z.B. die stärkere Einbettung von sozialen Netzwerken in der Vermittlungsarbeit.

Interview: Igor Bianco, Verena Girardi (Abteilung Museen)

 

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