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Neue Schwarzensteinhütte-Hütte

Landeshauptmann Kompatscher hat die Schutzhütte am Schwarzenstein eröffnet. Die Hütte sei ein Juwel für Bergsteiger inmitten von Dreitausendern, sagte er.

Die neue, wie eine Zinne geformte Schutzhütte mit Kupferblechverkleidung ragt wie ein Schmuckstück aus dem Gestein am Trippachsattel auf 3030 Metern Meereshöhe.

„Für diesen neuen, wirklich besonderen Bau ist der Charakter der Schutzhütte erhalten. Die Hütte bietet Bergsteigern Unterkunft und Verpflegung“, sagte Landeshauptmann Arno Kompatscher bei der offiziellen Eröffnung der landeseigenen Schutzhütte am Schwarzenstein am Samstag.

Allen, die hier bei schwierigen Bedingungen im Einsatz waren, beim Planen, Bauen und Arbeiten, gebühr Dank für diesen Beitrag für Südtirol, denn diese Schutzhütte ist ein besonderes Aushängeschild und Zeichen der Gastfreundschaft unseres Landes,  betonte der Landeshauptmann.

Kompatscher verwies auch auf das umfangreiche Programm des Landes zur Sanierung der Schutzhütten in Landesbesitz. Bis 2021 sollen mit einer Investition von insgesamt zehn Millionen Euro alle dringenden Arbeiten an den Schutzhütten finanziert sein.

Bereits seit Anfang Juli ist die 2070 Kubikmeter umfassende Schutzhütte am Schwarzenstein nun in Betrieb. „Den Bergsteigern und auch uns Hüttenpächtern gefällt die neue Hütte, vor allem auch, weil sie innen sehr schlicht, aber doch funktional gehalten ist, mit dem Komfort, der eben notwendig ist“, sagte Hüttenpächter Günther Knapp.

Auch der Ahrntaler Bürgermeister Helmuth Klammer zeigte sich erfreut: „Für unsere Gemeinde – aber auch darüber hinaus – ist die neue innovative Hütte eine einzigartige Errungenschaft, die sicherlich bald zu den schönsten Hütten im Alpenraum zählen wird“. Der Bürgermeister erinnerte an die große Überzeugungsarbeit in der Anfangsphase des Projekts im Jahr 2012, wobei es gelungen sei, die meisten Kritiker von der innovativen Gestaltung des Neubaus zu überzeugen.

„Heute sind mit der Hütte alle zufrieden, sogar die älteren Generationen. Es lohnt sich also Neues zu wagen und innovative Projekte mit der nötigen Ausdauer zu verfolgen“, so Klammer. Pfarrer Christoph Wiesler und Erwin Knapp von der Diözese segneten das neue Gebäude, und Landeshauptmann Kompatscher übergab dem Hüttenwirt die Südtiroler Fahne für die Schutzhütte.

Helmuth Stifter, der gemeinsam mit Angelika Bachmann die Hütte geplant hatte, beschrieb den Bau als „schmale Zinne“, die den Bergsteigern bereits von weitem den Weg zeige, in der das Landschaftsbild innen und außen erlebbar und die Kraft der Natur mitten in den Bergen spürbar mache.

Die Gäste treten durch einen witterungsgeschützten Eingangsbereich mit Garderobe in die sechsgeschossige Hütte und kommen vorn dort direkt in die Stube aus Fichtenholz mit umlaufender Eckbank, großen Tischen und Hockern. Im ersten und zweiten Untergeschoss sind Trockenraum, WC, Lager, Werkstatt und Technik untergebracht. Schlafkojen mit insgesamt 50 Schlafplätzen und Bäder für die Gäste gibt es im zweiten und dritten Obergeschoss verteilt nach allen Richtungen. Im dritten Obergeschoss liegen die Räume für Pächter und Personal.

Gebaut wurde die neue Hütte in nur acht Monaten, und zwar im Klimahaus-A-Standard mit Nettobaukosten von 2,97 Millionen Euro.

Die im Gemeindegebiet von St. Johann im Ahrntal gelegene alte Schutzhütte am Schwarzenstein war von der Alpenvereinssektion Leipzig errichtet und bereits 1895 eröffnet worden. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde sie vom italienischen Staat enteignet und auch militärisch genutzt.

Wegen des schlechten baulichen Zustands wurde das Gebäude 2016 abgerissen und etwa hundert Meter oberhalb des alten Standorts neu errichtet. Projektsteurer waren Andrea Sega, Hans-Peter Santer undWolfgang Obkircher. Gebaut wurde die neue Hütte von den Generalunternehmen Burgerbau KG & Co sowie Oberlechner & Messner GmbH.

Die Schutzhütte am Schwarzenstein dient als Ausgangspunkt für die Besteigung der umliegenden Dreitausender und zählt zu den 26 landeseigenen Schutzhütten. Von diesen sollen nächsthin vorrangig die Müllerhütte, das Becherhaus, die Teplitzerhütte, die Lenkjöchlhütte, die Zisgmondyhütte, die Langkofelhütte, die Zufallhütte, die Schaubachhütte und die Zwickauerhütte verbessert werden. Die entsprechenden Baukonzessionen sind in Vorbereitung. 2019 soll dann die Prioritätenliste 2 folgen.

Die Landesabteilung Vermögen richtet sich bei der Instandhaltung der Schutzhütten nach drei Prioritäten, die von einer Kommission vergeben werden, in der die alpinen Vereine AVS und CAI zusammenarbeiten.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (11)

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  • richard

    Ein echter Kasten in die Berge gesetzt. Verschwendung von unseren Geldern und Großtuerei. Picknick Rucksack und Zelt würden ausreichen.

  • herrbergsteiger

    Das tauende/gefrierende Wasser als Hautursache von Bauschäden rinnt hier die schrägen Wände hinunter, sammelt sich im Bereich von Fenster und anderen Übergängen/Durchdringungen, gefriert und taut und gefriert und taut, gefriert und taut … usw …
    Wie lange wird es dauern, bis die ersten Bauschäden auftreten werden? Kein Problem, man ruft dann einfach die Handwerker, die sind ja gleich um die Ecke!

    Sonnenschutz, bei kleinen Fenstern kein Problem, wir bei großen Fensterflächen zu einem echten Ärgernis. Sonnenschutz rauf und runter, runter und wieder rauf (weil es sonst im Inneren dunkel ist) und dann gleich wieder runter, weil sonst die Sonne blendet … Aber daran denken die Architekten nicht …

    • yannis

      So so ist es ! Wie bei allen öffentlichen Neumbauten viel zu teuer und mäßige Qualität.
      Mittlerweile werden nicht nur wie z.B. Autos, Waschmashinen usw. mit „geplanter“ Höchsthaltbarkeit, sondern auch Immobilien versehen.
      Aber wie war es noch: Arbeit zu bekommen ist schwer, Arbeit zu behalten noch viel schwerer.

      • herrbergsteiger

        alle die senkrechte Wände und ein ordentliches Dach bauten um Schnee, Wasser (und daher auch Frost) von der Hütte fernzuhalten, haben bisher wohl falsch gebaut. In spätestens 3 Jahren werden die ersten Bauschäden auftreten. Die Reparaturen darf dann der Steuerzahler berappen, den die Hütte ist im Besitz des Landes Südtirol. LG

  • herrbergsteiger

    Viele kritisieren die hohen Baukosten die der Südtiroler Steuerzahler zu berappen hat. Diese Kosten hätte man sich sparen können, wenn man die alte Schwarzensteinhütte dem ursprünglichen Eigentümer (Deutscher Alpenverein) zurückgegeben hätte.

    Sämtliche Schutzhütten in Österreich werden vom Alpenverein laufend instandgehalten, saniert und wenn nötig erweitert. Warum ist das in Südtirol, in der anscheinend besten Autonomie der Welt, nicht auch möglich?

    Die meisten Hütten in Südtirol die einmal im Besitz des deutschen&österr. Alpenvereins waren, von Italien enteignet wurden und seit 1999 dem Land Südtirol gehören, befinden sich in einem desolaten Zustand. Und daran wird sich auch in den nächsten Jahren kaum etwas ändern …bis eine Sanierung nicht mehr möglich ist- und neu gebaut werden muss …

  • morgenstern

    Der Trend zu solchen (Blech) Kästen im Alpenraum nahm seinen Anfang mit der Monte Rosa Hütte in der Schweiz im Jahr 2008. So gesehen also nichts Neues was wir uns da in die Landschaft gesetzt haben.

  • ahaa

    Genau gleich viel wie die Sonnklarhùtte?Interessant!Oder etwa nicht? 😉

    • paco

      Als Südtiroler bin ich stolz über die markante Schönheit dieser neuen Schutzhütte und schäme mich zugleich ungemein über die mickrigen Kommentare in diesem Forum. Aber im Gegensatz zu einem wohl unbelehrbaren Herrn Bergsteiger hat mir eine erfahrene Frau Bergsteigerin, nämlich meine Cousine, die vor Jahren das Projekt de Schwarzensteinhütte wie so Viele hässlich fand, nach einer Übernachtung dort erzählt, wie schön und funktionell diese Hütte nun wirklich ist. Also lassen wir uns von den ewigen Nörglern nicht stören!

      • yannis

        @paco,
        schön soll so eine Blechkiste sein ? Vielleicht für jemand der sonst in einen sog. Beton-Plattenbau mit 3 qm Balkon oder in einen Bau-Container wohnt !
        Was @herrbergsteiger zur Qualität und somit der Nachhaltigkeit schreibt hat mir soeben mein Nachbar von Beruf Architekt bestätig.
        Solche Hypermodernen Bauten müssen in spätestens 10 Jahren generalsaniert werden oder sind in 15 Jahren Abbruchreif, das eine wie das andere mit den Steuern der Leute die von solchen Kisten NICHT im geringsten einen Gegenwert erfahren.

  • thefirestarter

    Und wieder eine Atraktion mehr im Disneyland Alps.
    Und wieder zieht der Berg noch mehr Menschen an.
    Welche Auswirkungen dieses immer mahr auf unser Land hat?

    Egal Hauptsach der Ruberl rollt.

  • stevenson

    Also für dumm an das Volk verkauft find ich die Aussage, „minimalistisch“.
    Also jeder erfahrene Handwerker weiß wie kostspielig und aufwendig Gebäude mit schrägen Winkeln sind. Vom Planer, Maurer, Zimmermann über Tischler mit ihren Möbeln, Küchen Fenster, über Fließenleger und Spengler.
    Das wird gleich mal 2-3 mal so teuer in gewissen Bereichen. Aber dann lässt man einfach die Terasse weg, das ist ja zu teuer und ist das Gebäude immer noch teuer wie geplant. „Ach ist doch egal“ sagen sich die Architekten, wir zahlen das nicht.
    Nur wir, ihr hochnäßige, größenwahnsinnige Vernichter der Nerven von Handwerkern! Theorieunterricht sei dank! Und dann noch die Planung so lange rausziehen, damit die Handwerker alles in letzter Minute nachholen dürfen. Mahlzeit!

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