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Liao Yiwu kommt nach Lana

Liao Yiwu: Wer Gedichte schreibt, soll nicht ungestraft davonkommen.

Der chinesische Exil-Schriftsteller Liao Yiwu, 2012 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet, kommt zu den Literaturtagen Lana.

1989, als das chinesische Regime auf dem Platz des Himmlischen Friedens die Protestbewegung gewaltsam niederschlugen, verfasste Liao Yiwu das Gedicht „Massaker“, ein erschütterndes Lied auf die, die ihren zivilen Einsatz für Freiheit mit dem Leben büßten. Jahre lang saß er deswegen in Haft und erlitt, einem totalitären System ausgesetzt, Folter und Demütigung, ehe ihm Jahre später die Flucht aus seinem Heimatland gelang.

Als er 1992 im Gefängnis saß, gelang es ihm heimlich, jeden Tag zu schreiben, die Nase aus Furcht vor Entdeckung fast auf dem Papier, das der Reinemacher Yang über vier Jahre lang herausschmuggelte. Daraus ist ein aufwühlender Roman entstanden, der von totalitärem Wahnsinn ebenso erzählt wie von der unzerbrechlichen Stärke, zu der ein freier Geist fähig ist.

Seitdem hat der Dichter nie aufgehört, literarisch gegen menschliches Unrecht aufzubegehren und die eigene Familiengeschichte sowie die seines Landes erinnernd zu vergegenwärtigen.

Zur Eröffnung der 33. Literaturtage Lana am 20. August 2018 im Schallerhof (Raffeingasse 2, Lana) liest der Chronist, Dichter und Musiker aus seinem Buch und berichtet darüber hinaus über ein Land, das ihn durch Überwachung, Schikane und Denunzierung gezwungen hatte, nach vielen vergeblichen Versuchen die gefährliche Flucht über Vietnam anzutreten.

Die 33. Literaturtage Lana widmen sich der Frage: Was heißt politisches Schreiben?

Liao Yiwu

Liao Yiwu, 1958 in der Provinz Sichuan geboren, wuchs als Kind in großer Armut auf. 1989 verfasste er das Gedicht „Massaker“, wofür er vier Jahre inhaftiert und schwer misshandelt wurde. 2007 wurde Liao Yiwu vom Unabhängigen Chinesischen PEN-Zentrum mit dem Preis Freiheit zum Schreibenausgezeichnet, dessen Verleihung in letzter Minute verhindert wurde. 2009 erschien sein Buch „Fräulein Hallo und der Bauernkaiser“. 2011, als „Für ein Lied und hundert Lieder“ in Deutschland erschien, gelang es Liao Yiwu, China zu verlassen. Seitdem lebt er in Berlin. 2012 erschien „Die Kugel und das Opium“, 2013 „Die Dongdong-Tänzerinund der Sichuan-Koch“ sowie 2014 „Gott ist rot“. Er wurde mit dem Geschwister-Scholl-Preis und dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet

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