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Wolf-Gesetz verabschiedet

Der Landtag hat am Freitag das umstrittene Großraubwild-Gesetz verabschiedet, das den Abschuss von Wolf und Bär ermöglicht.

Nachdem die Interventionen auf staatlicher- und EU-Ebene bisher keine Fortschritte im Bereich des Großraubwild-Managements gebracht haben, hat die Landesregierung einen eigenen Gesetzentwurf zur „Vorsorge und Entnahmemaßnahmen bei Großraubwild“ vorgelegt.

„Der Gesetzentwurf setzt sich aus einem Artikel zusammen, der vorsieht, dass der Landeshauptmann die Vorbeugungs- und Eingriffsmaßnahmen zur Durchführung der Habitat-Richtlinie im Rahmen des Managements des Bärs und des Wolfes in Südtirol ergreifen kann“, erklärt der SVP-Fraktionsvorsitzende Oswald Schiefer.

Am Freitag wurde der Gesetzentwurf vom Landtag mit 25 Ja, 3 Nein und 2 Enthaltungen genehmigt.

„Obwohl Italien mangels Regelung die meisten illegalen Abschüsse verzeichnet, verdoppelt sich die Wolfspopulation alle sieben bis acht Jahre“, bemerkt der zuständige Landesrat Arnold Schuler. Aber auch in Deutschland oder Spanien nehmen die Konfliktsituationen laut Schuler immer weiter zu.

Südtirol sei wegen der weit verbreiteten Berglandwirtschaft in einer besonderen Situation. Das Gebirge werde auch für Tourismus und Freizeitaktivitäten immer stärker genutzt. Hier gebe es daher keinen Lebensraum für Großraubwild. Das Konfliktpotenzial sei durch die heutige Nutzung noch wesentlich größer als zu jenen Zeiten, als man den Wolf ausgerottet habe.

„Heute ist der Wolf keine vom Aussterben bedrohte Tierart mehr, und es braucht eine Regelung, um die weitere Ausbreitung zu stoppen. Beim Bär ist die Entwicklung ähnlich, auch wenn dieser im Unterschied zum Wolf angesiedelt wurde. Er hat sich mehr vermehrt als ursprünglich erwartet. Diese Entwicklung gefährdet die traditionelle Almwirtschaft und den Tourismus in Südtirol“, so Arnold Schuler.

Andere Staaten hätten den Spielraum der EU-Richtlinie genutzt und eine eigene Regelung erlassen, die unter bestimmten Bedingungen eine Entnahme erlaubt, Italien nicht.

„Mit dem Gesetzentwurf will Südtirol den Spielraum, den die Autonomie bietet, nutzen und EU-Recht unmittelbar umzusetzen. Es braucht ein funktionierende Regulierung, ein realistisches Großraubtier-Management, um den zunehmenden Konflikten mit den Bergbauern vorzubeugen. Wir müssen hier an die Grenzen unserer Kompetenzen gehen und die Möglichkeit und Chancen nutzen, die wir haben“, sagt Oswald Schiefer.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (23)

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  • einereiner

    Bravo der Landesregierung, weiter so. Wir wollen ein Wolf- und Bärenfreies Südtirol. Unsere Almwirtschaft ist nur ohne Wolf und Bär möglich.
    Die Grossraubtierschützer können gerne Wolf und Bär einfangen und nach Sibirien bringen. Damit wäre allen gedient.

    • drago

      Selbst die bisherige Almwirtschaft ist (eingeschränkt) mit Wolf und Bär möglich. Um genau zu sein: die bisherige Almwirtschaft ist möglich wenn a) auf jede Alm eine Zufahrt gebaut wird, b) jede verfallene Alm mit Touristenbewirtschaftung wieder aufgebaut wird, c) es eine Prämie für jedes hinaufgekarrte Tier gibt, d) man die Almnutzung weiterverpachten kann und trotzdem kassiert, d) ja kein Aufwand und keine Spesen damit verbunden sind und, last but not least, wie in der freien Marktwirtschaft üblich, für alles und jedes ein Beitrag gewährt wird.
      Und daran soll gefälligst niemand etwas änderen, am wenigsten Wolf und Bär. Und erst recht nicht vor den Wahlen.

    • guyfawkes

      „Wir“ sind jetzt wer genau??
      So „wir sind das Volk“-mässig?

      Hier ist das letzte Wort noch lange nicht gesprochen.

    • tiroler

      Der mit dem Wolf tanzt

  • felixvonwohlgemuth

    …ein offensichtlich verfassungswidriges Gesetz zu verabschieden, um bei den Wahlen ein paar Stimmen abzugreifen
    Und wer darf dann die Anwaltskosten für das Verfahren vor dem Verfassungsgericht übernehmen?? Genau: der „blöde“ Steuerzahler!
    #windfahndlpolitik

    • mannik

      Stimmt Felix, da dürfen sich ein paar Herren dann nicht beklagen, wenn sie Post vom Rechnungshof bekommen.

      Ich finde diese Aktion eine Frechheit von Leuten, die immer (zurecht) auf die Barrikaden steigen, wenn der Staat bezogen auf die Autonomie verfassungswidrige Gesetze erlässt.
      Manchmal muss man sich für die Mentalität der Südtiroler wirklich schämen: Quod licet Iovi non licet bovi…

    • silverdarkline

      Bezahlen müssten die plärraten Bauern und die Politiker, die so einen Blödsinn verzapfen…dann würden sie’s vielleicht endlich begreifen..oder doch nicht??

      • einereiner

        @silverdingsbums
        die paar Patronen bezahlen wir schon selber, oder die Jäger.
        Kümmere du dich darum, dass dein Sozialgeld und das Pflegegeld für deine Betreuerin von den Steuerzahlern gezahlt wird dann ist alles gut.

        • silverdarkline

          Na bravo…noch Beweise für die Einfalt gewisser Zeitgenossen gefällig? Ihr bezahlt doch nicht mal euer Scheißpapier selber, einerdingsbums…..

          • felixvonwohlgemuth

            ma i konn die Bauern jo verstian! logisch geat ihmene des gewaltig auf die Goggelen. Es nutzt a niemand und hilft a nix, do an Konflikt ProWolf/ContraWolf auf ihrn Rucken auszutrogen. Fakt isch, dass man schun seit Johren woas, dass der Wolf zrugkimmp und es bei der derzeitigen europäischen und stootlichen Rechtslage a so bleiben werd.

            Die Londesregierung hot schlicht seit Johren gepennt!!
            Iatz schnell mittn im Summer mit a Förderung für an Zaun kemmen und (a grad) vor die Wohlen no schnell, schnell so a Pseudogesetz zu zimmern – sell isch der echte Skandal und net dass sich die Bauern übern Wolf ärgern!

          • guyfawkes

            @felix….
            Wohl eher auf dem Rücken der (bis auf Gegenbeweis) geschützten Wölfe (und Bären – sind aber anscheinend nicht mehr das Thema).

    • tiroler

      Laut v Wohlgemuth veeabschieden 25 Abgeordnete ein Gesetz welches gesetzeswidrig ist.
      Dass es ein paar Dumme im Landtag gibt könnte ja sein, aber doch nicht 25?!

  • thefirestarter

    Mit dem Gesetzentwurf will Südtirol den Spielraum, den die Autonomie bietet, nutzen und EU-Recht unmittelbar umzusetzen.

    LOL Spielraum – so ein Schass.
    Wen die ISPRA in Rom nein sagt dann bleibt es nein, mit oder ohne Autnomie. Da können unser Scherzkekse in Bozen solange Gesetze machen wie sie wollen.
    EU-Recht umsetzen? Welches denn?

    • guyfawkes

      Anscheinend beabsichtigt man ja nur das Gutachten einzuholen.
      Und wie in unserem heiligen Land üblich, wird ein Gutachten welches irgendwelchen Lobbyinteressen entgegensteht (siehe Tourismusprojekte) „als nicht bindend“ betrachtet.
      Schon klar, dass diese Vorgehensweise illegal sein dürfte; aber das waren die Abschussverfügung für die Murmeltiere ja auch und trotzdem hat der Landesrat fröhlich weiter unterschrieben.

  • goggile

    SPERRT ALLE TIERJÄGER LEBENSLANG EIN UND WAFFENPASSENTZUG

  • ahaa

    Wenn dann Strafen folgen zahlen die wir.Steuerzahler meine ich.
    Und schon wieder mùssen wir fùr die Bauern,Hotlels aufkommen.Wie immer und ùberall.Die Wohnungen sind so teuer,Massenverkehr in alle Richtungen,Unfàlle heufen sich,Verschmutzung unseres Landes,die Sanitàt und vieles mehr ist ùberlaste.Ein Normalbùger kann sich vielleicht mal ein gròsseres Auto leistn,aber mit einer eigenen Wohnung sieht es oft anders aus.Gewollt.So kann man abzocken.Den Vermieter sowie den Mieter.Der Rest hier ist nur Stimmenfang,mit Hilfe der Bauern,Hotelbesitzer………!Die Jàger wissen schon wo sie kreuzen.Der Wolf ist fùr und an sich keine Silbe wert.“Denn es gibt ihn schon sehr lange in Sùdtirol.Nur die Medien und Politik wussen es noch nicht zu nutzen, weil sie es auch spàt erfahren haben“. 😉 Wer jetzt mit dem Wolf Eigen-Werbung betreibt,seht ihr ja,hofft auf die ganz Hellen. Und das haben wir genug. 😉 Der Wolf stammt vom Wolf ab und der Mensch vom Affe. 😉

    • kurt

      @ahaa
      Das ist ja eben das was der Herr Landeshauptmann als Wohlstand und Vorzeigedemokratie bezeichnet.
      Aber im Herbst gibt es Wahlen und in Südtiroler gibt sehr viele Leute die mit diesem System einiges abzurechnen haben also bitte die Gelegenheit ist beim Schopf zu nehmen.

  • sepp

    typisch SVP ein gesetz verabschiedenwos afn papier an Pfifferling wertisch in die super gscheiden Bauern wos vorgeien konnman woll deiglaben ttz werden die wölfe ausgerrotten und wählen die typen wie in nogler und schuler schuler hosch ongscht das um deinen posten kimsch bei denen Bauern vertreten die bei der ahl ontreten

  • sepp

    Olles lei Wahlkampf und stmmen fang moantas wirklich derLB unterschreib a Dekret wos ihmbei der Umsetzung teurer kimp wie in luis in sein foll murmeltiere

  • yannis

    Den bisherigen Kommentaren zufolge scheinen es doch recht viele Südtiroler (@ Sepp–Olles lei Wahlkampf) zu durchschauen und dies ist GUT so.

  • morgenstern

    Wohlwissend dass diese „Blendgranate“ nur Schall und Rauch ist, geht man davon aus dass die Ernüchterung (hoffendlich) erst nach den Wahlen kommt.

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