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Kritik am AFI

Der LH erwartet sich vom Arbeitsförderungsinstitut „mehr Wissenschaftlichkeit“ – und stoppt vorerst die Anhebung der Landesförderungen. 

Auf Wunsch von Landeshauptmann Arno Kompatscher hat der Landtag am Donnerstag einen Artikel aus dem Omnibus-Gesetz gestrichen, der die Förderung des Arbeitsförderungsinstituts AFI betrifft. Kompatscher begründete die Entsendung damit, dass der Landtag diesbezüglich bereits einen Beschlussantrag gutheißen habe. Es brauche also keine Gesetzesänderung mehr. Hans Heiss bedauerte dies.

Der Artikel hätte nämlich eine Anhebung der Landesförderungen von 1,60 auf 2 Euro pro Beschäftigtem mit sich gebracht. Auch Paul Köllensperger bedauerte die Entscheidung; ein Beschlussantrag sei nämlich nur bis Ende der Legislatur gültig, ein Gesetzesartikel wäre von Dauer gewesen. Diese Erhöhung hätte keine finanzielle Deckung gehabt, wandte LH Kompatscher ein. Wer Mehrausgaben vorsehe, sollte auch angeben, wie sie finanziert werden sollen.

Der LH konnte sich auch einen Seitenhieb aufs AFI, dessen Präsident Stefan Perini auf der Grünen-Liste für den Landtag kandidiert, nicht verkneifen: Er fügte hinzu, dass er sich vom AFI „mehr Wissenschaftlichkeit“ erwartet hätte, etwa zur Entwicklung der Lohnschere, die in den letzte Jahren – anders als von Perini behauptet – nicht auseinandergegangen sei. (mat)

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (12)

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  • unglaublich

    Unternehmer, Freiberufler und Bauern haben einen Landeshauptmann, andere Gruppen keinen.
    Dieser Landeshauptmann hat eine eigenartige Auffassung von seinem Amt, er ist ausschließlich für eine Gruppe tätig. Die SVP nennt sich Sammelpartei, was für eine Lachnummer.
    Aber keine Sorge, Angestellte und Arbeiter sind so dumm, dass sie auch bei den nächsten Wahlen ihren eigenen Metzger wählen.

    • kurt

      @unglaublich
      Da haben sie vollkommen recht, aber auf die Dummheit der Südtiroler zu zählen geht zu weit obwohl es sich schon so gezeigt hat, jetzt muss die Zeit schon gekommen sein um diese Arroganten,überheblichen Angeber in die Schranken zu weisen, wenn nicht darf nachher niemand mehr jammern.

      • rota

        Aber am meisten hat dieser Landeshauptmann sich selbst:
        kein Gespür beim Flughafen, total daneben beim Referendum zur Verfassung,
        Supergau bei der Sanität- Schael raus ja aber nur ein bisschen, SAD Gatterer Transportdienste, und vor allem seinen Vorgänger und früheren Mentor jetzt zum Feind.

        Ich glaube er bastelt mit den Gedanken, sich unverschuldet aus der Affäre zu ziehen.

        Verantwortung hat er sowieso nie welche da er zuviel delegiert hat und auch damit die Übersicht und den schnellen Durchblick niemals gefunden hatte.

        Sein angekündigter Bürokratieabbau hat sich vertikal ins Gegenteil gesteigert.

        Für Baugenehmigungen, zB , brauchte man zu meiner Zeit einen Geometer, heute mindestens 15 Techniker mit 30 Gutachten und Zertifikaten/Zertifizierungen, eben soviel wenn es dann um die Benützungsgenehmigung geht. An parasitäres System das oft ohne sichtbare Leistung mit viel Papier viel Geld ab zockt.
        Und der LH mit allen Politikern lässt sich darin noch weiter steigern weil keiner Verantwortung haben will. Dazu kommen noch die Gut -und Schlechtachter und die unkontrollierte Macht der Banken.
        Hauptsache man hat den Anzug gebügelt die Haare gestriegelt und die Krawatte immer ordentlich gebunden…

  • criticus

    Wer Mehrausgaben vorsehe, sollte auch angeben, wie sie finanziert werden sollen. Und was wichtig ist die Wirtschaftlichkeit überprüfen. „Bravo Herr Landeshauptmann“, bin ganz ihrer Meinung. Aber! Ist es wirtschaftlich, dass es drei Dokterlen von der Sanität braucht eine Alm auf ihrer Hygiene zu überprüfen? Und das einen halben Tag! Arbeitet die EURAC wirtschaftlich? Da kommen manchmal Weisheiten zu Tage, die schon unsere „Hiaterbuam“ wussten. Sind unsere Landesrechtsämter ihr Geld wert, wenn solche Verträge wie mit Herrn Gatterer herauskommen? Wenn schon sollte man bei allen kritisch sein.

  • goggile

    für mich ist stocker nur machtgeil. das schlimme ist aber, dass in Sanität, strassenzustände, verkehrstransporte und vieles mehr heruntergewirtschaftet wurde. und das grösste Problem die Justiz, die auf italienischer ebene gerade die lega zu stürzen versucht. Politiker sollen über alles stehen sonst kommt nur ein Mischmasch heraus.

  • franz02

    Es ist schon eigenartig, dass gerade diese Landesregierung sich erlaubt, das Wort „Wissenschaftlichkeit“ in den Mund zu nehmen. Eine Landesregierung, die eine Kracherle-Uni, zumindest was die Bildungswissenschaftliche Fakultät betrifft, mit immensen Geldern finanziert, die sich den Luxus einer Eurac leistet, die immense Gelder in die Bauernbuben-Forschung an der Laimburg steckt, und über die Wissenschaftlichkeit bestimmter politischer Vertreter möchte ich mich gar nicht auslassen. Eine Rechtsabteilung, die kein einziges Gesetz ordentlich überprüft, sodass sogar logisch sinnlose Gesetze, voll von Rechtschreibfehlern, verabschiedet werden. Man sehe sich die Gesetze im Schulbereich an: das letzte gute Gesetz war das Autonomiegesetz 2000, nachher hat es nur mehr Interessensgesetze gegeben, geschrieben an der pädagogischen Abteilung des Schulamtes, fehlerhaft, unlogisch, Lehrbeispiele wie man ein Gesetz nicht macht.
    Perini und seine Mitarbeiter sind fachlich absolute Könner, die mit geringsten Finanzierungen sehr gute und wichtige Studien hervorbringen. Weil diese Studien auch den Arbeitnehmer nützen könnten, wird das AFI stiefmütterlich behandelt, schon zu den Zeiten des Vorgängers von Stefan Perini. Anders als das private Ebner – WIFO, das mit öffentlichen Geldern geradezu überhäuft wird. Aber das WIFO ist halt ausschließlich für die Wirtschaft da.
    Der Landeshauptmann und Wirtschaftslandesrat und mit ihm die gesamte Landesregierung sollen also besser den Mund halten.

  • drago

    „etwa zur Entwicklung der Lohnschere, die in den letzte Jahren – anders als von Perini behauptet – nicht auseinandergegangen sei.“
    War da nicht erst gestern eine Meldung der OECD, dass das Lohnniveau in den letzten Jahren weitaus geringer als das Wirtschaftswachstum gewachsen und dies besorgniserregend sei. Daraus könnte man ohne weiteres schließen, dass die Lohnschere in den letzten Jahren effektiv auseinander gegangen ist (wenn es auch nicht automatisch so sein muss). Woher der LH seine Meinung hat, dass die Lohnschere nicht auseinander gegangen sei, bleibt im Verborgenen; ist aber sicher hochwissenschaftlich begründet. 🙂

  • andreas

    Schaut nach einer Sanktion wegen nicht LH konformer Studie aus.

  • franz02

    Ja, wer nicht nach dem Motto forscht „Weß Brot ich ess, deß Lied ich sing!“, wird bald einmal abgesagelt.

  • latemarbz

    Für Kompatscher sind nur jene Studien wissenschaftlich, die seiner Meinung entsprechen und ihm zum Vorteil sind. Das haben wir bei der Flughafen-Diskussion vor der Volksabstimmung zur genüge gesehen.
    Wenn Perini ein SVParteigänger wäre, würden seine Studienergebnisse sicher passen!

  • markusgufler

    Es ist ziemlich genau zwei Jahre her, dass es vom AFI/Perini aus eine Pressemitteilung samt grafischer Illustration gab, die einige Dinge derart statk verzerrt dargestellt hat, dass man kaum von einem Lapsus ausgehen kann. Hier mein Komnentar von damals dazu. https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=744640518971672&id=100002771913340

    Wer Lust hat, kann sich gerne die Grafik mal genauer anschauen, und überlegen welcher Hintergedanke notwendig ist, um die Einkommens-Kategorien in derart unterschiedlichen Bereiche einzuteilen.

  • ostern

    Seit wonn isch es Thema „Lohnschere“ für den LH ein Thema?
    Kemmen ihm zu wianig Steuergelder fa die Orbeitnehmer einer?
    Orbeitnehmer sind ihm und in der SVP seit jeher ein Dorn im Auge.
    Ach jo, „Londtogswohln“ im Herbst……………………

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