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„Zählen auf Eigenverantwortung“

Der aktuell niedrige Wasserstand verleitet Touristen zur näheren Inspektion des historischen Kirchturms im Reschenstausee. Mit kuriosen Folgen.

von Karin Gamper

Seit Mittwoch ist der Kirchturm im Reschenstausee, das letzte sichtbare Wahrzeichen von Alt-Graun, von einem Signalband umgeben und abgesichert. Dies hat einen besonderen Grund: am frühen Nachmittag musste die Freiwillige Feuerwehr zum wiederholten Male zu einem kuriosen Einsatz ausrücken. Zwei Touristen sind beim Versuch, den gefluteten Kirchturm aus der Nähe zu erkunden, knietief im Schlamm versunken und stecken geblieben. Die Wehrleute mussten die beiden Durchreisenden mit Brettern und Leitern aus dem Schlamassel befreien. Da sich diese Vorfälle in letzter Zeit häufen, wurde der Zugang zum Turm kurzerhand abgesperrt.

„Üblicherweise“, erklärt der Grauner Gemeindereferent Franz Prieth auf Anfrage, „ist der Turm von Wasser umgeben und somit auch nicht zugänglich“. Das Bauwerk ist nämlich in eigens angelegtes Becken eingefasst, das von einem Wasserkanal aus Langtaufers gespeist wird. So steht die Touristenattraktion auch dann unter Wasser, wenn der Wasserstand im Stausee nieder ist.

Derzeit wird das Alperia-Kraftwerk in Graun jedoch gewartet. Es ist daher schon seit dem Frühjahr nicht in Betrieb. Aus diesem Grund läuft auch kein Wasser aus Langtaufers nach. Das Turm-Becken trocknet langsam aus. Für viele Touristen eine willkommene Gelegenheit, um den Kirchturm des gefluteten Alt-Graun aus der Nähe zu inspizieren. Dabei unterschätzen sie allerdings die angesammelte Schlamm-Menge – und bleiben darin stecken.

Bräuchte es deshalb ein eigenes Schild, das auf eine mögliche Gefahr hinweist? Referent Franz Prieth: „Ich glaube eher, dass hier die Eigenverantwortung jedes Einzelnen gefragt ist“, winkt er ab. Die derzeitige Situation und der trockene Turmzugang sei ohnehin die absolute Ausnahme. Für die Gemeinde und Referent Prieth hat das Ganze auch eine positive Seite: „Wir werden die Gunst der Stunde nutzen, um das Becken vom Schlamm zu befreien“, sagt er, „die Genehmigung des Landes und der Wildbachverbauung liegen bereits vor. Wir warten nur noch auf die Bagger“.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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