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Women in Jazz

Die Saxophonistin Maria Faust aus Estland gastiert mit ihrem Projekt „Sacrum Facere“ im Steinbruch Lieg in Kastelruth

Das Südtirol Jazzfestival ist keine Männerdomäne – und stellt deshalb in diesem Sommer viele Sängerinnen, Solistinnen und Bandleaderinnen vor.

Billie Hollidays „Strange Fruit“ aus dem Jahr 1939 erzählt von „schwarzen Körpern“, die wie „seltsame Früchte“, den Krähen zum Fraß, an den Pappeln des „galanten“ US-amerikanischen Südens hängen. 1999 kürte das Time-Magazine diesen Jazz-Song zum „Lied des 20. Jahrhunderts“.

Im Jazzgesang geben die Frauen den Ton an und in den nordischen Ländern verbindet sich diese große Tradition mit Folk, Pop und Rock. Aber das Südtirol Jazzfestival präsentiert vom 29. Juni bis zum 8 Juli mit seinem Nordeuropa-Schwerpunkt nicht nur Vokalartistinnen, sondern auch Solistinnen und Bandleaderinnen und darunter sind – natürlich –viele Delikatessen, die man in diesem Sommer in Südtirol entdecken und genießen kann.

So verarbeitet das mit Musikerinnen besetzte französische Trio Ikui Doki den Impressionismus der Jahrhundertwende und betritt dabei ekstatische Klanglandschaften, die Estin Maria Faust befasst sich mit tragischen Frauenschicksalen, die schwedische Sängerin Mariam Wallentin macht mit dem Trio „Fire!“ rockigen Fusion-Jazz jenseits der Komfortzone und die Norwegerin  Mari Kvien Brunvoll lässt mit ihrer Stimme mystische Klangteppiche entstehen, geheimnisvoll wie eine nordische Winterlandschaft.

Mariam Wallentin (Foto: Vallin)

Die in Helsinki lebende Sängerin mit schwedisch-türkischen Wurzeln Anni Elif Egecioglu vertont Verse der finnischen Dichterin schwedischer Muttersprache Edith Södergran und kombiniert Gegenwartsjazz mit Poesie. Die in Göteborg lebende Sängerin, Komponistin und Performerin Hannah Tolf kreiert eine poetisch-verdichtete Kammermusik, deren stilistisches Spektrum vom melodischen Pop bis zum Jazz reicht.

Mainstream? Nein danke!

Die Französinnen Sophie Bernado und Marion Faure zeigen eine elektronische Hip-Hop-Performance, die mit wilden Tanzeinlagen angereichert wird, die im norwegischen Hafenstädtchen Ålesund aufgewachsene Sängerin Natalie Sandtorv setzt auf der Bühne auch schon Mal elektrisch verstärkte Sägeblätter neben eigenen technischen Erfindungen ein und die finnische Sängerin Stina Koistinen hat die ethnische Musik aus ihrer Heimat ebenso im Programm wie Avantgarde-Pop oder Kabarett-Songs von Brecht und Weil.

Übrigens:

Mit dem deutschen Ensemble SiEA stellt sich in Südtirol ein Jazzorchester vor, das Pop-Bausteine mit Jazz-Elementen kombiniert undausschließlich mit Musikerinnen besetzt ist.

Viele dieser Jazzerinnen wurden an der Hochschule für Musik und Theater in München ausgebildet, mit der das Südtirol Jazzfestival seit vielen Jahren eng zusammenarbeitet.

 

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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