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Schnelle Hilfe

Ab dem kommenden Wochenende ist das Weiße Kreuz auch auf zwei Rädern unterwegs. Damit fällt der Startschuss für ein Pilotprojekt, welches die Rettung in schwer zugänglichen Notfallorten erleichtern soll.

Das Weiße Kreuz startet ein neues Pilotprojekt.

Ab kommenden Wochenende werden erstmals auch Einsatzkräfte des Weißen kreuz auf Motorrädern unterwegs sein. Besonders bei Staus und schwierigen Verkehrslagen auf der Autobahn soll dadurch der Zugang zur Unfallstelle erleichtert werden. Zu diesem Zweck unterstützt auch die Brennerautobahn AG das Vorhaben: Rechtzeitig zum anstehenden Sommerreiseverkehr wird die Motorradstaffel ihren Dienst antreten.

Es gab mehrere Voraussetzungen, weshalb dieses Projekt als notwendig erachtet wird: Die hohe Verkehrsbelastung auf vielen Südtiroler Straßen macht besonders in den Sommermonaten ein schnelles Erreichen der Unfallorte häufig unmöglich. Nicht selten bleiben die Einsatzfahrzeuge selbst im Stau stecken und verlieren dabei wertvolle Zeit. Hinzu kommt die nicht einheitliche Regelung in Bezug auf die Rettungsgasse, die zu unterschiedlichem Verhalten der Verkehrsteilnehmer führt und die Anfahrt zum Unfallort zusätzlich behindert.

Daraus erklärt sich der Vorteil eines schnellen und polyvalenten Einsatzteams, das im Falle einer erschwerten Erreichbarkeit des Notfallortes flexibel eingesetzt werden kann. Die Motorradstaffel kann in einem solchen Fall die Erstversorgung des Patienten vornehmen und die entscheidenden Maßnahmen für den weiteren Einsatz setzen – von der Verkehrsabsicherung bis hin zur Einweisung des Rettungshubschraubers. Ausgestattet sind die Motorräder mit einem Frühdefibrillator, einem Beatmungsset, Diagnostik-Zubehör samt Pulsoximeter sowie einem Set zur erweiterten Traumaversorgung.

Die Staffel besteht aus zwei Motorrädern, die nicht standortgebunden agieren. Sie wird witterungsbedingt in den Sommermonaten eingesetzt.

Auf der Autobahn wird der Dienst über die Einsatzzentrale der Brennerautobahn koordiniert. Feste Einsatztage sind hingegen jene Wochenenden, die bereits im Vorfeld von der A22 durch ein hohes Verkehrsaufkommen gekennzeichnet sind. Dazu zählen mehrere Wochenenden im Juli und August. Hier wird die Motorradstaffel in Form eines Patrouillendienstes agieren.

„Der Dienst selbst erfolgt ausschließlich mit freiwilligen Helfern des Weißen Kreuzes“, ist Präsidentin Barbara Siri stolz. „Es handelt sich um ausgebildete Rettungssanitäter mit Einsatz- und Motorraderfahrung. Sie alle haben zudem ein Fahrsicherheitstraining im Safety Park absolviert und sind bestens auf den neuen Dienst vorbereitet“.

Für das Pilotprojekt hat der Verein zwei Motorräder des Typs Ducati Multistrada 950 angekauft. „Mit diesen Reiseenduros sind wir sowohl auf Landstraßen als auch im Gelände einsatzbereit und können unseren Dienst flexibel ausbauen“, erklärt Direktor Ivo Bonamico. Immerhin sei der Einsatz der Motorradstaffel nicht auf die Brennerautobahn beschränkt: „Wir möchten die Staffel zwischen Mai und Oktober auch für Sanitätsdienste bei Sportveranstaltungen wie etwa Radrennen oder Aufklärungsarbeit zur Verkehrssicherheit bei öffentlichen Veranstaltungen nutzen“.

Das Projekt wurde aus den 5 Promille der Einkommenssteuer für das Weiße Kreuz realisiert. Die Brennerautobahn AG beteiligt sich am Ankauf der Motorräder und deckt die laufenden Kosten mit einem Tagessatz für die Patrouillendienste auf der A22 zwischen Brenner und Salurn. Vorerst hat das Pilotprojekt eine Dauer von zwei Jahren.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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