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Schweinischer Streit 

Beim Untertheimerhof in Villanders wurde ein totes Schwein aufgefunden. Im Institut für Tierseuchenbekämpfung wird nun die Todesursache geklärt. Die Schweinehaltung im Siedlungsgebiet sorgt seit Jahren für großen Stunk.

von Erna Egger

Paul Mair ist kurz angebunden: „Das haben wir auch gehört, wir gehen der Sache nach.“  Nur wenig später wurde der Amtstierarzt gestern beim Untertheimerhof in Villanders vorstellig. Ihm war nämlich vermeldet worden, dass seit Montag ein totes Schwein im dortigen Gehege liege.

Nach dem Fall in Wiesen, wo 19 Rinder in einem Stall qualvoll verendet sind, schrillten die Alarmglocken.

In Villanders ergab sich aber ein ganz anderes Bild: Ein Tier lag zwar tot am Rande des Geheges, die anderen Tiere wirkten aber gesund und munter. „Ich habe das tote Schwein erst heute (am Dienstag, Anm. d. Red.) gesehen“, erklärte der Besitzer Franz-Josef Rabensteiner gegenüber der TAGESZEITUNG.

Im Institut für Tierseuchenbekämpfung in Bozen wird nun eine Autopsie durchgeführt, um die genaue Todesursache zu klären und auch um etwaige Vermutungen auszuräumen. „Bei uns wurden nämlich letzthin einige Vandalenakte verübt, unter anderem auch im Gehege“, schildert Rabensteiner. Der Amtstierarzt Mair hingegen vermutet einen natürlichen Tod durch Herzversagen.

Dass in den letzten Tagen mehrere Tiere verendet sein sollen, dementiert Rabensteiner. Mair bestätigt: „Im April hat Rabensteiner 22 Tiere gekauft, eines ist verendet, 21 sind gesund und munter.“

Wer steckt hinter den Vandalenakten? Den Anwohnern sind die Schweine schon lange ein Dorn im Auge. „Es stinkt unheimlich, es herrscht ein unzumutbarer Zustand“, sagen die verzweifelten Nachbarn.

Vor zwei Jahren wurden 120 Unterschriften gesammelt, beim Untertheimerhof ließ man sich nicht erweichen.

Auch der Versuch der Gemeinde, über offiziellem Weg ein Verbot der Tiere zu erwirken, blieb ohne Erfolg.

Der Amtstierarzt bescheinigte dem Besitzer eine ordnungsgemäße Haltung, der hygienische Dienst sah keine Gefahr für die Gesundheit.

Hintergrund bei dieser ganzen Geschichte ist eigentlich ein Streit um die Zufahrt zu einer Wohnsiedlung. Die Besitzer des Untertheimerhofes mussten damals trotz großen Widerstandes ein Stück Grund abtreten, obwohl im Vorfeld eine andere Vereinbarung getroffen worden war. „Es geht nicht nur um diese Sache“, betont Rabensteiner, der mangelnde Hilfe seitens der Gemeindeverwaltung beklagt. „Sogar der Bauernvertreter hat uns die Unterstützung verwehrt.“

Aus Rache  – so heißt es – habe Rabensteiner deswegen rund 20 Schweine angeschafft und diese den Siedlungsbewohnern buchstäblich vor die Nase gesetzt.

 

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