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Geplatzter Traum

Der FC Südtirol steigt nicht in die Serie B auf: Die Weißroten verloren das Halbfinal-Rückspiel in der letzten Sekunde mit 0:2.

Der FC Südtirol hat das Halbfinal-Rückspiel der Play-offs am Sonntagabend in Cosenza mit 0:2 verloren. Damit sind die Weißroten, die das Hinspiel in Bozen mit 1:0 gewonnen hatten, ausgeschieden und müssen den Traum von der Serie B für heuer begraben.

Das entscheidende Tor für Cosenza kam in der 94. Minute, ansonsten hätte es eine Verlängerung gegeben.

DAS MATCH

Die Hausherren begannen das Late-Night-Match in einem restlos ausverkauften San-Vito-Gigi-Marulla-Stadion von Cosenza (fast 20.000 Zuschauer) – in einem sportlichen Rahmen – furios und aggressiv, sie versuchten, sofort druckvoll nach vorne zu spielen. Die Jungs von Zanetti jedoch entlasteten sich mit einigen geschickten Einwurfaktionen gut.

Ähnlich wie im Hinspiel taten sich die beiden Teams schwer, in der Vorwärtsbewegung Lücken zu finden, da sie in dieser Anfangsphase beide kompakt und solide auftraten. Dies wirkte sich natürlich auf den Spielfluss aus, bis zur 28. Minute passierte deshalb praktisch gar nichts.

Dann gab es nämlich die erste nennenswerte Möglichkeit für die Hausherren: Corsi brachte eine Flanke von rechts in die Mitte, wo Okereke zum Kopfball kam, das Spielgerät jedoch nicht richtig traf. Der Ball ging somit deutlich rechts vorbei.

Der FCS zeigte in dieser ersten Halbzeit eine taktisch einwandfreie Partie: Die Mannen von Zanetti stellten geschickt die Räume zu und erlaubten Cosenza somit nicht, in die Tiefe zu kommen.
Eine Minute vor der Halbzeitpause dann die e
rste gute Torchance für den FCS: Erlic eroberte den Ball, Gyasi gewann im Anschluss den Zweikampf gegen Idda. Der Stürmer der Weiß-Roten zog dann von halblinks in die Mitte und bediente Fink mustergültig 20 Meter vor dem Kasten von Saracco. Der Kapitän der Weiß-Roten legte seinen Abschluss aber überhastet weit drüber.

Eine recht ereignisarme erste Hälfte ging dann wenige Momente später zu Ende. Der FCS hattesicherlich nichts gegen den bisherigen Spielverlauf und zeigte aus taktischer Sichtweise eine bärenstarke erste Hälfte.

Beide Teams gingen zunächst unverändert in diese zweiten 45 Minuten ebenso unverändert bliebin den ersten Minuten nach Wiederanpfiff der Spielverlauf: Cosenza zwar mit mehr Ballbesitz, der FCS stand aber kompakt auf dem Feld und stellte geschickt die Räume zu.
Der Trainerfuchs von Cosenza, Piero Braglia, stellte in der 57. Minute um und brachte in Baclet einen dritten Stürmer für einen Verteidiger (
Pasqualoni): Die Gastgeber traten nun im 4-3-1-2 auf.

In der 59. Minute holte sich der frisch eingewechselte Candellone eine gelbe Karte ab – in einem möglichen Finale würde er damit fehlen.
Cosenza erhöhte die Schlagzahl und kam in der 61. Minute zur Riesenchance auf den Führungstreffer:
Mungo brachte von rechts eine Flanke in die Mitte, wo Tutino zwei Schritte vor dem Kasten von Offredi den Ball nicht über die Linie drücken konnte.

Cosenza rannte nun mächtig an: In der 64. Minute brachte der frisch eingewechselte Loviso einen Eckball in die Mitte, Bruccino fälschte das Leder Richtung ersten Pfosten ab. Den bewachte jedoch Berardocco, der auf der Linie klären konnte.
Nur 30 Sekunden später zog Tutino aus 20 Metern ab, Offredi klärte herausragend zur Seite.

In der 68. Minute eine der sich nun häufenden Ecke von Cosenza, Erlic und Pascali gingen im Strafraum beide zu Boden. Der Ball kam jedoch zu Tutino, dessen direkter Rechtsschuss drüber ging.

Nach zehn Minuten aggressivsten Anlaufens kamen die Hausherren nur eine Minute später zum Führungstreffer: Loviso brachte einen Freistoß als Flanke in die Mitte, Baclet kam im Fünfer per Flugkopfball an das Spielgerät und netzte zum 1:0 ein.
Die Weiß-Roten wirkten nun angeknockt: In der 74. Minute brachte D’Orazio von links eine gefährliche Flanke in die Mitte, wo Zanchi am zweiten Pfosten den Ball entscheidend mit dem Kopf nach außen lenkte, sodass Bruccini aus unmittelbarer Distanz nicht zum Abschluss kam.

Die Jungs von Zanetti befanden sich in großen Schwierigkeiten und schafften es nicht, Konter zu starten. Das Gigi-Marulla-Stadion mutierte immer mehr zu einem Hexenkessel.
In der 89. Minute hielt Offredi die Seinen im Spiel:
D’Orazio erneut mit dem gefährlichen Ball an den Fünfmeterraum, wo Baclet am höchsten stieg und auf den Kasten von Offredi köpfte. Der Schlussmann der Weiß-Roten reagierte jedoch glänzend und kratzte den Ball aus dem linken unteren Toreck.

Die Weiß-Roten bissen in der Nachspielzeit auf die Zähne und hauten jeden Ball raus, der ihnen zwischen die Füße kam. Als sich alle bereits auf eine Verlängerung eingestellt hatten, gab es in der 94. Minute noch einen letzten Eckstoß – den mittlerweile zehnten (!) in diesen zweiten 45 Minuten – für Cosenza, den Loviso in die Mitte brachte. Frascatore, entscheidend von Baclet bedrängt, köpfte das Leder unglücklich an Offredi vorbei zum 0:2 in die eigenen Maschen, das das Weiterkommen von Cosenza besiegelte.

Die Mannschaft von Braglia zieht also – nach dieser sehr starken zweiten Hälfte durchaus verdient – ins Finale ein, doch dieser FC Südtirol hat sich nicht anderes als Applaus und Bewunderung für eine wirklich herausragende, begeisternde und erinnerungswürdige Saison verdient.

COSENZA – FC SÜDTIROL 2:0 (0:0)
COSENZA (3-5-2)
: Saracco; Idda, Pascali, Pasqualoni (57. Baclet); Corsi, Bruccini, Palmiero (62. Loviso), Mungo, D’Orazio; Okereke, Tutino
Auf der Ersatzbank: Zommers, Ramos, Perez, Boniotti, Trovato, Calamai, T. Braglia
Trainer: Piero Braglia
FC SÜDTIROL (3-5-2): Offredi; Erlic, Frascatore, Vinetot; Tait, Broh, Berardocco, Fink (67. Smith), Zanchi; Costantino (54. Candellone), Gyasi
Auf der Ersatzbank
: D’Egidio, Bertoni, Cia, Baldan, Boccalari, Oneto, Gatto, Heatley Flores, Berardi, Roma

Trainer: Paolo Zanetti
SCHIEDSRICHTER: Manuel Volpi aus Arezzo (Die Assistenten: Bercigli und Li Volsi. Vierter Offizieller: Camplone)
TORE: 1:0 Baclet (69.), 2:0 Eigentor Frascatore (90. + 4)
ANMERKUNGEN: sommerlicher Abend, 17.461 zahlende Zuschauer (179.200 Euro an Einnahmen).

Gelbe Karten: Pascali (40., COS), Candellone (59., FCS), Vinetot (90. + 3, FCS)

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (15)

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  • goggile

    zum schàmen so eine schwache Vorstellung. jetzt kònnen sie wieder im montiggler wald ihren frust ohne die speedboxen auslassen auf dem weg zum balleletraining

  • realist

    Zum schämen ist erst mal gar nichts, sie haben gekämpft u. die bessere Mannschaft hat gewonnen
    Vor allem die zweite Spielhälfte hat unserer Mannschaft die Grenzen aufgezeigt.
    Das Ergebnis geht zu 100% in Ordnung.
    Glaube bzw. hoffe, dass unsere Mannschaft vieles gelernt hat u. dies auch für die neue Saison im Stande ist mit zu nehmen, dann ist alles halb so schlimm.
    Serie B muss noch warten u. das ist unter diesen Voraussetzungen auch gut so.

    • goggile

      zum schämen ist es dass es für siege 3 anstatt 2punkte gibt. . dass die tore vergrössert wurden vor mehreren jahren, dass es Play Offs gibt da man die Meisterschaft nur mehr aus spass pielt so wie beim Eishockey? puffautole fahren? es müssen die punkte der Meisterschaft zählen. keine Play oft und nur 2 punkte für sieg. denn 2 unentschieden sind ein sieg wert aber nicht 3 ein sieg

      • markp.

        Warum wiederholst du schon wieder so einen Blödsinn? Die Tore sind nach wie vor so gross wie vor hundert Jahren in England beschlossen: 7,32×2,44. Man.hat mal in den 90ern die Überlegung gehabt aber die Tore sind nach wie vor gleich gross und Punkt!

        • goggile

          ein van basten musste noch mit den kleineren toren vorlieb nehmen. danach kamen die grösseren und auch die bälle sind hightecballelen mitlerweilen. nicht mehr zu vergleichen. desshalb schiessen sie jetzt mehr tore ins loch

          • mannik

            Wie schon mal unterstrichen, deshalb weil Sie einen Blödsinn dauernd wiederholen wird er nicht zur Wahrheit. Die ersten Regeln wurden im Jahr 1848 (!) in Cambridge aufgesetzt. Die komischen Maße in cm gehen auf die Umrechnung von Inch und Feet zurück. Und diese Maße sind nach wie vor gleich. Also auch Marco van Basten knallte in ein Tor derselben Größe.

            https://www.sportscourtdimensions.com/soccer/

          • markp.

            goggile hast du kein google wenn du mir schon nicht glaubst?? Der Van Basten hat 1988 in ein gleich grosses Tor geschossen wie es jetzt noch immer gleich gross im Münchner Olympiastadion steht. Vielleicht haben sie die Tore mal ausgetauscht, weil mittlerweiledas Alu verrottet ist. Aber die Grösse ist immer noch dieselbe wie 1988 als Van Basten und die Niederlande Europameister oder 1974 als Deutschland im Münchner Olympiastadion Weltmeister wurde. Und auch in der neuen Allianz Arena sind die Masse der Tore immer noch 7,32×2,44!!

      • realist

        Am Thema vorbei diskutieren ist einfach faad u. nutzlos, verdirbt einem die Lust Beiträge zuschreiben.

    • kurt

      @realist
      Hast Recht abgesehen davon hat diese Mannschaft außer zwei Ausnahmen und zwei Versorgungsposten mit Südtirol nichts zu tun und ist wieder auf den Boden der Wirklichkeit zurückgeholt worden und so ist es auch richtig.

  • prof

    Wenn jemand wie „goggile“ einen solchen Unsinn verzapft,sei es zu Sportlichen wie auch zu Politischen Themen,so erübrigt es sich zu antworten.
    Aber zugeschaut hat „goggile“anscheinend doch, vielleicht es dabei auf die eigenen goggilen daraufgesessen,wundern täte es mich nicht.

  • sepp

    [email protected] man woas jo wos du fürn quatsch schreibsch du wen man die gonze 2 hälfte kaum aus der eigenen hälfte aussa kimpbrauch man sich nett wundern wen man tore kassiert undwer sich mit den verein identifieziert isch sicher koan südtiroler

  • prof

    @sepp
    moansch woll a echtr Süd- Tiroler zu sein, lei weil di net mit den FCS identifieziersch.

    • kurt

      @prof
      Wie sollte man sich mit dem FC Südtirol identifizieren ,das hat ja mit Südtirol nichts zu tun, außer die zwei ALIBI Südtiroler Spieler und der Versorgungsposten des Präsidenten und Managers auf Kosten des Steuerzahlers ,aber schon was von unnütz kaum zu glauben aber die SVP ,der Kompatscher ,Achammer und co haben ja Narrenfreiheit.

  • prof

    @kurt
    Für die Südtiroler FCS Spieler Fink,Tait und Cia ist dein Kommentar eine Beleidigung,denn sie sind keine Alibi Spieler.

  • sepp

    ach [email protected] tram weiter so schnell spielt der fc S nett in der serie B Jugendarbeit mochnse guet lei möchte i gern solche spieler in der Senioren Mannschaft hoben

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