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Wohnung gesucht

Weniger Mietwohnungen, aber steigender Bedarf und steigende Preise: Wer in Bruneck eine kostengünstige Wohnung sucht, tut sich heute schwer. Warum es immer weniger Wohnraum gibt und gerade junge Leute die Leidtragenden sind.

von Silke Hinterwaldner

Gibt man auf der Seite von Airbnb als Wunschziel Bruneck an, dann spuckt der Computer 117 Adressen aus. Das ist gar nicht so viel für eine Tourismusdestination wie Bruneck, aber die Zahl ist stetig im Steigen begriffen.

Das hat einen einfachen Grund: Die Nachfrage für alternative Unterkünfte steigt und Wohnungsbesitzer können durch die Vermietung auf Airbnb doppelt oder drei Mal so viel verdienen, als wenn sie sich an einen Dauermieter binden.

Bruneck ist zwar längst nicht Barcelona, aber auch in der Hauptstadt des Pustertales haben die Mietpreise angezogen. Die Folge: Es ist schwer, leistbaren Wohnraum zu finden. Die Nachfrage steigt, die Preise auch. Für Studenten, Mitarbeiter mit Zeitverträgen, Angestellte im Krankenhaus oder junge Familien ist es mittlerweile schwierig geworden, etwas Passendes zu finden.

Das hat auch Bernd Ausserhofer feststellen müssen. Der Gemeinderat der Freiheitlichen in Bruneck hat deshalb eine Anfrage vorbereitet, die heute Abend behandelt wird. Darin schreibt er:

„Die Gemeinde Bruneck ist das Ausbildungszentrum des Pustertales und seit einigen Jahren auch Universitätsstadt. Auch die zentrale Lage, die Funktion als Knotenpunkt des Pustertales, sowie das Krankenhaus Bruneck bringen es mit sich, dass sehr viele Menschen in Bruneck nur für eine begrenzte Zeit eine Wohnmöglichkeit benötigen. Fakt ist, dass es für sie sehr schwierig ist, eine Wohnmöglichkeit zu finden. Mit der Zweckentfremdung des Josefheims als Flüchtlingsheim wurde dieses Problem zudem noch verschärft.“

Die große Nachfrage an Wohnraum mag zwar die Besitzer freuen, aber andererseits stellt dies für finanziell schwächere Bürger ein massives Problem dar. Bernd Ausserhofer möchte deshalb zunächst abklären lassen, wie sich der Wohnungsmarkt in Bruneck tatsächlich verändert hat. Er fordert eine Bedarfserhebung. Außerdem möchte er wissen, was in Zukunft geplant ist: ein zweites Studentenheim? Oder am Nordring eine Struktur für „Wohnen auf Zeit“? Und nicht zuletzt: Wie viel Wohnraum beansprucht Airbnb?

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (2)

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  • andreas

    Airbnb und Uber sind Beispiele dafür, wie Wirtschaft nicht funktionieren darf, da alle gesetzlichen Bestimmungen ausgehebelt werden.
    Es spricht nichts dagegen, wenn sich jemand in diesen Sektoren betätigen möchte, nur soll er sich an dieselben Bestimmungen wie gewerbliche Anbieter halten.

  • einereiner

    Es gibt einige Baufirmen die mit dem Verkauf von Wohnungen an Touristen (Thema Zweitwohnung) viel Geld verdient haben und immer noch viel verdienen. Als Sprössling der Familie Ausserhofer hat er einen guten Draht dazu.

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