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Schwacher Trost

Kevin Montolli vor Gericht (Foto: NBC)

Den Angehörigen der in Bozen ermordeten Prostituierten Svetla Fileva wurde vom Oberlandesgericht ein Schmerzensgeld von knapp 300.000 Euro zugesprochen. Doch weil der Täter Kevin Montolli kein Geld hat, muss der Staat für ihn einspringen. Mit gerade 8.000 Euro.

von Thomas Vikoler

Italien ist bei der Umsetzung von EU-Richtlinien nicht selten in Verzug. Und wenn es sie umsetzt, dann zuweilen mit einem Gesetz, das einer Prüfung durch den Europäischen Gerichtshof nicht standhält.

So erging es Richtlinie Nr. 2004/80/CE, welche die EU-Staaten dazu verpflichtet, Opfer von Gewaltverbrechen zu entschädigen. Und zwar für den Fall, dass der (verurteilte) Täter finanziell dazu nicht in der Lage ist.

Dies gilt zweifellos für Kevin Montolli. Der Meraner Bäckerlehrling, damals Bewohner des Kolpinghauses in Bozen, wurde rechtskräftig wegen Mordes an einer bulgarischen Prostituierten verurteilt. Die Frau, Svetla Fileva, war im September 2012 am Bozner Boden mit 36 Messerstichen getötet worden, sehr bald wurde der junge Südtiroler als Täter identifiziert.

In erster Instanz erhielt er im verkürzten Verfahren 14 Jahre Haft, im März 2015 reduzierte das Oberlandesgericht die Haftstrafe auf zwölf Jahre und zwei Monate Haft. Montolli wurde zudem verurteilt, den Zivilparteien knapp 300.000 Schmerzensgeld zu zahlen: Filevas Eltern und ihren beiden Kindern insgesamt 245.000, der Schwester 50.000 Euro.

Beträge, die der inzwischen rechtskräftig Verurteile auch nicht ansatzweise wird zahlen können. Als Häftling ist er praktisch mittellos.

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Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (24)

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  • goggile

    MÖRDER GEHÖREN LEBENSLANG HINTER GITTERN. Für Hinterbliebene sollte kein Schadenersatz gezahlt werden, da dies perves ist. Auf Kosten eines Verstorbenen zu kassieren und zu verhandeln!

    Schadenersatz sollte von den Gerichten selbst vielmehr für Chiku, Laimer, Quici, Ladurner und die Liste könnte um ein vielfaches erweitert werden bezahlt werden.

    Politiker sollten endlich die Moral gesetzlich verankern vor allem bei Urteilssprüchen.

    Wie man in letzter Zeit sieht, ist der Europäische Verfassungsgerichtshof imer mehr zum Führer und Leiter der Eu geworden und das über den Köpfen der Steuerbuggler hinweg sogar über die gewählten Politiker. Auch alle Politischen Leute in Brüssel sollten direkt vom Volk gewählt werden. Die Machtstrukturen die horrenden um Juncker, Banken und Co. gehören gesäubert. Salvini muss her!

    • noando

      wenn der/die „geldscheißer/in“ der familie ermordet wird – wenn finanzielle situationen über den haufen geworfen werden, ist ein schadensersatz wohl eher gerechtfertigt

    • ollaweilleiselber

      Der Verlust des einzigen Ernährers der Familie fügt dieser außer dem moralischen Schaden auch einen existenzbedrohenden materiellen Schaden zu. Und dieser soll vom Verursacher nicht ersetzt werden? Wer oder was ist da pervers?
      Bitte im täglichen Leben die Reihenfolge beachten:
      Hirn einschalten, Bericht lesen und verstehen, Gelesenes und hoffentlich Verstandenes mit der bisher genossenen Erziehung und Bildung und Erfahrung verknüpfen, nochmals nachdenken, dann erst Kommentar schreiben.

  • andreas

    Wenn man sich die Kommentare unter der FB Seite von Salvini ansieht und merkt, dass goggile eine durchschnittliche Salviniwählerin ist, müsste man eigentlich Salvini wegen Verführung Unterbelichteter anzeigen, mindestens…. 🙂

    • pat

      Salvini best man! Der Intelligenzquotient von Andreas reicht leider nicht um das zu schnallen, aber Hauptsache andere als unterbelichtet betiteln xDDD lmao die linke Ignoranz.. Volksvirus des 21. Jahrhundert.
      Zurück zum Thema:
      Auszahlung von solchen Geldern an Hinterbliebene ist tatsächlich pervers. Das bringt den Toten nicht zurück. Stattdessen wäre eine mit Hausverstand verhängte Haftstrafe angebracht, aber was passiert stattdessen? Die Haftstrafe wird im Nachhinein noch weiter gesenkt. 12 Jahre bwahahaha ein Witz für ein Menschenleben. 25 Jahre (Höchststrafe) ist bereits schon ein Witz. Und da sind wir wider… Möchtegern-Gutmenschengesetze welche alles andere als gut sind! *kopfschüttel*

      • noando

        recht haben sie: 12 jahre ein witz – 25 jahre höchststrafe auch … auch bringt geld die/den verstrobene/n nicht zurück. die hinterbliebenen haben mit dem verlust genug „schaden“ – ein finanzieller schadensersatz (im gerechtfertigten ausmaß) ist aber gerechtfertigt.

    • kurt

      @andreas
      Deine Taschenlampe scheint aber auch nicht die stärkste zu sein wenn du verstehst was ich meine!?.

      • meintag

        Holla er kann dich vors Gericht zerren. Wenns gut für ihn läuft musst du seine Batterien aufladen. Hoffentlich merkt er aber dass er auf Staatsebene politisch weniger zu sagen hat als die Muli der Lega Nord.

  • andreas

    @pat
    Eine hohe Haftstrafe bringt einen Toten üblicherweise auch nicht zurück.

    Kinder haben ihre Mutter verloren, welche finanziell für sie gesorgt hat und sie meinen, dass es keine Berechtigung dafür gibt, dass u.a. die Kinder Geld bekommen?

    Aber danke, dass du meine Ansichten so schnell bestätigt hast.

    • pat

      Eine hohe Haftstrafe sorgt aber dafür, dass der Mörder nicht nochmal die Chance bekommt zu Morden. Außerdem kommt dies der Gerechtigkeit etwas näher.
      Schei*e wie hintengeblieben muss man sein…

      • mannik

        Also wenn Ihnen jemand ins Auto kracht, dann ist es richtig wenn man für den Blechschaden aufkommt, aber wenn jemand einen Menschen umbringt, der zum Wohl der Familie beigetragen hat, dann nicht? Nehmen Sie mal an Sie sind Alleinverdiener in ihrer Familie und ihre Familie lebt, weil Sie Geld nach Hause bringen. Dann bringt Sie jemand um. Laut Ihrer Anschauung soll ihre Familie dann vor die Hunde gehen?
        Sind Sie beschränkt, oder sind Sie beschränkt?

        • roadrunner

          Definitiv bescheuert, nicht nur beschränkt…

          • mannik

            Und solche Typen dürfen wählen! Ich wäre für die Einführung einer Form von Zensuswahlrecht, aber nicht nach Vermögen, sondern nach der Fähigkeit wenigstens simple Zusammenhänge zu verstehen. Da würde es hier einige Foristen geben, die durch den Rost fallen.

  • ahaa

    Eine Niere ist 80.000 Wert.Raus damit.Er kann so weiterleben, der andere nicht.Den Rest kann er mit Blutspenden finanzieren.Sein Glùck, das ich nichts zu sagen habe.

  • iceman

    ahaa, also für 36 Messerstiche eine Niere und Blut. Bei 45 Messerstichen darfs dann sicher ein bissl mehr sein, oder?
    tolle Logik!

  • ollaweilleiselber

    Der Verlust des einzigen Ernährers der Familie fügt dieser außer dem moralischen Schaden auch einen existenzbedrohenden materiellen Schaden zu. Und dieser soll vom Verursacher nicht ersetzt werden? Wer oder was ist da pervers?
    Bitte im täglichen Leben die Reihenfolge beachten:
    Hirn einschalten, Bericht lesen und verstehen, Gelesenes und hoffentlich Verstandenes mit der bisher genossenen Erziehung und Bildung und Erfahrung verknüpfen, nochmals nachdenken, dann erst Kommentar schreiben.

    • goggile

      olloweilleiselber gehen sie nochmals in die Pflichtschule mit solch einer Einstellung. pervers ist dass Mörder überhaupt wieder Freiheit geniessen können. wobei ich beim Mordfall waldner, immer noch nicht verstanden habe ob wirklich Peter Paul der Mörder war oder es ihm von gehimdiensten zugeschoben wurde. die Tageszeitung war immer an vorderster front bei diesem fall. vielleicht kriegt man ja mal eine genauere antwort.

      • mannik

        Waldner erpresste Rainer mit der Geschichte um sein gefälschtes Maturadiplom, damit wäre auch der Doktortitel futsch gewesen. Beweggrund genug. Wäre er es nicht gewesen hätte er die Ermittler nicht zur Tatwaffe führen können…

        • goggile

          Beweggrund genug? Sie sind ja krank im Kopf. Ihnen gehört eine gefotzt, aber richtig! Schämen sie sich! Waldner war ein tüchtiger ausfstrebender Stern am Polithimmel mit Visionen.

          • mannik

            Goggile, sind Sie wirklich nicht in der Lage einen ganz simplen Satz zu verstehen? Für Rainer war es Beweggrund genug Sie Vollpfosten.
            Übrigens ich kannte Waldner persönlich und zwar recht gut.

      • roadrunner

        Es war der KGB, denn Rainer war ein russisches Spitzel -_-

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