Du befindest dich hier: Home » News » Die Radl-Verbote

Die Radl-Verbote

Foto: 123RF.com

Die Landesregierung hat am Dienstag einer Regelung zum Befahren des Wanderwegenetzes durch Fahrräder zugestimmt. 

Das Wanderwegenetz wird nicht nur von Wanderern, sondern zunehmend auch von Radfahrern benutzt, was örtlich zu Konflikten führen kann. In Südtirol ist das Mountainbiken im Wald –  auf den Forst- und Alm- und Wanderwegen – grundsätzlich nicht verboten.

Vor rund eineinhalb Jahren war eine Vereinbarung zur Aufwertung, Instandhaltung, Verwaltung und Nutzung der rund 15.500 Kilometer umfassenden Wanderwege abgeschlossen worden, um nachhaltig ein qualitativ hochwertiges Wanderwegenetz sicherzustellen.

Am Dienstag hat die Landesregierung eine Durchführungsbestimmung erlassen, der zufolge es den Bürgermeistern und Bürgermeisterinnen nun möglich sein wird, auf Wanderwegen oder einzelnen Abschnitten derselben das Befahren mit Fahrrädern zu verbieten, wenn durch das Radfahren Konflikte mit den Wanderern oder mit der land- und forstwirtschaftlichen Tätigkeit auftreten. Dies erfolgt nach Anhörung der Interessensgruppen, wie Landeshauptmann Arno Kompatscher heute bei der Pressekonferenz nach der Sitzung der Landesregierung erklärte.

Bis jetzt wurden gesetzliche Einschränkungen aus Gründen des Natur- und Landschaftsschutzes nur vereinzelt erlassen, etwa im Naturpark Drei Zinnen ein Fahrradverbot auf dem Steig vom Paternsattel zur Dreizinnenhütte oder im Landschaftsplan der Gemeinde Ritten das Radfahren und Reiten im weglosen Gelände.

Nach einem partizipativen Prozess wurde jetzt die Regelung beschlossen, wonach die gebietsmäßig zuständigen Bürgermeister die Befugnis erhalten, Abschnitte von Wanderwegen für Fahrräder zu sperren. Mit der Aufsicht über die Einhaltung dieser Bestimmung wird das Landesforstkorps betraut. Das Fahrverbot wird durch eine einheitliche Beschilderung kenntlich gemacht.

Dieser Regelung haben die Mitglieder der Landesregierung heute (29. Mai) zugestimmt; sie wird in die Durchführungsverordnung zum Forstgesetz eingefügt.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
Clip to Evernote

Kommentare (20)

Lesen Sie die Nutzerbedingungen

  • wisoiundnetderfranz

    Hoffen wir, dass dann zwischen E-Bikern und Muskel-Bikern unterschieden wird…

    • kleinlaut

      Das wäre wünschenswert, obwohl die Muskel-Biker auf bestimmten Steigen und Wegen genauso wenig verloren haben…

    • wisoiundnetderfranz

      „auf bestimmten Steigen und Wegen“ ist sicher richtig
      Hoffen wir, dass auch das berücksichtigt wird und nicht einfach pauschal mit der Verbotskeule gearbeitet wird.
      Bei bestimmten Steigen und Wegen wären z.B. Sperrungen für Fahrräder auf nur an gewissen Tagen bzw. Stunden sinnvoll. Es macht schließlich einen gewaltigen Unterschied, ob ich an Wochentagen vormittags oder abends unterwegs bin oder am Samstag/Sonntag!
      Leider gibt es bereits heute „handgemachte“ Sperrungen ohne diesbezüglichen Realitätsbezug.

  • goggile

    e biker alte gebrächliche leute eglistisch leichtsinnig gefählrlich unterwegs. aber Gratulation an die fähigen Politiker die wieder mal schilder verschreiben als hätten wir nicht schon genug. solche buerokraten die immer nur verkomplizieren sollten nicht mehr wiedergew#ählt werden

  • alsobi

    So ein „Schwachsinn“! Ein grundsätzliches Verbot für Mtbiker und E-Biker (erst recht) auf allen Wanderwegen bzw. Steigen die nicht mind. 1,5 m breit sind. Alles andere macht auf Dauner keinen Sinn!

  • huwe

    Nicht um sonst nennt man Wanderwege weil sie für Wanderer bestimmt sind, und somit haben Fahrradfahrer auf Wanderwege ( Steige) nichts zum suchen, dafür gibt es X Forst oder andere Strassen. Das Mauntainbaike immer mehr werden und überrall zu traffen sind, wo sie nicht hin sollen, ist es höchte Zeit das mal Regeln angebracht werden.

  • wisoiundnetderfranz

    @ alsobi
    @ huwe

    Erinnert ihr euch noch an die Diskussion Snowboarder-Skifahrer? Damals wurden auch getrennte Pisten für Snowboarder gefordert.
    Ich bin selber u.a. auf Wanderwegen unterwegs und hatte noch nie ein Problem mit Wanderern.
    Vielleicht hängt das mit dem Verhalten zusammen? Sowohl mit meinem als Mountainbiker, als auch mit jenem der Wanderer. Es ist für alle Platz, mit dem nötigen Respekt voreinander sollten wir das eigentlich schaffen.
    Schwarze Schafe gibt es natürlich überall, und die werden auch mit Verboten und Strafen schwer zu vermeiden sein.
    Allerdings sind mir auch schon Wanderer begegnet, die „freundlich“ auf ihr Recht bestanden, den Weg genau in der Mitte zu begehen. Dann haue ich mich für drei Sekunden in die Büsche, und gut ist ;-).
    Es gibt auch solche, die einen Mountainbiker partout nicht überholen lassen. Irgendwann kommt dann aber eine breitere Wegstelle… und dann freue ich mich ganz besonders auf die verzogenen Mundwinkel, wenn genau diese dann am Tisch neben mir auf der Alm eine Knödelsuppe und einen Cappuccino zu zweit bestellen 🙂

    • drago

      Stimmt. Bin sowohl als Wanderer als auch als MT-Biker unterwegs. Mit Höflichkeit und ein bißchen Rücksichtnahme beidererseits funtkioniert es bestens. Justamentstandpunkte bringen nichts; Gesetze sollten nur dann erlassen werden, wenn es aus allgemeinen Sicherheitsgründen notwendig ist. Dann werden sie auch eingehalten.

  • rota

    War mit meinem e-bike im Wald unterwegs. Dabei begegnete ich anderen Radfahrern, Reitern auf dem Pferd, Wanderern- mit Kinderwagen, mit angeleinten Hunden ohne und mit Maulkorb. Wir hatten alle genügend Platz weil die Köpfe Platz hatten. Dann kam ein Alpenvereinfutzi und klärte mich auf dass e-bikes auf Waldspazierwegen eigentlich nichts verloren hätten. Nur zu dumm, es war zufällig auf einem Abschnitt in meinem Besitz.

  • diegon.

    Das Problem ist, dass offenbar wieder mal Gesetze gemacht werden von Leuten die von der Mountainbikeszene keine Ahnung haben. Gleiches kann man auch in vielen Kommentaren lesen: Sperrung aller Wege unter 1,5m Breite? Totaler Schwachsinn! Noch nie was von Singletrails gehört? Nein natürlich nicht. Aber mal laut schreien.
    Ok, der Bürgermeister will einen Weg/trail für Mtbs sperren? Gut, aber dann muss er auche eien Alternativweg öffnen bzw bauen lassen.
    Kauft euch mal eine Mtb Zeitung und blättert sie durch. Südtirol kommt NOCH häufig darin vor als Destination. Auch werden viele Werbungen geschaltet. Aber es werden sich auch Artikel über das neue „Südtiroler“ Gesetz gegen Biker in den nächsten Ausgaben finden! Keine Angst.
    Denkt darüber nach…..

  • rambo

    Wenn die Köpfe platz haben, haben es auch die Radler und Wanderer. Es gibt leider Radler die sich nicht an die Regeln halten und das Zusammenleben vergiften.
    Abwärts mit hoher Geschwindigkeit Wanderer erschrecken ist ein Beispiel.

  • george

    Ein klares regelwerk ist immer gut. Dann muss es aber auch eingehalten werden, egal wer immer auch unterwegs ist, Freundlichkeit und Rücksicht vorausgesetzt. Wer dies nicht einhält, sollte daraan üben müssen und wenn das auch nur über eine Strafe geht.

  • politikverdrossener

    Wenn Ich heute Lust habe auf dem Berg zu Wandern,dann werde Ich das tun,auch zur Freude meiner Hunde. Wenn Ich morgen Lust habe mit meinem e-bike auf dem Berg fahren,dann werde Ich das auch tun ohne jemand zu fragen

    • kleinlaut

      Leider gibt es viel zu viele die glauben mit “ Platz da, hier komme ich“ den Beweis liefern zu müssen. dass man in der Natur Narrenfreiheit genießt! Leider ist es nicht so in einem Land mit Millionen von Touristen, Berggehern, Spaziergängern und letzthin e-bike Fahrern die nichts Besseres zu tun wissen, als im Gasthaus damit anzugeben auf welche abgelegene Hütte man heute wieder war und das alles mit “ nur 3 Strichchen“ Akku Verbrauch weil man ja fast nie die höhere Stufe des Antriebes zu wählen braucht, weil man ja so unmöglich fit ist. Das gehört unmissverständlich geregelt und entsprechend auch durchzusetzen.

  • ahaa

    Es ist nicht mòglich nicht motorisierte Fahrzeuge zu untersagen.
    Da gewinne ich jeden Prozess!Nur auf privatem Gelànde!Wetten?

Kommentar abgeben

Du musst dich EINLOGGEN um einen Kommentar abzugeben.

2018 ® © Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH/Srl - Alle Rechte vorbehalten. Impressum | DATENSCHUTZ & AGB | Cookie Hinweis

Nach oben scrollen