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Schlau gelöst

Foto: 123RF.com

Obstbauern, die neben sensiblen Zonen Pflanzenschutzmittel ausbringen, müssen ab heuer Hinweisschilder aufstellen. Das vorbereitete Schild sorgt für Kritik.

von Heinrich Schwarz

Rund 1.500 Bauern in Südtirol sind seit heuer dazu verpflichtet, mit Hinweisschildern über die Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln zu informieren. Die Pflicht gilt für landwirtschaftliche Flächen, die an sensible, von der Bevölkerung genutzte Zonen angrenzen. Zu diesen gehören etwa Parks, Sportplätze, Schulen, Kindergärten, Kitas, Spielplätze, Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen, Radwege sowie Gehsteige und Fußwege innerhalb der verbauten Ortskerne.

Die Vorschriften wurden vor einem halben Jahr von der Landesregierung genehmigt. Hintergrund ist der „Nationale Aktionsplan zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln“. Durch eine Informationspflicht sollen jene Personen geschützt werden, die einem Risiko ausgesetzt sein könnten.

Im Beschluss der Landesregierung heißt es: „Während der Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln muss am Rande des behandelten Grundstückes zu den genannten Arealen gut sichtbar ein Hinweisschild aufgestellt sein, das mindestens die Größe DIN A4 hat und deutlich leserlich wenigstens folgenden Hinweis enthalten muss: ‚Fläche möglicherweise mit Pflanzenschutzmitteln behandelt‘.“

Weiters muss das Schild bis zum Ablauf der auf dem Etikett des Pflanzenschutzmittels angegebenen Wiedereintrittsfrist aufgestellt bleiben und bei fehlender Angabe für mindestens 48 Stunden nach Ausbringung des Mittels.

Eine Ausnahme von der Ausschilderungs-Pflicht ist vorgesehen, wenn der Abstand zwischen der behandelten Kultur und dem von der Bevölkerung potenziell genutzten Areal mehr als fünf (bei Flächenkulturen) bzw. zehn Meter (bei Raumkulturen) beträgt. Ebenfalls kein Schild aufstellen müssen jene Bauern, die das behandelte Grundstück für Unbefugte durch einen Zaun oder eine gleichwertige Barriere unzugänglich machen.

Und: Entlang von Radwegen kann die Ausschilderung auf die jeweiligen Zufahrten beschränkt bleiben.

Bauernbund, Land und die Sektorenvertreter haben sich darauf geeinigt, ein einheitliches Schild zu erarbeiten und dass die Genossenschaften ihren Mitgliedern die Schilder zur Verfügung stellen.

Für die grafische Gestaltung war das Südtiroler Apfelkonsortium zuständig. Das Schild in der Größe eines DIN-A4-Blattes hat einen hellgrünen Hintergrund mit schwarzer und weißer Schrift.

Der Inhalt des Schildes ist aber anders ausgefallen als man sich das nach dem Beschluss der Landesregierung gedacht hätte. Der zentrale Satz „Fläche möglicherweise mit Pflanzenschutzmitteln behandelt“ steht auf dem Schild nicht in großer Schrift, sondern im untersten Viertel des Schildes relativ klein. Unter dem Satz ist zu lesen: „Der Landwirt muss im Laufe des Jahres angemessene Pflegemaßnahmen durchführen, um seine Ernte zu schützen. Dazu ist auch der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln erforderlich. Dafür ersuchen wir Sie um Verständnis.“

Der Großteil des Schildes besteht aus einer Einführung in die Landwirtschaft in Südtirol und in den integrierten und biologischen Anbau (siehe Bild).

Quelle: Südtiroler Apfelkonsortium

Laut dem Obmann des Apfelkonsortiums, Georg Kössler, gab es ein klares Ziel bei der Umsetzung der Hinweispflicht, wie er gegenüber der Bauernbund-Zeitschrift „Südtiroler Landwirt“ erklärt: „Wir wollen den Mitgliedern Aufwand abnehmen und nach außen ein einheitliches positives Bild von unserer Landwirtschaft abgeben.“

Beim Dachverband für Natur- und Umweltschutz, der immer wieder auf Pestizid-Rückstände auf öffentlichen Flächen wie Spielplätze aufmerksam macht, ist man verärgert über die Gestaltung des Schildes. Präsident Klauspeter Dissinger sagt: „Man hat das sehr schlau gemacht, indem das Schild so gestaltet wurde, dass es den Menschen so wenig wie möglich auffällt. Die eigentliche Botschaft steht ganz am Ende. Man fragt sich, wer den Text überhaupt zu Ende liest. So erfüllt das Schild seinen Zweck nicht, für den es eingeführt worden ist. Der Hinweis müsste an erster Stelle in großer Schrift stehen. Die restlichen Infos könnte man ja unten noch kleiner dazuschreiben.“

Der Dachverband will nun prüfen, ob die jetzigen Hinweisschilder überhaupt den gesetzlichen Normen entsprechen.

Landwirtschaftslandesrat Arnold Schuler weist die Kritik zurück: „Der Informationspflicht wird nachgekommen. Und die Schilder bleiben ja auf Dauer stehen und dienen deshalb auch als allgemeine Information.“ Das Design sei mit dem Land abgesprochen worden.

Schuler betont auch: „Ich empfehle den Vergleich zu den sensiblen Zonen, in denen Pflanzenschutzmittel gegen die Tigermücke eingesetzt werden. Diese werden dort direkt ins Wasser gegeben.“

Die Bauern-Lobby konnte übrigens bereits im Vorfeld eine Abschwächung der Schilder-Pflicht durchsetzen: Das Land wollte ursprünglich die Aufschrift „Achtung Pflanzenschutzbehandlung“ in Großbuchstaben vorschreiben. Daneben hätten auch das Datum der Behandlung, der Zeitpunkt der Wiederbetretbarkeit des Gebietes und Infos über den Wirkstoff angegeben werden sollen.

 

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (11)

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  • goggile

    und immer wieder werden arbeitenden steuerbugglern Neuauflagen gemacht die das leben einschrenken, ja nervlich komplizieren und als andere als entbuerokratisierung sind. lasst die arbeitende Bevölkerung arbeiten. macht endlich sammelklagen gegen Unterdrückung. sogar beim collaudo wird jetz ein mängelzettel in Zukunft extra ausgestellt. macht mal einen beitrag wieviel schilder eigentlich die strassen säumen. der Spezies mensch ist viel dümmer als wie sie meint schlau zu sein. sie vernichtet sich langfristig sowieso von selbst, bevor sie auf planet erde konstruktiv friedlich arbeitet. solange „Gesetze“ Denunziantentum, geldbestien, neid, mjssgunst, hass und Entmenschlichung fördern sind wir im besten Spiegelbild einer Möchtegernmodernen Spezies. man übersieht wie diktatorisch die schullaufbahnen ab kindergarten verlaufen und wie verblödet engstirnig gehirngewaschen manche nach etlichen jahren studierzeit am geldzipfl mammas und meistens papas herauskommen aus den hochgepriesenen unis. sesselkleber die regieren vernichten gesamte Generationen was Menschlichkeit und miteinander ausmacht bis zur extase, denn erst dann so wie im krieg; beginnt der neuanfang wo die ersten jahre die besten sind.

  • goggile

    …immer noch steht das 40km-h schild nach dem sigmundskroner tunner Richtung bozen bei vor ausfahrt Richtung Stadt und dieses gildet bis Kreuzung Metro und Gärtnerei. von da an darf man, man höre und stauen 50kmh fahren, sogar beim twenty vorbei und bei der Stadtpolizei immer noch mit 50.
    fahren sie mal beim twenty aus und biegen sie dann gleich nach links in die eisackuferstrasse und sie werden bemerken dass die geschosse mit 50 zu schnell daherkommern in der unübersichtlichen kurve. sehr gefährlich. auserdem haltet dort nieman beim Zebrastreifen oder kaum jemand und man riskiert überfahren zu werden das die autofarhrer von der galileistrasse abbeigend in die eisackuferstrasse daherdüsen.
    wichtig ist auf MEBO 40kmh einzuführen, wobei ich NOCH NIE jemanden dort mit besagter Geschwindigkeit gesehen habe. es gibt unzählige Beispiele von schilder darangsalierung hirnloser die ungestraft gegenüber den verantwortlichen beamten bleibt. erst wenn auch beamte für ihr tun haften kann steurebuggler von Gerechtigkeit sprechen. wenn man auf der MEBO geblitz wird in der 90er Zone bei bestem wetter so ist dies ein warliches schwerstverbrechen. die Konsequenzen sind wohl für einen arbeitender Person schlimmer als für einen mittlellosen einbrecher.
    zudem ist des Öfteren in den Unterführungen bei terlan auf mebo geblizt worden wo von Richtung Meran kommend keinerlei hinweis auf Radarkontrolle war. selbstverständlich kann steuerbuggler das im nachhinein nicht beweisen.
    war die 30er Zonen Einführung in einer durzugsstrasse in Meran Richtung Passeier rechtens? wurde mal wieder niemand belangt? wieviele haben bezahlen muessen für dieses schwerverbrechen in den tagen wo ohne Vorwarnung plötzlich das 30er schildl stand? schafft oraganisationen die steuerbuggler schützen und gegen Ausbeutung rechtlich mit klagen schützen!

    • tff

      Fahren Sie doch langsamer, welche Eile haben Sie denn? Stehen Sie doch früher auf. Dann werden Sie nicht geblitzt und brauchen sich nicht aufzuregen. Nicht auf der Mebo wurde 40 eingeführt, sondern auf den Ausfahrten, wie es überall bei engen Ausfahrten üblich ist.

      • goggile

        tff fahren sie 40kmh auf der mebo? sie LÜGNER!

      • goggile

        tff so einen schwachsinn was sie da verzapfen. es fahren viele mit 80und mehr an dieser sicheren stelle wo keine fussgänger und kein Gegenverkehr herrscht! wollen wir allen den Führerschein nehmen? wie wollen wir dann die zwangsaufgezwungenen weitererhalten wenn die Steuerzahler arbeit verlieren und nicht mehr zahlen wegen führerscheinentzug? es gehört manchen beamten der berufschein entzogen mit Entschädigung an geschädigte steuerbuggler!

  • ostern

    Ha, ha, ha….. und es wird fleißig mit Pestiziden durch die Gegend
    gesprüht.

  • kritiker

    Sowas nennt man Bauernschläue

    • meintag

      Jeder Landwirt besitzt an sich drei Autos und Traktoren. Überall auf den Kennzeichen ist BZ zu finden. Soll was heissen wenn am Bauernhof mit Landwirt Sieben „B“auern „Z“oggler zu finden sind.

    • realist

      Es sind Hinweisschilder u. keine Werbeschilder od. dergleichen u. sollen auch als solche dienen.
      Wer Infos haben will, wird sie lesen u. das ist der Sinn u. Zweck.
      Man kann alles zerreden u. jede Kleinigkeit kritisieren, aber den eigentlichen Zweck erfüllen sie sehr gut.
      Alles andere ist Kleinkramerei.

  • heinz

    Rettet uns vor dem Bauernbund!

  • ollaweilleiselber

    Sehr geehrter Herr goggile, Ihr Beitrag ist ein wunderbares Beispiel, wie man am Thema vorbeidiskutieren kann.
    Hat überhaupt einer der Schreiber verstanden worum es im Artikel geht?

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