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„Sie wollten ungeschützten Sex“

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Ohrfeigen und gewaltsamer Sex ohne Präservativ: Was die nigerianische Prostituierte, die zum Opfer der mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung in Welschnofen wurde, den Ermittlern berichtet hat.

Von Thomas Vikoler

Sie hält sich mittlerweile in Mailand auf, steht den Ermittlern aber weiterhin für Aussagen zur Verfügung. Denn die Erhebungen zur mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung in der Nacht auf vergangenen Freitag in einer Wohnung in Welschnofen sind bisher nicht abgeschlossen. So werden u.a. die Fotos ausgewertet, welche die Ermittler auf dem Handy eines der Tatverdächtigen fanden. Auf ihnen soll die nigerianischen Prostituierten zu sehen sein.

Die gegenüber der Bahnpolizei gemachten Aussagen der 27-jährigen Frau werden von der Staatsanwaltschaft und Voruntersuchungsrichter Emilio Schönsberg, der am Montag seinen Haftbefehl bestätigte, als glaubwürdig und kohärent eingestuft.

Die vier Tatverdächtigen – A.L., 39, H.G., 34, K.N., 25, und K.Z., 23, in den Provinzen Brescia und Belluno ansässig -, schwiegen beim Garantieverhör im Bozner Gefängnis. Gegenüber ihrem Pflichtverteidiger Mauro De Pascalis erklärten sie, die sexuellen Handlungen in dem Welschnofner Appartement seien einvernehmlich, also ohne Anwendung von Gewalt, erfolgt.

In der Anzeige, welche die Frau vor einer Woche am Sitz der Bahnpolizei am Bozner Bahnhof erstattete, steht etwas anderes: Sie sei von einem der Männer zunächst geohrfeigt und daraufhin zum ungeschützten Sex gezwungen worden. „Ich bestand darauf, dass ein Präservativ verwendet würde, der Mann wollte das nicht“, erklärte die Frau.

Hier beginnt für die Staatsanwaltschaft die Straftat der sexuellen Gewalt: Die Ohrfeigen und der Zwang zum ungeschützten Sex.

Danach sei sie, so gab die Frau zu Protokoll, nacheinander von drei weiteren Männern vergewaltigt worden. Und zwar nicht, wie von den Beschuldigten behauptet, in unterschiedlichen Zimmern, sondern in ein- und demselben Raum.

Für die Erfüllung des Tatbestandes der Gruppenvergewaltigung nach Strafrechtsartikel 609 octies reicht die Teilnahme von mehreren Personen an den strafbaren Handlungen – unabhängig davon, in welchen Räumen sie stattfinden.

Der Strafrahmen liegt zwischen sechs und zwölf Jahren. Offenbar gab es in diesem Fall eine unterschiedliche Rollenverteilung. Der Tatverdächtige, der die Prostituierte in Bozen/Kampill kontaktierte, war demnach der aktivste Akteur. Dann folgen die beiden Maurer-Kollegen, die kurz darauf in sein Auto stiegen, und mit ihm unter der Frau aus Nigeria nach Welschnofen fuhren. Der dort in der Wohnung wartende vierte Mann, der zunächst nicht an den sexuellen Handlungen teilnehmen wollte, könnte etwaig einen Anspruch auf Strafreduzierung haben. Weil er offenbar nicht an den „Vorbereitungen“ zur Straftat beteiligt war. Seine Kollegen sollen ihn, indem sie ihn beleidigten, zum Sex mit der Prostituierten gedrängt haben.

Am Freitagmorgen gegen 4.00 Uhr früh, als die Frau die Wohnung in Welschnofen verlassen wollte, ist es laut Anzeige zu weiteren gewaltsamen Handlungen gekommen. Den vier Kosovaren werden neben Gruppenvergewaltigung auch Freiheitsberaubung (in der Wohnung) und der Raub ihres Handys vorgeworfen.

Am Bozner Landesgericht wurden in den vergangenen Jahrzehnten zwei weitere Fälle von Gruppenvergewaltigung verhandelt: Jener gegen zwei Männer, die in einem Bauwerk in der Sill bei Bozen, zwei Tage lang eine Frau festhielten und sexuelle missbrauchten. Und jener gegen die beiden Südtiroler Unternehmer, die sich in einer Wohnung im Burggrafenamt wiederholt an einer jungen Rumänin vergingen. Die Männer haben ihre Haftstrafe mittlerweile abgesessen.

 

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Kommentare (16)

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  • franz

    Sie ( die Nigerianerin ) hält sich mittlerweile in Mailand auf. [..]
    Und arbeitet vermutlich als Prostituierte dort.?
    “Hier beginnt für die Staatsanwaltschaft die Straftat der sexuellen Gewalt: Die Ohrfeigen und der Zwang zum ungeschützten Sex.“ [..]
    Die strafbaren Handlungen sexuellen Gewalt sowie die Ausbeutung dieser Frauen beginnt bereits vorher, durch der Nigerianischen Zuhälter-Mafia.
    Deren Methoden abscheulich und grausig sind.
    Methoden mit der diese Frauen aus Afrika mit Ju Ju – Aielallà – Voudou Ritual von der Nigerianische Mafia zur Prostitution gezwungen werden.
    Methode der Nigerianischen Mafia
    http://www.lavocedeltrentino.it/2018/03/17/arrestati-a-trento-per-tratta-di-persone-e-favoreggiamento-allimmigrazione-alla-prostituzione-e-allaccattonaggio/
    Oder junge Frauen wie di 19 jährige Pamela Mastropietro aus Macerata von Nigerianischen Drogendealern ( übrigens ohne Aufenthaltsbewilligung ) zuerst mit Drogen fügig gemacht, vergewaltigt, anschließend mit Voudou, Aielallà – Ritual abgeschlachtet, zerstückelt in 2 Koffer verpackt in einen Straßengraben entsorgt.

  • goggile

    ungluecklicherweise gibt es hier keinen Artikel zum kuhstallskandal in wiesen. der noch gròsserer Skandal ist dass der besagte Bauer mit den Tieren weiterarbeiten darf. warum wird hier nicht das Strafrecht bei tiermisshandlung mit hohen Haftstrafen angewand? warum darf nach solch einem krassen fall von tierermordung ein tierunmensch, Tiere weiter halten? wer haftet, wenn sich der vorfall wiederholt? warum wurde erst so spàt alles ersichtlich? die michtanker kommen gewòhnlich täglich dann muessten doch bei soviel beamtenstruktur im lande wohl was aufgefallen sein. wer genau hat es genehmigt, dass dieser tierquàlende Bauer die Tiere weiterhaltn darf? schafft Organe die beamte kontrolliern, es ist hòcht an der zeit! und macht diese endlich haftbar bei Fehlentscheidungen und stellt nur Politiker unter der immunitàt! Politiker sind gewàhlte Volksvertreter, alles ander hat dem Gemeinwohl der Gemeinschaft zu dienen.

    • andreas

      Lass dich doch bitte mal auf deinen Dachschaden untersuchen.

      Der Bauer kümmert sich um die restlichen Tiere, bis sie versteigert werden, der Amtsarzt kontrolliert jeden Tag.
      Er darf 1 Jahr keine Tiere mehr halten und dann entscheidet der Amtsarzt, wie es weitergeht.
      Er hatte vor Monate auch Schlachtvieh umgestellt, der Milchwagen kam nicht mehr.

      Wenn du schon zu beschränkt zum Lesen bist, spar dir deine Hasstiraden.

      • goggile

        andreasTOLM, auch sie bitte nochmals in den kindergarten um zu verstehen, wann eine Person auf sie oder per du angesprochne wird, zweitens: MAHLZEIT BEIM SCHLACHVIEH, dirttens: sie stehen wohl fèr ein System das nach so einem fall nach 1 jähriger Aussetzung die Wiedererlangung der tierhaltung gestattet. seien sie einfach nur still und kommentieren sie andere forenkommentare sie naiver linksradikaler primitivling!

      • marting.

        der andreas war Stammkunde bei der Nigerianerin
        er bekommst es sonst nirgends und schon gar nicht umsonst

        • kurt

          @marting
          Ich glaube aber nicht das man bei seiner Partei so „klemmen“-sparen muss und umsonst und geschenkt ist bekanntlich ein großer Unterschied ,was bei Andreas zutrifft weiß ich nicht.

    • ollaweilleiselber

      Sehr geehrter Herr „goggile“
      Ihren Kommentar könnten Sie ja problemlos beim betreffenden Artikel über den Tierhaltungsfall anfügen. Bei der Gelegenheit könnten Sie vorher den Artikel lesen, sich in anderen Medien weiter über den Fall informieren und dann einen vernünftigen Kommentar schreiben. Meines Wissens kommt der „Milchtanker“ nicht zu einem Stall, in dem die Tiere ausschließlich zum Zwecke der Fleischerzeugung gehalten werden. Auch würden Sie dann wissen, dass die Tiere beschlagnahmt und zur Versteigerung freigegeben worden sind und der Bauer also nur vorübergehend die Tiere „beaufsichtigt“ und nicht „hält“, und das unter der täglich stattfindenden Kontrolle durch Dritte.
      Was die von Ihnen angesprochene Immunität der Politiker mit dem Fall zu tun hat erschließt sich mir leider nicht. Reizvoll finde ich Ihren Vorschlag, „Organe“ zu schaffen, welche die (laut Ihnen an der gesamten Weltmisere schuldigen) Beamten kontrollieren sollen, also fordern Sie weitere Beamte, oder hatten Sie bei den Kontrollorganen etwa an sich selbst und an Ihre Freunde als Kandidaten gedacht?

  • goggile

    es gibt seit kurzer zeit ein Strafrecht, dass bei tiermisshandlung sehr hohe strafen vorsieht, multipliyiert mit den Tieren die dort betroffen waren kann man bei Anwendung des gesetzes die Diskussion beenden. es muss nur angewand werden und nicht nur als heisse luft geblassen nach lust und laune.

  • exodus

    @goggile @andreas
    Hat da jemand das Thema verfehlt. Was hat „Sie wollten ungeschützten Sex“
    mit dem Kuhstalldelikt zu tun? Statt sich zu prostituiren, könnte man auch arbeiten gehen, da hat man diese Risiken nicht. Diese Straßendamen tun mir
    wirklich nicht leid, die sollen in Afrika bleiben! Wieso kommen sie alle nach Italien, nur hier arbeitet man in diesem Gewerbe steuerfrei und wird nicht kontrolliert, es ist zum Kotzen wie manche Gesetze umgangen werden.

  • wollpertinger

    „“Dann folgen die beiden Maurer-Kollegen, die kurz darauf in sein Auto stiegen, und mit ihm unter der Frau aus Nigeria nach Welschnofen fuhren.““ Wie haben die beiden wohl unter der Frau Platz gehabt?

  • tiroler

    sie wollte sich vor sex schützen und die anderen wollen ungeschützten sex.
    passt nicht zusammen. warum ist das arme mädchen denn mitgegangen?

  • ollaweilleiselber

    Der Kern des Problems sind weder die Prostituierten noch die Freier, sondern wenn schon dann die Zuhälter und die Menschenhändler.
    Verglichen mit anderen zivilisierten Ländern, in denen die Prostitution gesetzlich besser geregelt ist, haben wir in Italien absolut bigotte Zustände.
    Ich kann mir vorstellen, dass eine Edel-Prostituierte (ohne Zuhälter/in) lieber diesen Beruf ausübt als in einem Altersheim einem an Demenz erkrankten zehn mal am Tag die Windeln zu wechseln und sich dabei begrapschen zu lassen.

  • exodus

    Ich finde Ihre Aussage, dem Pflegepersonal in Altersheimen gegenüber, sehr
    respektlos. Diese Menschen arbeiten mit Liebe und Aufmerksamkeit für die
    Demenz kranken. In Zukunft werden solche Leute immer mehr gebraucht und
    ich bewundere die Hingabe des Pflegepersonals, denn auch ich hätte nicht die nötige Kraft dazu. Ich respektiere sie deshalb um so mehr!

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