Du befindest dich hier: Home » Wirtschaft » Die Warnung der Frächter

Die Warnung der Frächter

Für den 11. Mai wurde erneut eine Blockabfertigung in Österreich beschlossen. Die Warentransporteure im lvh warnen vor den Folgen dieser Maßnahme.

Die Blockabfertigungen in Österreich sind mittlerweile keine Ausnahme mehr, sondern lästige Gewohnheit für viele Warentransporteure. Und der nächste Termin steht schon: Am 11. Mai werden auf der Inntalautobahn wieder die Lkw gezählt und bei Erreichen der vermeintlichen Kapazitätsgrenze angehalten.

Die Südtiroler Frächter stellen sich bereits auf etliche Verspätungen ein. „Die Situation droht auf Dauer zur Gefahr für den gesamten Sektor zu werden. Während auf europäischer Ebene seit geraumer Zeit versucht wird, gleiche Bedingungen für alle Frächter zu schaffen – inklusive Eindämmung des Lohn- und Sozialdumpings – werden die italienischen Warentransporteure systematisch vom Rest Europas ausgeschlossen und erleiden so einen klaren Wettbewerbsnachteil“, erklärt Elmar Morandell, Obmann der Frächter im lvh

Elmar Morandell

„Wenn die Blockabfertigungen oder Transitverbote in gewissen Ländern fortgeführt werden, wird das dazu führen, dass die Betriebe unser Land verlassen“, so Morandell. Ohne einen erfolgreichen Warenaustausch würden der Import und Export nicht mehr funktionieren und schon bald müsse man dadurch mit einem Abbau von Arbeitsplätzen rechnen.

Morandell wird nicht müde zu betonen, dass es langfristige Lösungen für das Problem braucht: „ Da auch der Warentransport auf der Schiene letzthin durch internationale Bestimmungen verkompliziert wurde, könnte eine Möglichkeit darin bestehen, den Schwerverkehr in die Nachtstunden zu verlegen.“ Auf diese Weise könnte eine Verkehrsverminderung am Tag stattfinden, die Waren kämen pünktlich ans Ziel und die gesamte Wirtschaft würde davon profitieren.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
Clip to Evernote

Kommentare (9)

Lesen Sie die Nutzerbedingungen

  • thefirestarter

    önnte eine Möglichkeit darin bestehen, den Schwerverkehr in die Nachtstunden zu verlegen..

    … weil bekanntlich der Schwerverkehr in der Nacht ruhiger ist und weniger Abgase als am Tag produziert.

    • mannik

      Dabei geht es nicht um Lärm oder Schadstoffausstoß, sondern um die Verminderung des Verkehrsaufkommens am Tag und damit um weniger Staus…

      • thefirestarter

        Das ist mir klar, mir ging es darum zu zeigen, dass die Wirtschaft eben nur den Rubel, aber nicht die Auswirkungen auf die Menschen sieht.

        Wir sollen immer auf die Wirtschaft Rücksicht nehmen aber auf uns, wann nimmt die Wirtschaft auf uns Rücksicht?

  • wisoiundnetderfranz

    Das ist doch einfach nur mehr lächerlich.
    Wir müssen uns endlich alle wieder etwas entschleunigen und niemandem wird es schlechter gehen!

  • morgenstern

    Die Frage ist nur was importiert bzw. exportiert wird. Zum Beispiel werden Kartoffeln von Deutschland nach Italien gekarrt um Diese hier zu schälen und das wegen der niedrigeren Umweltauflagen in Italien.. Dann gehts wieder zurück nach Deutschland um daraus Pommes herzustellen die dann als Fertigprodukt wieder in Italien verkauft werden.
    Bei den Fertigpizzas ist die Sache noch eine Dimension eklatanter.

  • drago

    Wenn man Morandell anhört, dann scheint es, als ob nur italienische Frächter von der Blockabfertigung betroffen sind. Aber die Logik ist ein Optional, das niemand interessiert, wenn es um die eigenen Interessen geht.

  • drago

    PS Wie es aussieht, stehen die Frächter lieber im Stau als in der Blockabfertigung. Wahrscheinlich deswegen, weil beim Stau auch der Privatverkehr leidet und so die LKW in ihrem Frust nicht alleine sind. 🙂

  • gurgiser

    Ja, die guten „Frächtervertreter“ – ja, sollen sie ruhig von Salurn bis zum Brenner den Lkw-Transit (um den geht es ja ursächlich) in die „Nachtstunden“ verlegen. Dann stehen sie halt am Brenner (weil sie sich die doppelte Nachmaut von Brenner bis Schönberg „sparen“ wollen) oder in Schönberg (bis 05.00 Uhr Lkw-Nachtfahrverbot zum Schutz der Bevölkerung, der Berufskraftahrer und der lokalen Wirtschaftsbetriebe). Im Übrigen seit 1.12.1989. Genauso lange ignorieren die Landes- und Bundespolitiker südlich des Brennerpasses das Grundrecht auf Gesundheit – LÄRM MACHT KRANK – und hofieren stattdessen die Lkw-Transit-Lawine von Palermo bis Hamburg und retour, vornehmlich heute mit steuerschonend in EU-Oststaaten gemeldeten Fahrzeugen und Mitarbeitern („Lenkradlohnsklaven“).
    Fazit: Wer den Schutz der eigenen Bevölkerung und Wirtschaft hintanstellt und stattdessen den Lkw-Transit schützt, hat eben die Verhältnisse wie sie nun sind.
    LG
    Fritz Gurgiser
    Obmann Transitforum Austria-Tirol

Kommentar abgeben

Du musst dich EINLOGGEN um einen Kommentar abzugeben.

2013 ® © Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH/Srl - Alle Rechte vorbehalten. Impressum | AGB | Cookie Hinweis

Nach oben scrollen