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FCS ist Vize-Meister

Der FC Südtirol steht nach dem dritten Sieg in Folge gegen Mestre als Vize-Meister im Viertelfinale der Play-Offs.

Vor ca. 2500 Zuschauern in einem restlos gefüllten Drususstadion endet die Meisterschaft für den FC Südtirol in einem Triumph: Die Jungs von Mister Zanetti schlagen Mestre, holen sich damit ihren dritten Sieg in Folge und beenden die Regular Season somit auf dem zweiten Tabellenplatz. Es ist das beste Serie-C1-Ergebnis der Vereinsgeschichte. Dank des Vize-Meistertitels greifen Fink und Co. erst in den Final Eight – also dem Viertelfinale – der Play-Offs ein, die am 30. Mai (Hinspiel) und dem 3. Juni (Rückspiel) ausgetragen werden.

MATCH PREVIEW.
Nach zuletzt zwei Siegen in Folge (und deren drei aus den letzten vier Spielen) trifft das Team von Mister Zanetti – das am letzten Wochenende zu Sambenedettese und Reggiana nach Punkten aufschloss und somit den Sprung auf Platz zwei schaffte – vor heimischem Publikum im Drususstadion auf Mestre, das zurzeit auf dem zehnten Tabellenplatz liegt und sich somit die Play-Off-Qualifikation noch erspielen muss, nachdem der Mannschaft unter der Woche zwei Punkte als Strafe abgezogen wurden.
Kapitän Fink und Co. sind auf der Jagd nach den drei Punkten, um den dritten Tabellenplatz endgültig klar zu machen – das haben die Jungs von Zanetti selbst in der Hand, wäre dieser – bei gleichbleibender Tabellensituation – doch mit einem Sieg gegen Mestre Realität. Als Tabellendritter würde man die ersten beiden Play-Off-Runden überspringen und erst im Achtelfinale derselben eingreifen.
Doch die (konkrete) Hoffnung besteht, dass man in den letzten 90 Minuten der Meisterschaft sowohl Sambenedettese als auch Reggiana hinter sich lässt und im Endklassement auf Platz 2 landet. Am letzten Matchday steigt also ein Fernduell der drei Teams um den Vize-Meistertitel. Wird dieser für den FCS Tatsache, dann würden die Weiß-Roten gar erst im Viertelfinale der Play-Offs eingreifen: Das Hinspiel der Runde der letzten Acht wird am 30. Mai stattfinden, das Rückspiel am 3. Juni.
Gegen Mestre – mit den Ex-FCS-Spielern Spagnoli und Zecchin, die beide von der Reservebank starten – muss Mister Zanetti einzig auf den verletzten Baldan verzichten. Der Trainer der Weiß-Roten vertraut auf die gleiche Startelf, die letzten Sonntag Ravenna besiegen konnte: Candellone startet erneut an der Stelle von Costantino.

LIVE MATCH.
Energischer Beginn der Mannen von Zanetti, die in der 4. Minute bereits das erste Mal gefährlich wurden: Berardocco mit einem grandiosen Lochpass in den Sechzehner zu Gyasi, der – aus spitzer linker Position – zum Schussversuch ansetzte – Favaro war zur Stelle.
Die Weiß-Roten waren sofort hellwach, übten reichlich Druck aus und kamen nur eine Minute später zur frühen Führung: Nach einem Getümmel im Anschluss an einen Eckball berührte Beccaro im Strafraum der Gäste den Ball mit der Hand, es gab richtigerweise Elfmeter für den FCS. Candellone trat an und verwandelte den Strafstoß eiskalt ins rechte untere Eck. Es war sein vierter Saisontreffer, sein dritter aus den letzten beiden Spielen.
Auch in der Folge blieb der FCS am Drücker, man ließ die Gäste aus Mestre nur schwer atmen: In Minute 24 brachte Fink eine Ecke in die Mitte und fand den Kopf von Erlic – dessen Kopfstoß fiel aber etwas zu zentral aus, Favaro hielt im Nachfassen.
Nur eine Minute später die nächste Möglichkeit für die Hausherren, die in dieser Anfangsphase wie entfesselt aufspielten: Candellone wurde super in die Tiefe geschickt, von der rechten Seite schaute er kurz auf und sah in der Mitte Gyasi, den er klasse bediente. Die Nummer 17 kam zwar vor Favaro an den Ball, der Keeper der Gäste war jedoch gerade noch im richtigen Moment draußen und unterband den Schussversuch des Italo-Ghanaers.
Es dauerte 29 Minuten, bis Mestre das erste Mal gefährlich wurde: Nach einer Ballstaffette fasste sich Beccaro mit dem Außenrist aus 20 Metern ein Herz, sein Schuss ging jedoch über den Kasten von Offredi.
Vier Minuten später hatten die Gäste die Riesenchance auf den Ausgleich: Am Rande des Fünfmeterraums kam Beccaro plötzlich an den Ball und feuerte aus unmittelbarer Distanz einen strammen Schuss ins kurze Eck ab. Offredi klärte mit einem herausragenden Reflex zur Ecke.
Dann aber wieder die Weiß-Roten – und wie: Broh spielte in Minute 38 im Strafraum auf rechts Tait frei, dessen scharfe Flanke in die Mitte kam optimal zu Frascatore, der das Spielgerät aus gut zehn Metern aber weit drüber legte.
Dann passierte nicht mehr viel, Schiri Cipriani pfiff nach einer Minute Nachspielzeit zum Pausentee. Der FCS zeigte bärenstarke erste 45 Minuten und führte hochverdient mit 1:0.

Die zweite Halbzeit begann ebenso furios wie die erste, dieses Mal dauerte es jedoch keine 60 Sekunden, bis die Weiß-Roten gefährlich wurden: Frascatore brachte von der linken Außenbahn eine scharfe, flache Flanke in die Mitte, wo Broh herangelaufen kam und abzog, mit seinem Schussversuch jedoch nur einen Verteidiger von Mestre traf.
In Minute 53 waren dann zum ersten Mal nach dem Seitenwechsel die Gäste zu sehen: Martignago wurde per Lochpass im Strafraum der Hausherren freigespielt, er drehte sich und zog ab – traf aber nur das Außennetz.
Ab der 74. Spielminute waren die Hausherren nur noch zu zehnt: Der nur vier Minuten vorher gelbverwarnte Gyasi leitete eine Flanke von Costantino mit der Hand ins Tor. Für diese Aktion sah er folgerichtig seine zweite gelbe Karte und flog mit gelb-rot vom Platz.
Mestre kam nun offensiver und gefährlicher auf und brachte die Südtiroler Verteidigung mächtig ins Wanken. Zu zwingenden Abschlüssen kam es aber nicht, deshalb musste ein Weitschuss des frisch gekommenen Ex-FCS-Spielers Zecchin aus 30 Metern her. Offredi aber war auf der Hut.
Die Gäste blieben am Drücker, die Weiß-Roten schafften es aber immer wieder, durch Entlastungsangriffe Zeit zu gewinnen. Immer wieder blockte ein Südtiroler Bein oder Fuß Flankenversuche der Akteure von Mestre ab.
Auch in der Nachspielzeit war man zu Defensivarbeit gezwungen, nach vier langen Minuten obendrauf war aber Schluss: Die Jungs von Mister Zanetti besiegten Mestre mit 1:0, holten sich somit den dritten Sieg in Folge und – noch wichtiger – den Vize-Meistertitel. Die Final Eight – also das Viertelfinale – der Play-Offs werden am 30. Mai und 3. Juni ausgetragen.

FC SÜDTIROL – MESTRE 1:0 (1:0)
FC SÜDTIROL (3-5-2): Offredi; Erlic, Sgarbi, Vinetot; Tait, Broh, Berardocco (78. Zanchi), Fink (58. Smith), Frascatore; Candellone (58. Costantino), Gyasi
Auf der Ersatzbank: D’Egidio, Bertoni, Cia, Cess, Boccalari, Oneto, Gatto, Heatley Flores, Berardi
Trainer: Paolo Zanetti
MESTRE (3-4-3): Favaro; Stefanelli (83. Rubbo), Perna, Politti; Lavagnoli, Casarotto (83. Zecchin), Boscolo, Fabbri; Martignago (78. Spagnoli), Sottovia, Beccaro (72. Neto Pereira)
Auf der Ersatzbank: Zironelli, Gagno, Kirwan, Boffelli, Mordini, Bonaldi, Gritti, Stensson
Trainer: Mauro Zironelli
SCHIEDSRICHTER: Nicolò Cipriani aus der Sektion Empoli (Die Assistenten: Rondino, Lenza)
TOR: 1:0 Candellone (5., Handelfmeter)
ANMERKUNGEN: Später Nachmittag, zuerst regnerisch, dann sonnig, ebenso teils windig. Milde Temperaturen. Circa 2500 Zuschauer.
Gelb-Rot: Gyasi (74.)
Gelbe Karten: Erlic (FCS, 69.), Gyasi (FCS, 70.), Stefanelli (MES, 81.), Zecchin (MES, 89.), Smith (FCS, 90. + 1)

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Kommentare (7)

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  • besserwisser

    der einzige verein der die ethnischen grenezen sprengt und so fast südtirol eint ist der hcb.

  • tiroler

    Wer sind ausser Fink und Cia eigentlich noch Südtiroler?

    • realist

      Südtirols Fußball wird erst große Fußballer hervor bringen, wenn nach Höerem gestrebt wird u. die Kleinkariertheit Nebensache wird.
      Serie B kann man nicht spielen, wenn man über den eigenen Tellerrand nicht hinaus sieht.
      Jeder Sport lebt von Vorbildern u. die entstehen nur, wenn man auf höchstem Level mitkämpfen kann.
      Es ist auf jedem Fall besser, wenn Leute sich für die Weiterentwicklung des heimischen Fußballs auf diese Weise bemühen, als sich mit Mittelmaß im Sport zufrieden zu geben.

      • kurt

        Ich sehe FCS aber wenig bis gar kein Südtirol außer die verschwendeten Steuergelder für Versorgungsposten.

        • realist

          Schauen sie sich mal die ganze Jugendarbeit im FCS an, die weit über die Landesgrenzen hinaus geschätzt wird.
          Um die Kampfmannschaft mit mehr Südtiroler Spieler zu besetzen, braucht es eine lange, intensive und professionelle Vorlaufzeit.
          Wenn man dann aber gleichzeitig ganz oben mitspielen will, kann nur die Leistung jedes einzelnen Spielers zählen, die eben momentan nicht mit mehr Südtiroler Spielern möglich ist.

  • prof

    @tiroler
    Ein bischen nachdenken,Fabian Tait ist Salurner,als tiroler müsste man wissen,daß Salurn zu Südtirol gehört.
    Wenn mir einer sagen kann bei welcher Profi-Mannschaft nur Einheimische Spieler spielen so lasse ich mich gerne belehren und wo würde der HCB stehen nur mit Einheimischen Spielern?

  • prof

    @ kurt
    Wenn du dies nur beim FCS siehst,so bist du wohl blind.

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