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Taufers im Glück

Es kommt nicht häufig vor, aber manchmal geschieht es doch, dass eine Gemeinde in den Genuss einer Erbschaft oder Schenkung kommt. Taufers i. Münstertal darf sich derzeit gleich doppelt freuen.

von Karin Gamper

„Soweit ich mich entsinne“, sagt Roselinde Gunsch Koch nach einer kurzen Nachdenkpause, „ist es das erste Mal, dass die Gemeinde Taufers mit einer Erbschaft oder Schenkung bedacht wird.“ Die Bürgermeisterin der Vinschger Grenzgemeinde darf sich derzeit gleich über zwei solcher Glücksfälle für die Allgemeinheit freuen.

Ein kürzlich verstorbener Bürger, der alleinstehend war und offenbar ohne nähere Verwandtschaft, hat seiner Heimatgemeinde sein Wohnhaus mit Garten vererbt. Die Gemeindeverwaltung wurde vor Ostern darüber informiert, dass sie im Testament des verstorbenen Tauferers bedacht worden war.

„Ich war sehr überrascht, als ich davon erfahren habe“, sagt Roselinde Gunsch Koch auf Anfrage. Der Bürger sei in Taufers geboren und aufgewachsen und habe dort bis vor wenigen Jahren auch gelebt. In letzter Zeit sei er im Seniorenheim in Schluderns untergebracht gewesen. Ende vergangenen Jahres sei er dann in fortgeschrittenem Alter verstorben.

„Er hatte meines Wissens nicht übermäßig viel Kontakt zum Dorf selbst und ich war daher überrascht, dass er an die Gemeinde gedacht hat“, sagt die Bürgermeisterin, und fügt hinzu: „Er hat sich offenbar dennoch Gedanken darüber gemacht, wie er sein Erbe sinnvoll einsetzen kann“. Dabei habe er nicht nur an die Gemeinde gedacht. Dem örtlichen Fischereiverein habe er sein Fischrecht im Rambach vererbt, und auch dem Brauntierzuchtverband habe er einen kleineren Teil seines Erbes hinterlassen.

Allerdings gibt sich Roselinde Gunsch Koch auch noch etwas vorsichtig: „Das Testament wurde erst kürzlich veröffentlicht und es kann durchaus sein, dass sich noch Erbberechtigte melden“. Die Gemeinde wird sich erst nach der endgültigen Klärung dieser Frage Gedanken über die künftige Verwendung des Wohnhauses machen, das möglicherweise verkauft oder für einen öffentlichen Zweck genutzt werden könnte.

Doch damit nicht genug.

Ein weiterer Bürger von Taufers i. Münstertal, der seit vielen Jahren in der Schweiz lebt, möchte der Gemeinde zwei Wiesen schenken. „Dieser Herr ist bereits über 80 Jahre alt und er möchte diese Grundstücke nicht verkaufen, da es für ihn zu umständlich ist“, erklärt die Bürgermeisterin. Der großzügige Schenker wolle sie daher an die Gemeinde übergeben.

Allerdings ist an die Schenkung die Bedingung geknüpft, dass die Gemeinde im Gegenzug eine Spende für einen sozialen Zweck tätigt.

Aus diesem Grund werden die beiden Wiesen derzeit geschätzt.

 

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