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„Es war die Hölle“

Tommaso Piccioli (FotoL LinkedIn)

Der Bozner Architekt Tommaso Piccioli hat die Walliser Bergtragödie überlebt. Er sagt, er habe für seine Kameraden nichts tun können. DAS VIDEO.

Tommaso Piccioli sagte am Dienstagmorgen in einem Telefongespräch mit einem Freund:

„Ich wusste nicht, was die Hölle ist, aber jetzt weiß ich es.“

Der Bozner Architekt ist einer der Überlebenden der Bergtragödie in den Schweizer Alpen.

Drei Bozner – Gabriella Bernardi, Marcello Alberti und Elisabetta Paolucci – sind ums Leben gekommen, erfroren auf rund 3100 Metern Meereshöhe.

In einem VIDEO der italienischen Bergrettung ist zu sehen, welch widrige Bedingungen am Berg geherrscht haben.

Tommaso Piccoli erzählte, dass er seine drei Bergkameraden am Berg habe zurücklassen müssen. Er habe versucht, sie wach zu halten, mit ihnen zu reden.

Er erzählt:

„Wir waren alle beisammen, wir saßen im Schnee, es war unmöglich, in dieser Höhe einen Unterschlupf zu finden. Es wehte ein starker Wind, 50 Stundenkilometer. Die 0 Grad, die herrschten, fühlten sich wie minus 20 an. Das einzige, was man in so einer Situation tun kann, ist, sich zu bewegen, damit der Kreislauf nicht zusammenbricht und um die Körpertemperatur zu halten.“

Mit der Zeit habe er sich mit der Situation abgefunden, erzählt Piccioli. „Ich habe gesehen, wie meine Freunde, die zuvor noch gesessen waren, sich niedergelegt haben. Ich konnte nichts für sie tun.“

Seine Freunde seien eingeschlafen.

 

 

 

 

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (2)

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  • hubi

    es ist schlimm, wenn man für Freunde nichts mehr tun kann und die Lage aussichtslos ist. Wer so eine Situation überlebt, weiß, dass ihm das Leben geschenkt ist.

  • robby

    Mit funktioneller statt modischer Kleidung, der richtigen Ausrüstung (auch eine oder zwei Alu-Decken) und der notwendigen psychischen Stärke lässt sich auch eine solche Situation überleben. Weg von der dem Wind ausgesetzten Stelle, Windschutz aus Steinen und Schnee bauen, Füße zum Warmhalten in den Rucksack geben und alles an Ersatzwäsche anziehen. Mein Bergkamerad und ich haben eine ebensolche Nacht am Tisenjoch (nahe der Ötzifundstelle) überlebt.

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