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Protestbrief an Österreich

Foto Autobahn: Leonhard Angerer

Das italienische Transportministerium hat wegen der Tiroler Blockabfertigungen ein offizielles Protestschreiben an Österreich geschickt – und die EU-Kommission eingeschalten.

von Heinrich Schwarz

Die jüngste Lkw-Blockabfertigung am Donnerstag am Grenzübergang in Kufstein hatte es in sich. Weil nur 250 bis 300 Lkw pro Stunde in Richtung Tirol durchgelassen wurden, kam es in Bayern zu einem Rückstau von bis zu 50 Kilometern. Sogar in Tirol kam es trotz Blockabfertigung zu Staus.

Das bestärkt Landeshauptmann Günther Platter umso mehr, an den Blockabfertigungen festzuhalten, um einen Verkehrskollaps zu vermeiden die Versorgungs- und Verkehrssicherheit in Tirol an verkehrsreichen Tagen möglichst zu garantieren. Von Januar bis März habe es bereits eine 13-Prozent-Steigerung des Lkw-Verkehrs gegenüber dem Vorjahr gegeben.

Platter fordert Solidarität von den Nachbarländern. Ziel müsse es sein, den Umwegtransit über die Brennerroute einzudämmen und zusätzlich mehr Lkw auf die Schiene zu verlagern. Das schaffe man nur gemeinsam.

Nicht nur in Bayern verstärkt sich aber der Widerstand gegen die eigensinnige Tiroler Maßnahme. Auch Italien reicht es jetzt. Das Transportministerium hat dem österreichischen Botschafter in Rom, René Pobitzer, einen Protestbrief geschickt.

Durch die Blockabfertigungen werde die Rückkehr vieler italienischer Lkw von der Grenze zu Deutschland beträchtlich gebremst – „mit gravierenden Auswirkungen für die Frächter und den Handelsverkehr. Laut einer ersten Schätzung legten die Fahrzeuge in vier Stunden 17 Kilometer zurück.“ Auch sorge der Rückstau für einen Anstieg der Luftverschmutzung.

Das Ministerium weiter: „Beim Verkehrsgipfel in München am 5. Februar 2018 wurde vereinbart, Maßnahmen zur Verkehrsregulierung in koordinierter Weise zu ergreifen und in angemessener Form mitzuteilen. Die Blockabfertigung erscheint gegen das EU-Recht zum freien Waren- und Dienstleistungsverkehr und zum Verbot von verkehrslimitierenden Maßnahmen zu verstoßen. Deshalb haben wir die EU-Kommission informiert. Zudem erscheint die Maßnahme nicht dem Geist der Vereinbarungen von München zu entsprechen.“

MEHR ZUM THEMA LESEN SIE IN DER SAMSTAG-AUSGABE DER TAGESZEITUNG.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (19)

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  • andreas

    Da meint wohl einer ein internationales Problem mit Insellösungen beseitigen zu können.
    Die Tiroler sollen sich mit den betroffenen Ländern an einen Tisch setzen und eine für alle tragbare Lösung suchen und mit diesem Egoismus aufhören.
    Und dass Anwohner neben der Autobahn durch Lärm und Luftverschmutzung belastet sind liegt daran, dass sie neben der Autobahn wohnen.

    • yannis

      >>>Und dass Anwohner neben der Autobahn durch Lärm und Luftverschmutzung belastet sind liegt daran, dass sie neben der Autobahn wohnen.<<<

      Wer war zuerst da, die Anwohner oder die Autobahn / die LKW´s ????

  • tiroler

    Jede Seite hot ihre Argumente, ok.
    Ober so konns net gean, oanfoch zuesperrn mein lueber Platter! Versetz di amol in die Log der LKW Fohrer.
    Zuerst miasn Alternativn her

    • yannis

      >>>Ober so konns net gean, oanfoch zuesperrn mein lueber Platter! Versetz di amol in die Log der LKW Fohrer<<<

      für den LKW Fahrer ist es einerlei ob er nördlich von Kufstein im Stau steht, oder bei keiner Blockabfertigung irgendwo weiter südlich.
      Das Problem ist, zu wenig Autobahn für zu viel LKW oder ZUVIEL LKW die unsinnige bzw. ÜBERFLÜSSIGE Transporte, wie z.B. Schweinefleisch aus DE, NL, DK nach Südtirol zur Veredelung zu karren und später wieder genau zu den oben genannten Orten zurück zu kutschieren.

      • tiroler

        Seit wann ist „veredelung“ unsinnig?

        • yannis

          Veredelung ist sicherlich nicht unsinnig ! NUR die Transporte über 2000 Kilometer, wo es durchaus mit 200 Kilometern ausreichen würde sind UNSINNIG !
          Dieser famose Speck ließe sich auch irgendwo zwischen Niedersachsen (Schweinmäster) und Mülheim Ruhr (Aldi Zentrallager) oder Neckarsulm (Lidl) herstellen, die Technik und Gewürze dazu kommen ohnehin auch aus DE.

          Dies NUR ist ein Beispiel von vielen

          • tiroler

            Dann würden die Südtiroler Speckproduzenten nochts verdienen!
            Übrigens, lebst du nicht von der Wirtschaft?

  • george

    Nicht die Maßnahme der Blockabfertigung der Tiroler ist eine „Insellösung“, sondern die Brennerroute mit Umwegverkehr und Billigtransporte zu blockieren ist eine Präpotenz der umliegenden Länder. Und ‚andreas‘ soll zur Strafe seiner blödsinnigen Bemerkung zum Zwangswohnen an der Brennerautobahn verdammt werden. Dann kann er endlich fühlen, was Gesundheit bedeutet.

  • guenter

    Wenn die Italiener und die Bayern glauben dass nach „einen Tag“ Fahrverbot ein
    LKW Rückstau von „50km“ auf bayrischer Seite normal ist und unter die Rubrik
    freier Warenverkehr fällt, dann kommen mir schon Zweifel an der geistigen Eignung dieser sogenannten Wirtschaftsfachleute.
    Und die Frächter sollte eher ruhig sein, man sehe sich einmal den Parkplatz Satobre in Sterzing an einem Wochenende an, es ist eine Schande wie die Fahrer dort hausen müssen. Das ist Sklaverei pur und hat absolut nix mit freier Wirtschaft oder Warenverkehr zu tun.
    Einzig Platter ist es, der etwas für die Bevölkerung übrig hat

  • antonpalfrader

    Dass Andreas ein „Ramml“ ist, hat er schon öfters bewiesen. Jemandem praktisch vorwerfen, neben der Autobahn zu wohnen ist schon allerhand. Mir liegen die Anwohner der Autobahn am Herzen, das muß ein Horror sein, neben der Autobahn, speziell bei bestimmten Wetterlagen.
    Möchte nicht wissen, mit welchen „Marketingmethoden“ die Frächter es geschaft haben, zum Status Quo überhaupt zu kommen. Die Eisenbahn, mit Ausnahme der „Frecce“, wurde in Italien systematisch ausgehungert. Und die Lagerhallen der Produzenten sind ja jetzt die Autobahnen.

  • guenter

    Es ist eine Frechheit wenn sich Deutsche und Italienische Politiker über die Blockabertigung bei der EU beschweren, es zeigt, dass den dort verantwortlichen Politikern die dort lebende Bevölkerung vollkommen egal ist. 50km Rückstau nach nur einen Feiertag empfinden diese Leute vermutlich auch noch normal.
    In 15 Jahren habe ich den Brenner ca 1600 mal mit dem PKW überquert, so schlimm wie es die letzten 3 Jahre geworden ist war es noch nie.
    Einzig der Tiroler Platter hat anscheinend etwas für die Bevölkerung übrig,
    sonst würde er sich auch nicht so einsetzen.
    Die Frächter die hier auch die große Lippe riskieren, sollten ganz ruhig sein, sind sie doch die größten Sklavenhändler der Neuzeit. Einmal an einem Wochende die Satobre in Sterzing besuchen, dann wissen Sie was ich meine

  • rambo

    Herr Günther Platter lassen sie sich nicht unterkriegen.

  • der_brottler

    Tiroler Politikern ist die Gesundheit und die Unversehrtheit der Bevölkerung noch ein Anliegen, unsere Politiker sind die Marionetten der Transportlobbys…..

  • yannis

    tiroler 29. April 2018 um 00:02 Uhr

    Dann würden die Südtiroler Speckproduzenten nochts verdienen!
    Übrigens, lebst du nicht von der Wirtschaft?

    Na und, diese „Speckproduzenten“ müssen ihre Betriebe nicht unbedingt in Südtirol haben und könnten auch wirtschaftlich profitieren, wenn sie ihre Betriebe nahe am Verbraucher betreiben würden, weil dann der unsinnige und sicherlich nicht kostenlose Transport entfiele.
    Ja auch ich lebe von Wirtschaft, aber nicht, oder Gott sei dank vom überflüssigen spazieren fahren der Produkte die mir mein Brot sicher stellen.

  • george

    @tiroler
    Ich arbeite für die Wirtschaft und die Wirtschaft lebt von mir und nicht umgekehrt. Auch meine Steuern gehen zum Großteil wieder in die Wirtwschaft. Somit habe ich das Recht auch von Wirtschaft gbesunde Lebensgrundlagen und Lebensumstände einzufordern. ‚Tiroler‘ und viele andere, die hier so unsinniges Zeug schreiben, haben anscheinend noch nicht verstanden, was gut „wirtschaften“ und gute wirtschaftliche Bedingungen schaffen heißt. Die Bevölkerung rundum mit unsinnigen Transporten zu belasten und gesundheitlich zu schädigen kann man sicher nicht als ordentlich wirtschaften bezeichnen.

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