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Die Hausmänner

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Das Land zahlte im Vorjahr über 74 Millionen Euro an finanziellen Unterstützungen für Familien aus. Davon gingen fast 150.000 Euro an 115 Väter, die zu Hause blieben.

von Heinrich Schwarz

Wer eine Familie gründet, hat in Südtirol Anrecht auf verschiedenste Beiträge und Unterstützungen. Der Überblick geht dabei schnell verloren, vor allem aufgrund der neuen staatlichen Förderungen wie Babybonus, Mamabonus oder Kinderbetreuungsbonus.

Am Mittwoch präsentierte Familienlandesrätin Waltraud Deeg zusammen mit ihrer Ressortdirektorin Carmen Plaseller und ASWE-Direktor Eugenio Bizzotto die neuesten Zahlen und Fakten zu den Familiengeldern, die auf Landesebene ausgezahlt werden. „Während der Staat mit seinen jährlichen Ausschüttungen kurzfristig agiert, stehen für uns vor allem Planbarkeit und Sicherheit für die Familien im Vordergrund“, sagte Deeg.

Im Vorjahr flossen rund 74 Millionen Euro direkt vom Land an Südtirols Familien. Das ist etwas mehr als die Hälfte des gesamten Familienbudgets. Die Summe ist seit der Verdoppelung des Landesfamiliengeldes vor fünf Jahren konstant.

Den größten Anteil an finanziellen Mitteln hat mit 35,1 Millionen Euro das (einkommensabhängige) ehemalige Familiengeld der Region, das Anfang 2018 zum Landeskindergeld wurde und im Vorjahr 28.699 Südtiroler Familien zugute kam. An zweiter Stelle folgt mit 33,8 Millionen Euro das Landesfamiliengeld (monatlich 200 Euro pro Kind), das Familien mit Kindern bis zum dritten Lebensjahr beanspruchen können.

Das Landesfamiliengeld+ schlägt mit 148.400 Euro in geringerem Ausmaß zu Buche. An diese Förderungsmaßnahme ist die Auflage gebunden, dass auch der Vater seinen Teil der Elternzeit beansprucht. 115 Väter taten dies im Vorjahr: Sie blieben im Schnitt 2,4 Monate zu Hause und wurden mit durchschnittlich 1.270 Euro unterstützt. Waltraud Deeg will diese Förderung im Sinne einer „aktiven Vaterschaft“ weiter forcieren.

Über 1,1 Millionen Euro wurden zur Unterstützung der rentenmäßigen Absicherung der Erziehungszeiten ausbezahlt. Die Ansuchen nehmen ständig zu: von 443 im Jahr 2013 auf 1.353 im Vorjahr. Es wird deshalb zu einem Anstieg der öffentlichen Ausgaben in diesem Bereich kommen.

Der Landesrätin ist das recht: „Ein wichtiger Leitsatz unserer Familienpolitik ist es, Chancengleichheit zu sichern und Armut zu vermeiden. Mit der Anhebung der Beiträge für die rentenmäßige Absicherung der Erziehungszeiten gehen wir einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung.“

Auch das staatliche Familiengeld (2,7 Millionen Euro) und das staatliche Mutterschaftsgeld (eine Million) werden aus dem Landeshaushalt bezahlt.

Am Mittwoch wurden weiters Zahlen zu weiteren Leistungen für Familien vorgestellt. Eine Zusammenfassung: Im Vorjahr schüttete die Familienagentur 2,3 Millionen Euro für Projekte der Eltern- und Familienbildung aus, es gab 1.100 Beratungen durch das Elterntelefon, und knapp 4.000 Kleinkinder wurden von 243 Tagesmüttern, in 67 Kitas oder in einem der 14 Kinderhorte betreut (Betreuungsquote von 23,6 Prozent).

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird auch von 68 Unternehmen besonders vorangetrieben, die das Audit „familieundberuf“ absolvierten und ihren Mitarbeitern damit familienfreundliche Maßnahmen anbieten.

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Kommentare (7)

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  • noando

    zu viel bürokratie? wenn mir jemand sagt: für 80 Euro pro monat mach ich mir nicht die mühe, dann ist ihm nicht zu helfen! wenn ein termin bei einem patronat und ev ein-zwei stunden aufwand für fast 1.000 euro im jahr zu viel sind, dann bitte liebe kritiker, legt die füße hoch, aber seid still! und nicht beim thema familien-förderung allgemein von „… mehr netto für alle …“ argumentieren.

    „… bei ausländer geht das viel einfacher …“ – nein, auch die haben die ansuchen inklusive unterlagen zu stellen. denen ist der behördengang aber nicht zuwider.

    wenn, dann sind die gesetzlichen voraussetzungen für beiträge (und die daraus entstehende beitragssummen), für die jeweilige bevölkerungskaste zu prüfen bzw. zu überarbeiten. die kontrollen des gesamtvermögens, der einkommenserklärung, usw (was als „… hose runter lassen …“ bezeichnet wird), sind eingeführt worden, da in der vergangenheit von allen antragsstellern, sei es tiroler oder neu-tiroler, zu viel falschangaben (mittels eigenerklärungen) gemacht wurden.

    @ernam – habe ich hier auch schon einmal angeführt: die anpassung des privaten sektors wäre der wichtigste schritt! in der privatwirtschaft tätige frauen sind nicht frauen zweiter klasse! die zusätzliche vaterschafts-karenz ist ein kaiser-schmarrn! die zeit wird nicht zu den beitragsjahren gezählt und es werden keine sozialabgaben bezahlt. das bedeutet, der vater wird die zeit am ende seiner puggler-laufbahn zusätzlich arbeiten, und somit die sozialabgaben (welche dann normalerweise auch höher sind) auch zahlen. für das steueramt unterm strich eine höhere einnahme.

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