Du befindest dich hier: Home » Chronik » „Der Spuk hat ein Ende“

„Der Spuk hat ein Ende“

Thomas Sigmund ist am Montag in der Causa der Meraner Jugendvereine Jungle und Strymer voll freigesprochen worden. Jetzt könnten Schadenersatzklagen folgen.

Thomas Sigmund ist nun auch im letzten verbliebenen Strafverfahren freigesprochen worden.

Sieben Jahre nach den Ereignissen wurde Thomas Sigmund am Montag von einem Richtersenat unter Vorsitz von Carlo Busato (Berichtet: Stefan Tappeiner und Ivo Perathoner) von allen Anklagepunkten freigesprochen. „Ich bin sehr erleichtert“, so Thomas Sigmund am Abend gegenüber TAGESZEITUNG Online.

Die Vorgeschichte ist bekannt:

Die Staatsanwaltschaft Bozen warf dem inzwischen 49jährigen Meraner Publizisten mehre Straftaten in Zusammenhang mit der Führung und Verwaltung der Meraner Jugendvereine „Jugend Aktiv“ und „Streetwork & Mobile Jugendarbeit“ vor. Der Verein Jugend Aktiv führt in Meran bis heute das Jugendzentrum Jungle und der Streetworkverein „Strymer“ wurde 2006 von 9 Jugenddiensten und Jugendzentren gegründet, um im Burggrafenamt flächendeckend einen effizienten Streetworkerdienst für Jugendliche anzubieten.

Nachdem Sigmund im Februar 2011 von einem ehemaligen Mitarbeiter beschuldigt wurde, nahm die Staatsanwaltschaft Bozen Ermittlungen auf.

Sigmund wurde vorgeworfen, in beiden Vereinen Gelder veruntreut und unterschlagen zu haben. Insbesondere wurde Sigmund beschuldigt, von Juni 2009 bis Januar 2011 zu Unrecht monatliche Zahlungen für seine Tätigkeit als Verwaltungsleiter des Jugendzentrums Jungle bezogen zu haben. Die Staatsanwaltschaft Bozen hielt die gleichzeitige Funktion als ehrenamtlicher Präsident und als bezahlter Verwaltungsleiter für unvereinbar und ungesetzlich.

Nachdem die Tätigkeit Sigmunds als Verwaltungsleiter nicht direkt bezogen wurde sondern über Rechnungen einer Beratungsfirma abgerechnet wurde und diese Rechnungen auch in den Abrechnungen von Gemeinde- und Landesbeiträgen aufscheinen, ging die Staatsanwaltschaft Bozen zudem von erschwertem Beitragsbetrug aus.

In einem aufwändigen Verfahren konnte Thomas Sigmund zusammen mit seinen Strafverteidigern Marco Ferretti und Bonifacio Giudiceandrea den Nachweis erbringen, dass alle ihm zur Last gelegten Anklagepunkte ungerechtfertigt und falsch sind.

Am Montag kurz vor 17.00 Uhr fiel am Landesgericht in Bozender Urteilsspruch.

Der dreiköpfige Richtersenat sprach Thomas Sigmund von allen Anklagepunkten (Betrug an der öffentlichen Hand, Veruntreuung und Unterschlagung) mit der Höchstformel „weil die Straftaten nicht begangen wurden“ frei.

Thomas Sigmund kündigt jetzt Schadenersatzklagen an.

Der Publizist zu TAGESZEITUNG Online:

Der schlimmste Spuk in meinem Leben ist nun endlich vorbei. Ich wurde 2011 von einem Mitarbeiter, welchen ich zuvor entlassen hatte, zu Unrecht falsch beschuldigt. Leider musste ich miterleben wie politische Mitstreiter auch unter dem Druck der öffentlichen Berichterstattung zusammenbrachen und plötzlich gegen mich auftraten. Tatsache ist:

Ich bin weder für den 2011 ans Tageslicht gekommenen Schuldenberg im Jugendzentrum Jugend Aktiv verantwortlich – im Gegenteil erst meine intensive Verwaltungsarbeit hat den vollen Umfang der Vereinsverschuldung ans Tageslicht gebracht – noch habe ich Geld in den von mir geführten Vereinen unterschlagen oder die Gemeinde Meran bzw. das Land Südtirol als öffentliche Geldgeber der Vereine betrogen.

Der gute Ausgang des Strafverfahrens heilt vieles, auch das entstandene schlechte Licht auf die Südtiroler Jugendarbeit, nicht aber die bittere Enttäuschung welche ich gegenüber einigen Menschen hege, welche mich nicht nur politisch und menschlich im Stich gelassen haben, sondern mir auch wortkräftig in den Rücken gefallen sind. Besonders bitter ist, dass die mir nachfolgende Vereinsverwaltung im Jugendzentrum Jungle – unterstützt von einigen Politikern der Gemeinde Meran – sich als Nebenkläger in das Verfahren eingelassen hat und mit Nachdruck bis zur letzten Sekunde eine Verurteilung von mir forderte.

Für mich war klar, dass es sich dabei um einen Denkzettel für meine Veröffentlichungen rund um den Verein „Kaufleute Aktiv“ handeln musste.

Die Richter haben sich letztlich nicht von den Forderungen der Zivilpartei einnehmen lassen und mit einem vollen Freispruch mich von den schwerwiegenden Vorwürfen entlastet. Sobald das Urteil rechtskräftig wird, werde ich schwere Schadensklagen auch gegen jene politisch Verantwortlichen in der Gemeinde Meran führen, welche für mein siebenjähriges Trauma und Leiden verantwortlich sind und mich als Mensch von der Bildfläche haben wollten.“

 

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
Clip to Evernote

Kommentare (4)

Lesen Sie die Nutzerbedingungen

  • goggile

    Einwahnsinn. Wieder ein beispiel wie ein unschuldiger vorverurteilt wurde. Wie viele personen wurden in den letzten jahren fehlangeklagt? Veroeffentlicht mal die liste der haufigkeit und der einzelnen fehlanklaeger. Auch die de rechnungshofes wo am ende die anklagen unbegruendet waren. Auch bitte die schadenersatzsummen sofern ausbezahlt zu laten von wem? Dem steuerbuggler? Veroeffentlicht gehaelter pensionen zuschuesse nicht nur von politikern sondern auch von anklaegern. Laimer ladurner quici sigmund durnwalder buergermeister von luesen und viele andere sind wohl durch die aktuelle kriegsfuerung gegangen die es erlaubt immer noch menschen bevor ein endgueltige urteil steht oeffentlich medial hinzurichten zu diskreditieren usw. Die justiz gehoert grundlegendreformiert. Moerder lebenslaenglich vergewaltiger und kinderschaenderkastriert; schlaeger ueberfalsmenschen sofort zu langen haftsrafen und very donnert. Auch jegliche art von wohnungseinbruechen. Beamte so wie privatperonen bestraft.

  • rota

    Guat Morgn Goggile
    Hosch recht, viele Privatpersonen sein schun la mit insre Beomte gstroft.

  • duschek

    …..– unterstützt von einigen Politikern der Gemeinde Meran – sich als Nebenkläger in das Verfahren eingelassen ….. alte und scheinbar vergessene Geister und Geschichten der „Kaufleute Aktiv“ tauchen wieder aus den Nebelschwaden auf. Beschuldigungen und Rechtfertigungen werden jetzt wieder die Runde machen…

Kommentar abgeben

Du musst dich EINLOGGEN um einen Kommentar abzugeben.

2018 ® © Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH/Srl - Alle Rechte vorbehalten. Impressum | DATENSCHUTZ & AGB | Cookie Hinweis

Nach oben scrollen