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Wer dirigiert wen?

Kulturlandesrat Philipp Achammer hat die neue musikalische Leitung von Jugendblasorchester, Jugendsinfonieorchester, Landesjugendchor vorgestellt.

Diese drei Jugendensembles, unterstrich Kulturlandesrat Philipp Achammer bei der Pressekonferenz in Bozen, seien Aushängeschilder und Ausdruck dafür, welche Bedeutung der Musik in Südtirol zugemessen wird:

„Es geht uns darum, Raum zu schaffen für das Kreative, das Musische, als Investition in die Gesellschaft“. Gerade in Zeiten des wachsenden Individualismus seien auch die gemeinschaftliche Leistung und die Förderung des Selbstbewusstseins von wesentlichem Wert. Musik als universelle Sprache führe zu einer wichtigen Erweiterung des Horizontes, betonte der Kulturlandesrat.

2018, wies Landesmusikschuldirektor Josef Feichter als Vertreter der drei Trägerorganisationen hin, sei ein „Meilenstein“ des Musikgeschehens in Südtirol, da beinahe zeitgleich die Arbeit dreier neuer Dirigenten beginne. Diese drei Projekte der Chor- und Orchesterschulung bezeichnete er als „Säule der Begabtenförderung“, der Zugang der jungen Begabten erfolgt über ein Auswahlverfahren in Form von Vorspielen und Vorsingen. Jugendblasorchester, Jugendsinfonieorchester und Landesjugendchor widmen sich dem Studium ambitionierter Stücke der Tradition wie der zeitgenössischen Musik und ermöglichen den Mitgliedern Bühnenauftritte im Euregio-Raum und darüber hinaus.

Die Leitung der drei Klangkörper wurde über ein Auswahlverfahren in zeitlich begrenzten Verträgen vergeben. 1200 jungen Menschen haben bisher durchschnittlich vier Jahre lang in den drei Ensembles musiziert, in einem herausfordernden und fördernden Ambiente, berichtete Josef Feichter, der nunmehr den Taktstock des Jugendblasorchesters weitergibt.

Kurzbiographien

Das 2005 gegründete Südtiroler Jugendblasorchester setzt sich aus 65 Mitgliedern zwischen 15 und 30 Jahren zusammen. Am Dirigentenpult des Südtiroler Jugendblasorchesters steht nun in den kommenden drei Jahren Isabelle Ruf-Weber.

Die 1960 in der Schweiz geborene Isabelle Ruf-Weber begann 1985 mit der hauptberuflichen Ausbildung zur Blasorchester-Dirigentin an der Musikhochschule in Luzern.

1989 schloss sie ihre Studien mit dem Erwerb des Dirigierdiploms mit Auszeichnung ab, im gleichen Jahr erlangte sie auch das Lehrdiplom für Querflöte. Es folgten ein Studienaufenthalt an der University of Michigan (USA) im Hauptfach Dirigieren, die Ausbildung zur Kapellmeisterin bei Sylvia Caduff in Luzern, der Besuch zahlreicher Meisterkurse im Ausland und ein einjähriger Nachdiplomkurs für Orchesterdirigieren an der Musikhochschule Zürich bei Johannes Schlaefli. Unter anderem dirigierte sie im Laufe von 25 Jahren das Blasorchester Neuenkirch (1988-2013), leitete das Orchester Sursee (2000-2003) und den Orchesterverein Malters (2003-2007).

Nach zwölf erfolgreichen Jahren endete im Herbst 2013 ihr Engagement als künstlerische Leiterin des Landesblasorchesters Baden-Württemberg. Ende vergangenen Jahres schloss sie ihre Tätigkeit als musikalische Leiterin des renommierten Blasorchesters Landwehr Fribourg ab. Zusätzlich zur künstlerischen und musikalischen Gesamtleitung, die sie seit der Saison 2001/02 innehat, ist sie seit Jänner 2013 leitende Direktorin des Stadttheaters Sursee im Kanton Luzern. Zudem wirkt Isabelle Ruf-Weber als Gastdirigentin und Musikpädagogin bei verschiedenen Orchesterprojekten mit. Sie engagiert sich in der Aus- und Weiterbildung von Dirigentinnen und Dirigenten, Jurorinnen und Juroren.

In dieser Funktion unterrichtet sie seit Herbst 2006 als Gastdozentin an der Bundesakademie in Trossingen (Deutschland). Von 2009 bis 2014 lehrte sie als Dozentin für Blasmusik-Direktion an der Musikhochschule Luzern. Im Mai 2017 wurde sie für ihre Verdienste um die Schweizer Blasmusik mit dem Stephan-Jaeggi-Preis ausgezeichnet.

Stefano Ferrario hält in Zukunft den Taktstock des JugendsinfonieorchesterSüdtirol, das seit 2006 zusammen musiziert und aus 80 Mitgliedern zwischen 15 und 30 Jahren besteht. Der 1973 in Busto Arsizio in der Provinz Varese geborene Ferrario lebt seit 15 Jahren in Südtirol, er ist Konzertmeister des Haydn-Orchestervon Bozen und Trientund Orchesterdirigent. Seine Ausbildung als Geiger erhielt Stefano Ferrario am Konservatorium Mailand, weiterführende Studien führten ihn nach Wien an die Universität für Musik und darstellende Kunst.

Das Diplom in Orchesterleitung erwarb er an der Accademia Musicale von Pescara unter der Leitung von Maestro Donato Renzetti. Zudem erwarb er das Postgraduate-Diplom in Orchesterleitung an der Musikuniversität von Madrid. Er leitete das Haydn-Orchester von Bozen und Trient, I Virtuosi italiani und  das Ensemble Windkraft, das Orchestra dell’Accademia von Pescara, dessen Initiator er auch war, das Kammerorchester Bozen, das Orchester des Musikvereins Giovanni all’opera von Rom, das Orchester der Fondazione Katarina Gurska von Madrid und verschiedene Kammer-Ensembles. Im Mai vergangenen Jahres leitete er die Einstudierung des Futurorchestera von Mailand, das Mitglied des Jugendorchesterprojektes Sistema Lombardia ist.

Im vergangenen Sommer war er Dirigent des Projektes Residenza per compositori, organisiert vom Konservatorium Bozen, und im vergangenen Oktober dirigierte er das Orchester der Konservatorien von Udine und Bozen in Udine und beim Musikfestival der zeitgenössischen Musik in Bozen. Zudem dirigierte er das Sinfonieorchester von Bolivien und das Arpeggione-Kammerorchester von Hohenems (Österreich).

Johann van der Sandt leitet jetzt den Landesjugendchor Südtirol, dessen 36 Mitglieder im Alter von 16 bis 28 Jahren seit 2010 anspruchsvolle Werke der Chorliteratur zu Gehör bringen. Johann van der Sandt, Jahrgang 1966, absolvierte sein Vordiplom und Postgraduiertenstudium an der Universität Pretoria (Südafrika) und bildete sich mit Studien im Bereich Chorleitung am Institut für Chorleitung in Gorinchem (Niederlande) weiter. Im Verlauf seiner Karriere war er als Komponist, Chorleiter, Arrangeur und Preisrichter national und international tätig sowie als Juror und Gastdirigent. Johann van der Sandt leitete zahlreiche Chöre; seine Erfahrungen umfassen die Arbeit mit Kinder- und Jugendchören, Studenten- und Erwachsenenchören.

Sein südafrikanischer Kammerchor Singkronies befasst sich mit der Aufzeichnung, der Entwicklung und der Erhaltung südafrikanischer Chormusik. Van der Sandts Arbeit mit dem gemischten Studentenchor University of Pretoria Camerata wurde mit vielen Auszeichnungen geehrt.

Unter seiner Leitung etablierte sich der Drakensberg Boys Choir als einer der weltweit besten Knabenchöre. Johann van der Sandt ist derzeit Professor für Musikpädagogik an der Freien Universität Bozen mit dem Schwerpunkt Gesang mit Kindern in der Musikpädagogik. Davor war er Professor für Chorleitung an der Universität Pretoria sowie Chorleiter und musikalischer Direktor an der Drakensberg Boys Choir School (Südafrika).

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (4)

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  • ostern

    Die RICHTIG gute Ausbildung bekommen die Südtiroler studierenden Musiker
    nicht in Suedtirol sondern sind gezwungen ins Ausland zu gehen um sich zu
    perfektionieren. Bitte nachschauen wieviel Junge nach Wien , Salzburg usw.
    ihre Weiterbildung fortsetzen. Es fehlt bestimmt nicht an den Musikschulen,
    die natürlich keine professionaelle Ausbildung geben können . Es mangelt auch
    an Zusammenarbeit mit Musikschulen und Konservatorium. Bitte nachsehen welche Studenten das Bozner Konservatorium besuchen! Teilnehmer aus Rom
    restlichen Italien, Ausländer aber kaum Südtiroler. Achammer, als Kulturreferent , sollte sich besser informieren!

  • sepp

    wos willsch a von an landesrat verlongen wos van tutten und blasen koan ohnung hot

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