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Nicht für die Tonne

Martha Stocker

In Italien landen jedes Jahr Lebensmittel im Wert von 8,5 Milliarden Euro im Müll. Martha Stocker sagt: „Schluss damit!“ 

Seit vielen Jahren schon haben es sich Freiwillige auf ihre Fahne geschrieben, diese Verschwendung einzudämmen. Im vergangenen Jahr etwa hat der Banco Alimentare italienweit rund 87.000 Tonnen Lebensmittel verteilt, allein in Südtirol wurden 646.831 Kilogramm Lebensmittel gesammelt, die die 45 Vereine, aus denen der Banco besteht, an 8.830 Bedürftige verteilt haben. Mit dem Projekt „Hilfe gegen Verschwendung – Aiuti contro lo spreco“ des Vereins Volontarius wurden 2017 zudem Lebensmittelpakete an 4.678 bedürftige Personen weitergegeben. Die Bröseljägergruppe hat im Jahr 2017 rund 509.000 Kilogramm sogenannte „Brösel“ gesammelt. Neben dem Banco Alimentare und Volontarius sind auch der Vinzenzverein, die Stiftung Santo Stefano, die Caritas und La strada – der Weg gemeinsam mit den Lebensmitteltafeln in diesem Bereich aktiv.

„Mit dem heute verabschiedeten Landesgesetz erhalten die ehrenamtlichen Organisationen einen gesetzlichen Rahmen für ihre Tätigkeit und werden logistisch und strukturell unterstützt“, betonte Soziallandesrätin Martha Stocker und richtete einen Dank an die vielen Freiwilligen. „Im Grunde geht es um die Frage: Wie gehen wir mit den uns anvertrauten Ressourcen schonungsvoll um? Wie verändern wir das Denken der Menschen in Richtung bewusster Konsum? Und wie stärken wir die solidarische Haltung unserer Bevölkerung mit den sozial Schwächeren?“, fasste sie den Inhalt des Gesetzes zusammen. Der Auftrag dazu sei von den Organisationen gekommen, die vor Ort schon unglaublich viel gemacht hätten.

„Wir haben von Anfang an versucht, sie alle einzubeziehen, und wir haben von ihnen viele wertvolle Inputs erhalten“, sagte Petra Frei, Direktorin im Landesamt für Kinder- und Jugendschutz und soziale Inklusion, das an der Ausarbeitung des Gesetzes federführend beteiligt war. Es sei wichtig gewesen, dieses Landesgesetz auf eine breite Basis zu stellen. Auch die Uni Bozen sei in die Überlegungen einbezogen worden. Frei betonte, dass alle Produkte, die weiterverwendet werden, allen Anforderungen entsprechen. „Die Produkte sind nicht nur zu gut, um weggeworfen zu werden, sie sind auch gut genug, um weitergegeben zu werden“, stellte sie klar und präsentierte gemeinsam mit Stocker das neue Logo der Aktion, eine Tonne, der eine Krone aufgesetzt wurde. Auch dieses Symbol soll ausdrücken: Es landen zu viele zu gute Dinge in der Tonne.

„Wir wollen die Menschen auch dafür sensibilisieren, über ihr eigenes Konsumverhalten in einer Zeit der Wegwerfgesellschaft nachzudenken“, betonten die beiden.

Das Gesetz, das der Landtag heute Vormittag einstimmig beschlossen hat, fördert Initiativen, die darauf ausgerichtet sind, überschüssige Produkte – dazu gehören Lebensmittel, Medikamente, Produkte für die Körperpflege und Reinigung, aber auch Kleidung – zu sammeln und Bedürftigen zu spenden. Geplant sind auch Sensibilisierungsmaßnahmen, etwa mit Gastwirten oder den Schulmensen, die immerhin ein Drittel aller Speisen wegwerfen.

Zur Planung, Umsetzung und Überwachung der Maßnahmen auf Landesebene sieht das neue Landesgesetz einen Koordinierungsgremium vor, das Land fördert darüber hinaus die Errichtung eines Fachbeirats, dessen Mitglieder über das Know-how zur Entwicklung eines Kontroll- und Verwaltungssystems zur Reduzierung der Überschüsse und Verteilung der überschüssigen Lebensmittel und Arzneimittel verfügen.

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Kommentare (4)

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  • rambo

    Lebensmittel gehören nicht in die Tonne, was man bei gewisse …………..!

  • einereiner

    Frage: was passiert mit der Produktion, wenn nicht mehr so viele Lebensmittel weggeworfen werden?
    Genau, sie geht zurück und wir werden mehr brach liegende Felder haben.
    Was haben wir dann gewonnen? Nichts. Im Gegenteil, die Sicherheit der Lebensmittelversorgung in Krisenzeiten (Missernten) geht zurück.

    • yannis

      Über diese Logik kann / muss durchaus nachgedacht werden, fällt ein gewisser Teil der Produktion, aus welchen Gründen auch immer aus, kommt die Versorgungsknappheit mit der Folge der ungezügelten Preissteigerung.
      Wirkt sich dann aus wie in den Ländern wogegen die oberschlaue EU Exportembargo’s verhängt hat, nur weil z. B. sich ein gewisser „Wladimir“ den Bruch des „zwei plus vier“ Vertrages seitens des Westens nicht gefallen lässt.

  • goggile

    Martha gehen SIe bitte endlich in PENSION!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Und stecken Sie jeden Ihrer Cent in Flüchtlingsunterbringungne und durchfütterungsfinanzierungen damit wir steurbuggler die dies nicht gefordert haben entlastet werden!
    Schon schlimm genug, dass so was überhaupt möglich ist in dieser Diktatur Europas. Forza TRUMP!

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