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Anklage gegen Schlepper

Firas Fadel

Der von Volontarius entlassene Flüchtlingsbetreuer Firas Fadel stellt sich auf eine Hauptverhandlung wegen gewerbsmäßiger Schlepperei ein.

von Thomas Vikoler

Den Lebensunterhalt seiner Familie bestreitet derzeit allein seine aus Sterzing stammende Frau. Denn Firas Fadel, 39, im Jänner unter dem Vorwurf der Begünstigung der illegalen Einwanderung verhafteter Flüchtlingsbetreuer, wurde von seinem Arbeitgeber, der Genossenschaft Volontarius inzwischen entlassen.

Nach seiner Verhaftung war er zunächst suspendiert worden.

„Mein Mandant erwägt, die Kündigung des Arbeitsverhältnisses anzufechten“, sagt sein Anwalt Nicola Nettis.

Der bestritt für ihn gestern die Vorverhandlung am Landesgericht. Die Staatsanwaltschaft hatte im Herbst Anklage gegen den gebürtigen Iraker erhoben. Nettis rechnet damit, dass es am Ende zur Einleitung eines Hauptverfahrens kommt, in dem er die Unschuld seines Mandanten beweisen will.

Dafür beantragte er am Mittwoch die Übersetzung des Protokolls einer Zeugenaussage vom vergangenen Mai. Mittels Videokonferenz war dort ein in Stuttgart wohnender irakischer Flüchtling angehört worden. Der Zeuge identifizierte Fadel aus einer Auswahl von zwölf Fotos und berichtete von der Zahlung von 2.000 Euro an eine mutmaßliche Kontaktperson eines Schlepperrings. Danach sei seine Familie, so der Zeuge, mit der Hilfe von Fadel mit einem Auto über den Brenner geschleust worden. Er gab auch zu Protokoll, dass er gesehen habe, wie Fadel von einem jungen Syrer Geld entgegengenommen habe.

Fadels Verteidiger spricht von einer „widersprüchlichen“ Zeugenaussage. Den  österreichischen Behörden habe der Zeuge berichtet, das Geld für die Fahrt über den Brenner persönlich an Fadel Firas übergeben zu haben.

Das gesamte Protokoll wird nun aller Voraussicht nach vom Deutschen ins Italienische übersetzt. Die nächste Verhandlung findet am 27. Juni statt.

Firas Fadel ist nach über einem halben Jahr in U-Haft, einen Teil davon im Hausarrest, wieder auf freiem Fuß. Beim Garantieverhör erklärte der damalige Volontarius-Mitarbeiter, er habe nie Geld für seine Hilfsdienste genommen.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihn Schlepperei vor – in zwei Fällen mit Gewinnabsicht.

In von Schleusern abgehörten Telefonaten ist von Fadel als Anlaufstelle für die illegale Einreise nach Österreich die Rede.

Volontarius reagierte seinerzeit mit Empörung auf die Verhaftung ihres Mitarbeiters am Brenner.

Nun sieht es danach aus, als verzichte man auf die Einlassung als Zivilpartei in das Verfahren. Der dafür eingesetzte Anwalt, Flavio Moccia, hat sich inzwischen für unvereinbar erklärt.

 

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Kommentare (3)

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  • yannis

    Da darf man mal gespannt sein ob die Zeugen letztenldlich, aus welchen Gründen auch immer, nicht umfallen.
    Im Falle einer Bestätigung der Anklagepunkte sollte dass Urteil lauten: Abschieben in das Land wo er selbst herkommt.
    Es ist mittlerweile nicht mehr von der Hand zu weisen dass die Illegale Immigration eine gewisse „Eigendynamik“ entwickelt hat.

  • tiroler

    der bevölkerungsaustausch und die islamisierung geht voran, so oder so.
    die großße politik in europa spielt mit. europa verliert. USA, Japan, Australien, China sind die Sieger, sie schützen ihr Volk und ihre Grenzen,die sind nicht so doof

  • franz

    Die Vision der linken in Europa besonders in Italien mit George Soros ist mit Millionen afrikanischen Sklaven die Lohnkosten zu senken und den demografischen Wandel voranzutreiben.
    Leider führte diese Politik mit der Entkriminalisierung mit Gesetzen der linken Postkommunisten wie das “ svuota carceri & DL Depenalizzazione “ ( demnach kriminelle Immigranten beinahe völlige Straffreiheit genießen, während italinische Staatsbürger mit den selben DL-Depenalizzazione zivilrechtlich massakriert werden.) zum exponenziellen Anstieg der Kriminalität.
    Festzustellen ist, dass wohl aus diesem Grund Europa weit die Rechten die Wahlen gewinnen und hoffentlich diesen Unsinn ein Ende bereiten

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