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„Enormer Imageschaden“

Thomas Oberegger (Foto: Fb)

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen Woodone-Gründer Thomas Oberegger wegen erschwerten Diebstahls und Vortäuschung einer Straftat gehen weiter. Sein Anwalt gibt sich betont gelassen.

von Thomas Vikoler

In der Nacht auf den Sonntag, den 14. Jänner, krachte gegen 3.00 Uhr ein BMW gegen die Hausmauer des Firmensitzes der Holzbrillen-Firma Woodone. Den Wagen lenkte ein Mann mit 1,5 Promille Alkohol im Blut.

In der darauffolgenden Nacht verschwanden aus dem Lager des Geschäfts 4.000 Brillen im Wert von 300.000 Euro. Die Täter waren durch eine nach dem Unfall notdürftig verklebte Schaufensterscheibe in das Gebäude eingedrungen.

Oder doch nicht?

Seit Anfang Februar ermittelt die Staatsanwaltschaft Bozen gegen Woodone-Chef Thomas Oberegger formell wegen des Tatverdachts des erschwerten Diebstahls und der Vortäuschung einer Straftat. Die Carabinieri fanden das Diebesgut an Ort und Stelle – in verschiedenen Magazinen der Vahrner Woodone-Zentrale und auch in Obereggers Privatwohnung.

„Wie blöd kann man sein?“, lautete einer der Kommentare auf TAGESZEITUNG Online zur Meldung.

Rudi Leoni, Obereggers Anwalt, wartet indes auf den Abschluss der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft. Und gibt sich betont gelassen. „Durch diese Geschichte ist der Firma ein enormer Imageschaden entstanden. Und wenn sich herausstellt, dass die Vorwürfe nicht stimmen, wer zahlt dann?“, fragt Leoni.

Thomas Oberegger hatte nach Bekanntwerden der Ermittlung gegen ihn erklärt:

„Ich bin noch nicht verurteilt. Ich werde meine Unschuld beweisen“.

Er sprach gegenüber seinem Anwalt von einem buchhaltärischen Missverständnis. Da er sich als Kreativ-Chef nicht um das Bürokratische kümmere, sei es gut möglich, dass nach dem Einbruch Lagerbestände außer Acht gelassen worden seien.

Die Carabinieri glauben aber genau das nachgewiesen zu haben: Die gestohlenen und bei der Hausdurchsuchung wiedergefundenen Brillen sind ein- und dieselben.

Verteidiger Leoni fährt ebenfalls die Unschulds-Schiene und spricht von „erheblichen Zweifeln“ an der Rekonstruktion der Carabinieri. Einen Antrag auf Rückerstattung der beschlagnahmten Brillen hat er bisher allerdings nicht gestellt. Er wartet auf den Abschluss der Ermittlungen, die in Kürze erfolgen dürfte.

In der Staatsanwaltschaft gibt man sich derzeit zugeknöpft. Die Ermittlungen liefen, heißt es.

Oberegger-Verteidiger Leoni beschäftigt sich derweil mit angeblichen Ungereimtheiten auf Ermittlerseite.

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