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„Diesel-Verbote nicht ausgeschlossen“

Harald Reiterer, Koordinator der Landesinitiative „Green Mobility“, über das deutsche Diesel-Urteil, das nahende Ende der Verbrennungsmotoren, mögliche Fahrverbote in Südtirol – und über kostenlose Öffis.

Tageszeitung: Herr Reiterer, wie bewerten Sie das Urteil in Deutschland, wonach Städte und Gemeinden Fahrverbote für Diesel-Fahrzeuge einführen dürfen?

Harald Reiterer: Das Urteil ist grundsätzlich durchaus positiv, denn damit unterstreicht das Gericht das Recht der Menschen auf Gesundheit und saubere Luft. Bezeichnend ist, dass diese Erkenntnis nun definitiv auch das Autoland Deutschland erreicht hat, wo das Auto bisher als heilige Kuh galt und es im Grunde egal war, wenn mit den Emissionen von Verbrenner-Fahrzeugen anderen Menschen und der Allgemeinheit Schaden zugefügt wird. Schade ist nur, wenn es nun auch Menschen trifft, die im guten Glauben an den vermeintlich „sauberen“ Diesel ein solches Fahrzeug gekauft haben.

Ist die Zeit des Diesels so langsam vorbei?

Ja, so langsam naht das Ende. Sicher nicht abrupt von heute auf morgen, aber ein Ende – und zwar der Verbrennungsmotoren insgesamt – zeichnet sich ab. Die Zeit ist reif für einen Technologie-Sprung und eine Reihe von Ländern hat bereits ein Verbot für die Neuzulassung von Autos mit Verbrennungsmotor innerhalb der nächsten 15 Jahre ins Auge gefasst.

Wie entwickelt sich die Autoindustrie?

Die etablierten und vor allem europäischen Autohersteller haben bis jetzt enorme Summen mit Verbrennungsmotoren verdient, bei denen sie einen großen Know-how-Vorsprung haben. Deshalb haben sie das Abgas-Problem und auch die Elektromobilität, die technisch gesehen viel einfacher ist, lange Zeit ignoriert. Neue Akteure wie etwa Tesla wurden belächelt, bei den Abgaswerten wurde getrickst. Jetzt allerdings lacht niemand mehr und auch die etablierten Autohersteller nehmen – bis auf wenige Ausnahmen – das Thema Elektromobilität sehr ernst. Endlich wird viel Geld in die Forschung und Entwicklung von Elektrofahrzeugen investiert, sodass sich die Elektrofahrzeuge laufend verbessern.

Es wird aber wohl noch lange dauern, bis sich Elektroautos und andere Antriebe etablieren?

Ich glaube, dass die Umstellung auf Elektrofahrzeuge letztendlich viel schneller passieren wird, als von vielen erwartet. Bereits jetzt gibt es tolle Elektrofahrzeuge, die eine effektive (nicht nur theoretische!) Reichweite von 200 bis 300 Kilometern gewährleisten. Premium-Modelle sowie Brennstoffzellen-Fahrzeuge schaffen auch noch mehr. Das ist für den Alltag eigentlich völlig ausreichend und über Nacht kann man sein Batterie-Auto zu Hause wieder aufladen. Und wie oft fährt man wirklich längere Strecken, außer man ist Berufsfahrer? In der Regel ist das die Fahrt in den Urlaub und da kann man sich auch anders organisieren, indem man nach Möglichkeit etwa mit der Bahn fährt oder sein Auto für zwei Wochen mit jemandem tauscht. Auch bei den Kosten schaut es im Grunde nicht so schlecht aus: Elektroautos sind bei der Anschaffung zwar teurer, aber anschließend kann man viel Geld sparen.

Gehen Sie davon aus, dass die deutschen Städte sachte mit Verboten umgehen, um Pendler nicht zu schädigen?

Davon ist auszugehen, denn im Gerichtsurteil ist ausdrücklich festgehalten, dass Fahrverbote verhältnismäßig sein müssen.

Können Sie sich ein Diesel-Verbot auch in Südtirol vorstellen?

Auch Südtirol muss darauf achten, dass die Luft sauberer wird. Auch hier werden die Grenzwerte für Stickoxide überschritten und es drohen hohe Strafen vonseiten der EU. Deshalb sind Diesel-Verbote nicht ausgeschlossen. Allerdings wird bereits versucht, vor allem die Alternativen zu forcieren und den öffentlichen Nahverkehr und insbesondere die Bahn-Infrastrukturen auszubauen. Das ist notwendig, um den Bürgern eine gute Alternative zum Autoverkehr zu bieten. Zudem steckt in der Radmobilität noch viel Potential, etwa beim Pendeln mit E-Bikes auf dem Weg zur Arbeit. Allerdings wird man sich auch beim Tourismus etwas einfallen lassen müssen.

In Deutschland wird bereits über kostenlose öffentliche Verkehrsmittel diskutiert. Eine gute Idee?

Eine interessante Idee, die in Europa bereits in einigen Städten umgesetzt wird. Allerdings zeigen die Erfahrungen, dass das Angebot nicht besonders geschätzt wird, wenn es kostenlos ist. Fraglich ist auch, ob man damit wirklich die Autofahrer zum Umsteigen bewegen kann. Abgesehen davon bringen öffentliche Verkehrsmittel Kosten mit sich, die irgendwie abgedeckt werden müssen.

Auch für Südtirol denkbar?

Ich bin der Meinung, dass Mobilität grundsätzlich für die Nutzer auch etwas kosten darf. Hier in Südtirol sind die Tarife für Bus und Zug mit dem Südtirol Pass bereits ausgesprochen niedrig. Eine weitere Verbesserung der Qualität und ein Ausbau des Angebotes sind sicher die besseren Optionen.

Interview: Heinrich Schwarz

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (38)

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  • tiroler

    https://youtu.be/7vU-_BG9e2U

    Herr Reiteter, schauwn sie sich das video an bevor sie Unsinn verbreiten

    • einereiner

      recht hast du!
      Es wird nie ein Verbot von Verbrennungsmotoren geben! Es macht nämlich keinen Sinn, Motoren, die nur ein paar Stunden im Jahr laufen (z. B. Seilbahn-Notfall-Motoren) oder Fahrzeuge, die nur wenige km pro Jahr fahren, auf Elektro umzustellen.
      Typisches Grün-Linkes Verbots-Denken, mit dem man den Leuten nur Angst macht.

      • realist

        Dass Verbrennungsmotoren noch lange nicht ausgedient haben beweist alleine die halbherzige Behandlung der E Mobilität.
        Technisch wär s schon lange möglich aber der Politik fehlt der Mut u. die Weitsicht.
        Denn wenn E Autos in diesen Mängen produziert und benutzt würden, würden die Kosten der Auto-Mobilität und inkl. der Treibstoffsteuer um über 50% zurück gehen.
        Nur mehr 40% der heutigen Treibstoffsteuereinnahmen – Horror-Vorstellung für die Politik.

        • leser

          lieber reealist
          über dieses thema zu reden sollte man zumindest von der technik ein klein wenig verstehen
          ein verbrennungsmotor hat eine technologie hinter sich die bereits über hundert jahre alt ist und ist wesentlich komplexer wie ein elektromotor,dessen technologie wahrscheinlich noch ölter ist
          von einsatz des elktromotors in der mobilät zu sprechen ist wiederum ein anderes paar schuhe, denn dafür muss energie gespeichert werden, entweder als herkömmliches batteriespeicher verfahren oder in elektrolysetechnologie wie etwa die brennstoffzelle oder die flusszellentechnologie
          aber das in der e- mobilität einzusetzen bringt ganz andere probleme mit sich
          abgesehen, dass hinter dem verbrennungsmotor ganz andere wirtschaftliche interessen stehen, deshalb darüber dogmatische äusserungen zu machen dafür sollte man schon ein wenig mehr verstehen und zusammenhänge erkennen, wie sie politiker und umweltprediger wahrscheinlich nicht habenie mobilitöt etwa 7 bis 8 % zur Abgasverschmutzung bei, was in der praxis auch als vernachlässigbar betrachtet werden könnte, aber die mobilität kommt für gut 60% des steueraufkommens auf, welches durch die unendliche fantasie der politischen vertreter weiter hochgeschraubt wird
          ein weiteres argument zur grünen und sauberen elktromobilität ist, ob die ganzen prediger sich bewusst sind, welche belastung die beschaffung der rohstoffe allein für die herstellung der batterien mit sich bringt, allein das stellt die schadstoffbelastung der elektromobilität auf die gleiche ebene wie der verbrennungsmotor
          obendrein trägt d

          • realist

            Wenn sie die E-Mobilität inkl. Akkus in 100 Jahren mit den heutigen Verbrennungsmotoren vergleichen könnten, dann würde man erst verstehen, wie einfach dieses System ist.
            Als technisch Versierter nicht die bevorstehende Entwicklung trotz massiver Wiederstände von Politik u. Wirtschaft in dieser Diskussion nicht zu berücksichtigen, obwohl sie ganz bestimmt wissen, welches Potenzial in dieser Mobilität steckt, wenn man sie mit so viel Geld u. Zeit entwickelt wie damals die Verbrennungsmotoren.
            Die ganze Entwicklung inkl. Rohstoffbeschaffung steht gerade mal am Anfang u. diese Situation mit dem Endproduckt in 5-10 Jahren zu vergleichen ist weder sinnvoll noch real u. ist immer ein schlechter Ratgeber für zukünftige Entwicklungen.
            Einstein würde den Kopf schütteln bei so viel Pessimismus.

      • george

        Tiroler, einereiner u. a. m.
        Denken Sie zuerst nach bevor Sie andere verpesten.

        • einereiner

          @george
          auch andere Parteien können Umweltschutz!
          Ich z. B. heitze nur mit Holz und fahre elektrisch und bin damit deutlich besser als 99% der sich als Grün bezeichnenden!

          • leser

            dann bist auch du einer mehr der glaubt dass er umweltverträglicher ist
            holzverbrennung erzeugt bei weitem mehr abgase als beispielsweise ein auto oder in summe sehr viel mehr als ein gaskraftwerk, welches das warme wasser zumtäglichen duschen liefert
            ein e batterie zum allein für dein handy verursacht einen umweltschaden, den ein auto mit 20.000 km fahrleistung macht
            also bist auch du nur ein scheinumweltschützer oder zumindest ein unbewusster umweltschänder

          • george

            @einereiner
            Ich gehe zu Fuß oder fahre öffentlich bzw. mit dem Fahrrad und heizen tu ich aus meinem eigenen Wald. Also ‚einereiner‘, wollen Sie sich etwa mit mir messen? 😀

    • luca88

      Du „tiroler“ wirfst anderen vor, sie würden Unsinn verbreiten, und postest dann dieses Video, in dem ein Herr Müller wirres Zeug redet und den Container- und Kreuzfahrtschiffen die Schuld für die schlechte Luft in den Städten gibt? Die willst damit ernsthaft sagen, dass die Schiffe Schuld an der Überschreitung der Stickoxid-Grenzwerte in Stuttgart, München und auch in Südtirol oder Mailand sind? Echt jetzt?
      Bravo, solche Leute braucht das Land!
      Auch für dich gilt: Lies dir mal den Artikel in der Wirtschaftswoche durch. Lesen ist zwar anstrengender als Video schauen, und der Artikel hat 5 Seiten, aber das kann man schaffen! Hier der Link: https://www.wiwo.de/unternehmen/auto/oeko-bilanz-von-e-autos-umweltluege-elektroauto-von-wegen/20178504.html

  • goggile

    fahrlässig soche aussagen zu tätigen. es ist unmöglich alles auf Elektroautos zu setzen. unmöglich alles auf selbsfahrende. unmöglich auf selbstverherrlichende selbstdarsteller.
    die verbrennungsmotoren haben noch eine lange lange Zukunft vor sich.
    ein Elektroauto hat viel mehr umweltkonsequenzen als ein verbrennungsmotor. schon mal an den aufwand gedacht wenn man nur eine kleines stück Batterie entsorgen muss? wollt ihr mal aufklären wie dies mit Milliarden von riesenbatterien geschehen soll. wollt ihr mal aufklären dass die Rohstoffe auch hierführ nicht ausreichen langfristig. wollt ihr mal aufklären wieviel Atomkraftwerke es dazugeben muss? wollt ihr mal aufklären dass wir alle wegen diesear beschissenen atomkreaftwerke die wieder wie Pilze hervorspriesen oder an einer bombe atombombe der verrückten alle früher oder später sterben muessen?

    • steve

      Zum Teil mögen sie ja recht haben aber sie können weder schreiben noch denken: also bitte verschonen sie uns von ihren Kommentaren!

    • george

      goggile, gehen Sie zu Fuß, bewegen sich mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Fahrmitteln, dann müssen Sie das alles nicht tun, was Sie da aufzählen oder jedenfalls nur minimal.

    • realist

      Energie zu gewinnen oh. Atomkraft gibt es auf dieser Erde mehr als genug (Alleine das Meer u. die Sonne könnten locker die Mobilität versorgen, momentan zu wenig erforscht somit zu teuer)
      Akkus werden Heute schon wieder aufbereitet bzw receicelt, (noch zu kompliziert u. zu teuer) wird bald kein Entsorgungsproblem mehr sein, denn die Technologie macht s aus.
      Die Politik u. die Weltwirtschaft müssen sich darauf umstellen, dann ist s relativ einfach.
      Natürlich nicht von Heute auf Morgen, aber es wäre Heute schon viel mehr möglich.
      Man sollte nicht alles glauben, was die Autoindustrie alles für Lügen erzählt über die Nachteile der E-Mobilität.
      Wollen die Kuh, auf Kosten von uns noch so lange wie möglich melken, bevor sie gezwungen sind, um zu denken.

    • leser

      goggile die rohstoffe allein für die batterieherstellung werden keine 25 jahre reichen, also im besten falle bis dahin wo die politik die elektromobiltät vollständig umgesetzt haben möchte
      aber elon musk macht es uns vor er baut eine elektroauto finanziert durch endlose staatshilfen von amerikanischen staat, baut riesige batterieproduktionsstätten ebenfalls vom staat und durch zwielichtige investitionsprogramme finanziert werden und macht raubbau in den schwellenländern um an die rohstoffe zu kommen
      so ist unsere grüne zukunft von der mobilität
      übrigens wo schiessen neue atomkraftwerke heraus wie die pilze?
      offensichtlich entnimmst auch du dein wissen aus den amerikanischen science-fiction filmen

      • realist

        Sie leben wohl nach dem Motto zuerst ich, dann lange,lange nichts u. dann die Sindflut.
        Wenn die Welt sich nach Ihren Vorstellungen entwickelt hätte, dann wären wir Heute wohl noch bei den Neandertalern.
        Nicht für ungut, aber eine kleine Cance musst du der Entwicklung der Zukunft schon geben,
        sonst hast nicht nur du Keine, sondern alljene, die for dieser Entwicklung Angst haben.
        Gott sei Dank, sind das nicht sehr viele !

        • leser

          hast du überhaupt verstanden was gesprochen wird
          ?
          ich denke nicht

          • realist

            Wer hir etwas nicht verstanden hat, steht wohl außer Zweifel.
            Ihre Einstellung alleine spricht Bände.
            Vergangenes Wissen zu haben ist gut.
            Zukünftiges Wissen ist mit Abstand besser.
            Das müssten Sie wissen.

  • rambo

    tiroler
    Dieser Dirk Müller redet jo an Blödsinn, von Kontainerschiffen und und und, weil in München und Stuttgart viele Schiffe fahren. Übrings wurde erst München zur verschmutzten Stadt erklärt.

  • ahaa

    Das giltet dann wenn fùr alle!
    Keine Lkw,s keine Traktoren…..

    • ahaa

      Die 15 größten Seeschiffe stoßen mehr Schwefeloxide aus als alle Autos weltweit.
      Und der Bozner Flughafen machte es auch nicht besser.
      Warum baut ihr nicht vom Kronplatz die Seilbahn direkt in das Krankenhaus?Mòglich wàre es ja.Dann bràuchte der Hubschrauber nicht den ganzen Tag hin und her zu fliegen,wie gestern!
      So viele Notflùge?Dann schliesst den Pingel!

    • leser

      ja und keinen pc und kein handy
      nur mehr speer und keule

  • kurt

    Es ist doch wohl bekannt das Landesangestellte in einer ganz anderen Welt leben fern aller Realität und ihre größte Aufgabe ist es sich wichtig zu machen.
    Die Organisatoren der Weihnachtsmärkte hätten eine große Freude mit ihm zu dieser Zeit ist ja bekanntlich die Umweltverschmutzung kein Thema warum wohl ???.

  • tiroler

    Wer bezahlt eigentlich diesen Reiterer um so einen unsinn zu verbreiten?

  • george

    @tiroler
    Wahrscheinlich nicht Sie ‚tiroler‘, denn ihre Steuer schreiben Sie wahrscheinlich ab oder biegen diese auf andere um. 😀

  • leser

    lieber reiterer
    die zeit des verbrennungsmotors ist vorbei
    frage – wie verzichtest du auf verbrennungsmotoren in der industrie?
    frage – die umweltbelastung der autoabgase haben einen anteil von gerade einmal 7 bis 8 %, der rest entfällt auf industrie , aber über 60% der steuelast geht auf mobilität, wie bewertest du das?
    -frage- tesla baut umweltfreundliche autos und stellt umweltfreundliche batterien her, er betreibt raubbau im abbau von rohsteffen finanziert in erster linie durch staaten, wie siehst du da den umweltbeitrag?
    ein verbrennungsmotor produziert etwa 60% weniger schadstoffe in der herstellung desselben wie etwa ein elektroauto, die benötigte elektroenergie für das elektroauto kann nicht annähernd alternativ produziert werden, was meinst du dazu?
    – frage in deutschland versucht ein teil der politk ein dieselfahrverbot durchzudrücken und weiss, dass beispielsweise der benzinmotor wesentlich gefä#hrlichere schadstoffe produziert, das heisst in 3 jahren ist auch er dran, wie bewertest du dieses argument ?
    ein fahrvrbot wird rechtlich wahrscheinlich nicht durchsetzbar sein
    – der ausbau der öffentlichen strukturen für mobilität wird im besten falle einen teil der bevölkerung zu gute kommen, kann aber niemals das verkehrsproblem lösen, abgesehen, dass die kosten dafür vom steuerzahler getragen werden müssen, glaubst du , dass das problem damit gelöst wird?
    – frage ein jahresabo in südtirol kostet im schlechtesten falle etwa 600 euro im jahr, ein beispiel in der schweiz (wo wir das beste verkehrsnetz im bahn und busverkehr haben kostet ein komplettes jahresabo bis etwa 4.000 franken, wie wird man den bürger das in südtirol verkaufen?, denn momentan ist die öffentliche mobilität nur ein wahlzuckerle

    lieber herr reiterer mir ist es eigentlich egal welche interviews jemand zu bestimmten themen gibt, aber wenn du dich vertreter einer institution hergibst, dann erwartet man sich schon , dass man diese thematik mit einer bestimmten fachkompetenz beherrscht und auch zusammenhänge sorgfältig bewertet, denn immerhin machst du dich hier in einem öffentlichen blatt präsent und setzt aussagen, die einer bestimmten proffessionalität unterliegen sollten
    ich als laje und bürger fühle mich mit diesen aussagen eher irritiert und bin der meinung, dass dein hintergrundwissen zu einseitig und vor allem an eine bestimmte richtung orientiert ist

    auch eine landesinitiative hat die verpflichtung auf ehrliche und kompetente berichterstattung
    in diesem sine grüne grüsse

    • realist

      Besserwisser, die sich u. Ihr Wissen überschätzen, werden die Welt nicht besser machen u. schon gar nicht retten.
      Ihr Wissen ist Vergangenheit u. ganz bestimmt nicht Zukunfts-trächtig.
      Das Glas ist bei Mir immer halb voll.
      Bei Ihnen anscheined immer halb leer.
      Das ist der unterschied.

  • luca88

    Junge, Junge,
    du „leser“ traust dich was. Du unterstellst anderen mangelnde Professionalität und verbreitest selbst gravierende Unwahrheiten.
    Wie kommst du denn darauf, dass die Autoabgase ’nur‘ 7-8% der Umweltbelastung ausmachen? Global gesehen machen sie ein Viertel bis ein Drittel der Emissionen aus – in Südtirol aber sogar rund die Hälfte! In Zeiten von Google so einen Blödsinn zu verzapfen, ist direkt schon fahrlässig.
    Die Umweltfreundlichkeit der Elektromobilität wurde umfassend diskutiert und wissenschaftlich erforscht. Ergebnis: Über den gesamten Lebenszyklus eines Autos sind Elektroautos weitaus umweltfreundlicher als Verbrennerfahrzeuge – auch bereits heute schon. Dabei gilt: je höher der Anteil von erneuerbaren Energien an der Stromproduktion, desto umweltfreundlicher auch das Elektroauto (auch deshalb sollten die erneuerbaren Energien unbedingt weiter ausgebaut werden). Die Herstellung eines Autos macht nur einen vergleichsweise geringen Anteil der gesamten Emissionen aus, der Hauptanteil ensteht beim anschließenden Fahren.
    Warum glaubst du denn, dass Greenpeace und andere Umweltverbände die Elektromobilität forcieren wollen (falls du das bis jetzt nicht gewusst hast: ja, die machen das)? Um die Umwelt noch mehr zu verschmutzen?
    Mit Fortschreiten der Technik wird auch die Umweltbilanz (inkl. Recycling) noch weiter verbessert werden. In den Verbrennungsmotor wurde über 130 Jahre investiert, bei der Elektromobilität geht’s erst jetzt richtig los.
    Gerade gestern und vorgestern waren im Fernsehen spannende Beiträge zum Thema (z.B. „Eco“ im SRF, „Anne Will“ im ZDF). Da wurde der Trend zur Elektromobilität deutlich bestätigt.
    Die Frage ob Benzin oder Diesel ist müßig. Beide haben Vor-, aber vor allem wesentliche Nachteile. Gerade deshalb sollte man auf Elektromobilität setzen, weil dies ganz klar die bessere Alternative ist. Bei den erhöhten Stickoxiden ist jedenfalls eindeutig der Diesel der Hauptverursacher – das haben nun auch deutsche Gerichte bestätigt.
    Du schreibst, „ein fahrvrbot wird rechtlich wahrscheinlich nicht durchsetzbar sein“. Hallo? Ein Fahrverbot haben deutsche Gerichte bekanntlich vor kurzem AUSDRÜCKLICH GEBILLIGT. Darum geht es ja bei der Diskussion.
    Ergänzend zum Thema Diesel: Volvo hat bereits den Ausstieg aus der Dieseltechnologie beschlossen. Toyota hat grade heute bestätigt, den Verkauf von Diesel-Fahrzeugen in Europa bald einzustellen.
    Und wie kommst du weiters dazu zu behaupten, dass der für die Elektromobilität notwendige Strom „nicht annähernd alternativ“ produziert werden kann? Entsprechende Berechnungen wurden längst angestellt und zeigen, dass der zusätzlich benötigte Strom keinen so riesigen Anteil ausmacht und sehr wohl bereit gestellt werden kann.
    „leser“, bevor du über andere herziehst, solltest du dich selbst zumindest EIN BISSCHEN informieren.

    • leser

      über diese fakten rede ich gerne mit dir elektromobilität besteht nicht aus einem elektromotor mein lieber, regenerative energie besteht auch nicht aus einer photovoltaikplatte und einem windrad, was du und viele andere nicht angesprochen haben ( auch nicht ECO und Anne Will9, ist die tatsache , dass die rohstoffbeschaffung zur herstellung der komponenten sehr wohl umweltbelastend ist dass die autoabgase einer weltweiten belastung von etwa 8% ist ist auch eine tatsache , informier dich besser

      bezüglich dem fahrverbot haben gerichte einer empfehlung stattgegeben , also ist zumindest noch darüber zu diskutieren, wer für den entstehenden schaden aufkommt, in erster linie geht es darum, dass die autohersteller eine grobe manipulation der abgaswerte vorgenommen haben, um das geht es auch im gerichtsverfahren, für das sich die politik nicht traut den wahren schuldigen zur verantwortung zu ziehen und geht den einfacheren weg und zwar man lässt wahrscheinlich den bürger zahlen

      dass die standpunkte von reiterer nicht den tatsachen entsprechen und zumindest realitätsverzerrend sind können dir viel schlauerre leute als du und ich es bin bestätigen
      ich ziehe nicht über andere her sondern kritisiere lediglich ein öffentliches interview, das nicht dem stand der technik entspricht
      bezüglich informationen , ich arbeite seid 25 jahren in dieser branche und glaub mir mein lieber ich weiss von was ich rede
      man sollte halt unterscheiden können , was ist technik, was ist eine wirtschaftsinteresse und was ist ein strafdelikt
      alles sind verschiedene paar schuhe und sollten auseinandergehalten werden

      • luca88

        Lieber „leser“,

        also wenn du schreibst „ich arbeite seid 25 jahren in dieser branche und glaub mir mein lieber ich weiss von was ich rede“, dann tut es mir leid – denn deine Aussagen sind der Reihe nach falsch.

        Zu den Fakten:
        Der Verkehr trägt global zu rund einem Viertel zu den CO2-Emissionen bei. Siehe z. B. https://www.heise.de/tp/features/Verkehr-verursacht-fast-ein-Viertel-der-weltweiten-CO2-Emissionen-3376825.html?seite=all.
        Dort wird unter anderem auch festgehalten:
        „Schon heute gehen 23 % des globalen CO2-Ausstoßes auf den Transport von Personen und Gütern zurück, der Weltklimarat rechnet hier mit einer Verdopplung der Emissionen bis 2050. (…) Effizienzverbesserungen im Verbrauch, die Förderung des öffentlichen Nahverkehrs sowie des nicht-motorisierten Verkehrs und der großangelegte Wechsel zu Elektroautos könnten diesen Trend umkehren, so die Autoren. „Elektromobilität im großen Stil könnte entscheidend dafür sein, dass die CO2-Emissionen im Transportsektor bis 2050 halbiert werden“, meint der Leitautor Felix Creutzig vom MCC.
        Ja, und das wird im Wesentlichen auch im Interview gesagt.

        Dabei ist aber noch gar nicht berücksichtigt, dass die TATSÄCHLICHEN Emissionen von Verbrenner-Autos deutlich höher sind, als die theoretischen (siehe Abgasschwindel).
        In Südtirol betrugen die CO2-Emissionen des Verkehrssektors, auf Basis der getankten Treibstoffe, 2,3 t pro Kopf, bei Gesamtemissionen von 4,9 t pro Kopf, was somit fast der Hälfte aller Emissionen entspricht (siehe „Klimaplan 2050“ aus dem Jahr 2011, S. 72).

        Aber bei den aktuellen Diskussionen um Fahrverbote geht es gar nicht um CO2-Emissionen, sondern um die schlechte Luft in den Städten und hier in erster Linie um Stickoxide – und da sind Diesel-Autos ohne Zweifel die Hauptverursacher (laut „Wirtschaftswoche“ zu über 80%). Die Folgen sind u.a. Atemwegserkrankungen und Krebs. Und wer trägt hier die Kosten, mal ganz abgesehen vom menschlichen Leid? Die Allgemeinheit natürlich. Da ist das alles ganz selbstverständlich und anscheinend kein Problem.

        Nächstes Thema: Umweltfreundlichkeit von Elektroautos. Nochmals: Es gibt eine Reihe von Studien, welche belegen, dass E-Autos insgesamt wesentlich umweltfreundlicher sind als vergleichbare Verbrenner. Es ist richtig, dass der Herstellungsprozess für ein E-Auto aufwändiger ist und eine größere Umweltbelastung mit sich bringt, als bei einem Auto mit Verbrennungsmotor (auch ein Auto mit Verbrennungsmotor hat eine Umweltbelastung bei der Herstellung, wird ja oft vergessen). Aber die Herstellung ist ein vergleichsweiser geringer Anteil an der Gesamtbelastung, denn die meisten Emissionen werden beim Betrieb der Fahrzeuge verursacht. Und da hat ein E-Auto insgesamt eindeutige Vorteile. Diese Gesamtrechnung nennt man Life-Cycle-Assessment oder Umweltbilanz. Aber ja, wenn man nur 1.000-2.000 km pro Jahr fährt, muss man sich aus Umweltgründen kein E-Auto zulegen, denn dann holt man den ursprünlichen Nachteil des Mehraufwandes bei der Herstellung nur sehr langsam auf.
        Auch zur Umweltbilanz von E-Autos ein Link zu einem Artikel (aus einer „unverdächtigen“ Ecke): https://www.wiwo.de/unternehmen/auto/oeko-bilanz-von-e-autos-umweltluege-elektroauto-von-wegen/20178504.html

        Eine der Feststellungen im Artikel: „Die oft erhobene Behauptung, ein E-Auto emittiere mehr CO2 als ein Diesel, ist also schlicht falsch.“

        Abschießendes Thema: Gerichtsurteil in Deutschland. Dazu schreibst du „in erster linie geht es darum, dass die autohersteller eine grobe manipulation der abgaswerte vorgenommen haben, um das geht es auch im gerichtsverfahren“. Auch das ist leider falsch.
        Beim Gerichtsurteil zu den Fahrverboten in Deutschland geht es nicht um die Manipulation der Abgaswerte – und auch nicht um ein „Strafdelikt“, wie du abschließend andeutest („man sollte halt unterscheiden können …“).
        Beim Gerichtsurteil in Deutschland geht es darum, wie die Städte ihre schlechten Luftwerte, welche die zulässigen Grenzwerte überschreiten, verbessern können – denn das müssen sie! Und hier haben schon vor einiger Zeit deutsche Gerichte festgehalten, dass Fahrverbote für Diesel-Autos geeignet sind, um die Luftwerte zu verbessern und dass die Städte solche Fahrverbote erlassen können.
        Gegen diese ersten Urteile hatten zwei Landesregierungen Berufung eingelegt – und jetzt verloren. Das Bundesverwaltungsgericht hat nun nämlich bestätigt, dass Fahrverbote zulässig sind, weil sie ein geeignetes Mittel zur Verbesserung der Luftwerte darstellen. Bisherige Maßnahmen waren hingegen nicht wirksam genug.

        Das ist die Realität, nichts anderes.

        Ich nehme aber mal an, dass sich kaum jemand wirklich Fahrverbote wünscht. Aber dann muss man mit anderen Maßnahmen die Luft sauberer bekommen. Und längerfristig ist die Elektromobilität ohne jeden Zweifel ein wichtiger Baustein – einer von mehreren – für eine saubere Mobilität.

        Vielleicht arbeitest du in der Autobranche. Gerade dort sollte das alte Denken und das Festhalten an überholten Gewohnheiten in Frage gestellt werden. Die Autoindustrie hat bereits genug Schaden angerichtet.
        Zum Glück gibt es auch einige Leute innerhalb der Autoindustrie, die das jetzt verstanden haben.

        Die einzigen Realitätsverzerrungen sind jedenfalls hier in einigen Kommentaren zu finden, nicht im Artikel selbst.

        • leser

          ach weisst du es ist unnütz auf sein meinungsrecht zu bestehen, wir werden es sowieso in zukunft sehen wohin die richtung geht meine berufung ist es nicht die gesellschaft zu belehren
          aber ein ansatz ich sehe den wald als gesamtes und zähle nicht die bäume
          wenn du weisst was man damit meint
          aber weisst du das problem ist allgemein intellektuelle und aristkratisches gedankengut meint grundsätzlich den anspruch auf führung für sich zu einzunehmen
          das kennen wir aus der geschichte , aus der gegenwart und wird sich in zukunft kaum ändern

  • andreas

    @luca88
    Die Schwierigkeiten bei Elektroautos sind ganz andere.

    Einerseits die Akkus, da es zu wenig Lithium gibt, die momentanen Vorkommen reichen nicht mal um die Akkus
    für die Vorbestellungen des Tesla X3 herzustellen und andererseits, wie man das Problem des Landens löst.

    Die Tesla Supercharger haben z.B. eine Spitzenleistung von 145 KW, wo genau und in welchen Leitungen soll der Strom herkommen, wenn 5.000 gleichzeitig laden wollen? Die Infrastruktur gibt es momentan nicht.

    Auch wäre es dann bei einer Massenverbreitung wohl üblich, dass jeder am Abend, wenn er zwischen 18.00 – 19.00 Uhr nachhause kommt, den Wagen laden möchte.
    Mit 3,5 oder 6 KW ist da wenig getan, also bräuchte es eine höhere Leistung, dickere Kabel und dann müsste man es bei einem Mehrfamilienhaus noch multiplizieren.
    Die Spitzen in dieser Zeit wären enorm, das momentane Netz kann dies nicht annähernd liefern. Teilweise gibt es im Sommer ja schon Schwierigkeiten, wenn ein paar Klimaanlagen eingeschalten sind.

    Volvo gehört nebenbei einem Chinesen, welcher auch gerade 10% von Daimler gekauft hat, deshalb der Umstieg auf Elektro. China ist führend in der Umstellung auf Elektro, es wird vom Staat gefördert und sie wollen Weltmarktführer bei dieser Technologie werden bzw. sind sie es eigentlich schon.

    Es kommen auch die fehlenden Steuereinnahmen der Staaten hinzu, welche kompensiert werden müssten.

    So lange es keine neue effizientere Speichertechnologie gibt, die momentanen Akkus sind an ihrer physikalischen Grenze, die Infrastruktur gebaut ist und das Laden auf höchstens 15 Minuten verkürzt, wird der Verbrennungsmotor noch benötigt.

    • luca88

      @andreas
      Du sprichst zwei neue und interessante Themen an, die es Wert sind, vertieft zu werden.

      Die Rohstoffe dieser Erde sind generell endlich, das ist so. Das gilt aber genauso für Autos mit Verbrennungsmotor und insbesondere für das Erdöl. Gerade deshalb sollte man möglichst sorgsam mit allen Rohstoffen umgehen.

      Bei Lithium ist es so, dass auch bei einer Massenverbreitung von Elektromobilität die Ressourcen nicht so schnell aufgebraucht werden. Eher ist es so, dass es bei einem sprunghaften Anstieg der Nachfrage zu momentanen Lieferengpässen kommen kann, weil derzeit der Abbau noch zu wenig ausgebaut wird.
      Dass die Vorkommen nicht mal ausreichen, um die Akkus für die Vorbestellungen vom Tesla Model 3 (oder Model X) herzustellen, stimmt sicher nicht.

      Je gefragter die Rohstoffe, umso eher werden sie auch recycelt. Auch da wird sich noch sehr viel tun.
      Eine gute Übersicht über den aktuellen Stand der Forschung zum Ressourcenbedarf von Elektroautos findet man hier: https://www.sciencemediacenter.de/alle-angebote/fact-sheet/details/news/lithium-ionen-batterien-wie-ressourcenabhaengig-ist-elektromobilitaet/

      Die Batterietechnologie wird sich noch wesentlich weiterentwickeln. Bisher sind vergleichsweise nur sehr geringe Summen in die Batterieforschung gesteckt worden – und dennoch haben sich die Batterien in wenigen Jahren bereits deutlich verbessert. Jetzt geht es aber erst richtig los. Die Erfahrungen zeigen, dass bei der ernsthaften Erforschung neuer Themen auch bald markante technische Fortschritte erzielt werden.
      Dazu gibt es bei der Elektromobilität auch noch das Thema Wasserstoff, das ebenfalls noch Potential hat und ohne große Batterien auskommt (geeignet vor allem für große Fahrzeuge wie Busse oder LKW).

      Beim Laden der E-Fahrzeuge ist es so, dass nicht die notwendige Strommenge, sondern die möglichen Spitzenlasten – also wenn alle gleichzeitig laden wollen – eine Herausforderung werden. Aber auch beim Laden gilt: Die Probleme sind beherrschbar. Ja, die Leitungen für großflächiges Schnellladen müssen erst aufgebaut werden, die gibt es momentan noch nicht (und braucht es im Moment auch noch nicht). Aber gerade das Beispiel Tesla mit seinen Superchargern zeigt, dass es geht. Das wird eine Aufgabe für die Netzbetreiber – und die wissen das. Manche Leitungen müssen verstärkt oder wesentlich ausgebaut werden. Aber das müssten sie großteils sowieso.

      Ein wichtiger Aspekt für die Ladung zu Hause: Doch, auch mit einer Ladung mit 3,5 oder 6 kW ist sehr viel getan! Wenn das Auto die ganze Nacht über steht, was ja die allermeisten tun, dann lädt man in dieser Zeit in der Regel mehr als genug Strom, um die Strecken des nächsten Tages zu bewältigen. Rechnen wir mal nur 10 Stunden Laden mit nur 3 kW, das macht 30 geladene kWh aus. Damit kommt man mit einer einzigen Nachtladung im Schnitt 200 Kilometer weit. Das wäre für den Alltagsverkehr mehr als genug.
      Die meisten Südtiroler fahren pro Tag weniger als 50 Kilometer mit dem Auto, manche bis zu 100, einige auch mehr. Unterwegs wird es dann zusätzlich auch Möglichkeiten zum Nachladen geben – die von den Meisten im Alltag aber gar nicht gebraucht werden.

      Das Laden in der Nacht gleicht zudem den Strombedarf über den Tag hinweg aus. Tagsüber braucht derzeit vor allem die Industrie viel Strom, nachts brauchen ihn in Zukunft die E-Fahrzeuge.
      Es wird sicher auch intelligente Steuerungen der Ladungen geben, um das Netz zu bestimmten Zeiten nicht zu überlasten. So könnte jemand, der nur wenige Stunden laden möchte, das z. B. auch erst von 02.00 bis 06.00 Uhr machen, und dafür eventuell niedrigere Tarife zahlen.

      Dass die einbrechenden Steuereinnahmen auf Benzin und Diesel ausgeglichen werden müssen, ist schon richtig. Aber da mach ich mir keine Sorgen, dass den Staaten nicht früh genug etwas einfällt. Momentan sind Verbrennerautos beim Kauf billiger als E-Autos. Dafür sind E-Autos im Betrieb viel billiger als Verbrenner. In absehbarer Zukunft werden die E-Autos kaum teurer oder sogar günstiger als Verbrenner sein. Dafür werden die Kosten für das Laden steigen.

      Wenn man den Dieselmotor halbwegs sauber machen will, dann wird das für die Autobauer richtig teuer. Das weiß man. Deshalb werden noch einige weitere Autohersteller diese Technologie aufgeben.
      Den Verbrennungsmotor in der Mobilität wird es noch eine Weile geben. Aber mittelfristig ist er ein Auslaufmodell. Und das ist gut so.

  • andreas

    @luca88
    Bei der Akkutechnologie täuscht du dich, die momentane ist an ihrer Grenze, da noch höhere Stromverdichtung nicht mehr beherrschbar ist.
    Bosch, der größte und innovativste Automobilzulieferer der Welt, ist gerade aus der Akkuforschung ausgestiegen, so wie Mercedes bei Tesla. Die Sache ist komplexer als man vermuten würde.
    Es wurde schon sehr viel Geld investiert, bahnbrechende Innovationen gab es in den letzten Jahren aber keine. Musk stellt auch nur mit Panasonic eine Fabrik hin, um herkömmliche Akkus zu bauen.
    Die 30 KW in 10 Stunden reichen bei einem Auto wohl nicht für 200 km und auch schadet es den 120 KW Akks, dauernd nur zu ca. 25% geladen zu werden.
    Wenn du dir jetzt im Urlaubsverkehr eine Tankstelle an der Autobahn ansiehst, wie möchtest du die Menge abfertigen? 15 Minuten für 80% wären vertretbar, dafür braucht es aber viele Ladestellen, 30 cm dicke Leitungen und ein Atomkraftwerk in der Nähe.

    Dass es Lithium gibt, weiß ich, nur dauert die Erschließung einige Jahre und momentan zahlt Tesla ein vielfaches vom Preis, welcher bei der Vorstellung des 3er Modells aktuell war, da verbrennt er eine Menge Geld.

    Der Verbrennungsmotor wird ersetzt werden, ich sehe Elektro bei Privatwagen aber trotzdem nur als Nischenprodukt und Übergangstechnologie.

    • luca88

      Bei der Weiterentwicklung der Akkutechnologie wäre ich nicht so pessimistisch. Zwar wird z. B. Bosch keine eigene Batteriezellenproduktion aufbauen und ist aus der Forschung ausgestiegen, hat das aber mit den wirtschaftlichen Risiken begründet. Es drohe ein Preiskampf mit den führenden asiatischen Herstellern, ähnlich wie bei der Photovoltaik, wo sich Bosch zuvor bereits die Finger verbrannt hatte. Trotzdem will Bosch „Partner Nummer eins der Fahrzeugindustrie bei der Elektromobilität bis 2020“ werden.
      Während also Bosch keine Batteriezellen selber bauen wird, steigt ein anderes europäisches Konsortium mit dem französischen Spezialisten Saft und Untersützung von Siemens und Manz in genau diese Batteriezellenproduktion ein.

      Schwer zu sagen, bis wann welche Fortschritte bei den Akkus bzw. neue Speichertechnologien kommen werden. Eine Modellrechnung für klassische Innovationszyklen legt zumindest nahe, dass es in den nächsten zehn Jahren laufend zu wesentlichen Verbesserungen kommen wird.

      Daimler ist bei Tesla schon vor einer Weile ausgestiegen. Hat nun aber ein gravierendes Problem in Stuttgart und hat zumindest angekündigt, in den nächsten Jahren massiv in die Elektromobilität zu investieren, seine Modellpalette „EQ“ auf den Markt zu bringen sowie einen globalen Batterie-Produktionsverbund zu etablieren. Aber das ist eigentlich ein etwas anderes Thema.

      Was hingegen den Energieverbrauch der Autos betrifft, kommt das natürlich auch immer auf die Fahrweise, auf die topographische Lage und die äußeren Bedingungen an. Ein Verbrauch von 15 kWh auf 100 km ist keineswegs unrealistisch. Die Praxiserfahrungen mit dem Renault Zoe zeigen, dass man auch problemlos darunter liegen kann. Klar, größere und schwerere Autos brauchen automatisch mehr. Aber das Aufladen über Nacht kannst du auch mit 12 h à 6 kW rechnen. Auf alle Fälle geht es sich relativ locker aus.

      Eine Herausforderung beim Laden werden hingegen sicherlich die Hotspots wie klassische Tankstellen auf den Autobahnen werden. Teile deine Meinung, dass viele Ladestellen, dicke Leitungen, sehr wahrscheinlich lokale Speicher sowie Energiequellen in der Nähe notwendig sein werden. Aber ein Atomkraftwerk braucht es dafür definitiv nicht.
      Auch bei diesem Thema bin ich überzeugt, dass die zunehmende Reichweite der Autos das Problem abschwächt. Bei absehbaren Reichweiten von 500, 600 oder 800 Kilometern (Tesla spricht ja bereits von 1.000 Kilometern) und vollgeladenem Akku beim Start müssen nicht alle unterwegs nochmals nachladen. Viele schon, aber sehr viele auch nicht. Zusätzlich gibt es ja auch Brennstoffzellen.

      Nun, der Austausch mit dir war auf alle Fälle konstruktiv, eine positive Ausnahme hier.
      Abschließend würde mich noch interessieren, worin du persönlich das Endprodukt (wenn es denn sowas überhaupt jemals geben wird, aber reden wir mal von einer Zeit in 40 – 60 Jahren) bei der Automobiltechnologie siehst, wenn für dich die E-Mobilität nur eine Übergangstechnologie darstellt.

      • andreas

        Keine Ahnung was in 50 Jahren sein wird, ich nehme an, dass der Individualverkehr stark zurück geht und mehrere Technologien gleichzeitig verwendet werden.
        Also Elektro für die Stadt und Wasserstoff oder ähnliches für längere Fahrten.
        Es könnten aber auch Induktionsstreifen auf den Hauptstraßen verbaut werden, um den eigenen Akku nur auf Nebenstraßen belasten zu müssen, was die Reichweite schon mit den derzeitigen Akkus enorm erhöhen würde.
        Oberleitungen, wie derzeit z.B. auf Autobahnen für LKW getestet werden, wären auf diesen vielleicht auch eine Lösung.

        Hybrid halte ich aus Gewichtsgründen für die schlechteste Lösung, da es wenig sinnvoll ist, 2 Technologien gleichzeitig zu verwenden.

        Das mit dem Atomkraftwerk war natürlich etwas übertrieben, aber ein Sinnbild dafür, welche Menge an Strom man benötigen würde, wenn bei dem derzeitigen Verkehrsaufkommen, alles Elektrowagen wären.

        Da sich das Verhältnis zum Auto aber ändert, früher musste jeder mit 18 Jahren den Führerschein machen und ein Auto haben, heutzutage ist es manchen egal, denke ich, dass sich das Problem leichter in Griff bekommen lässt. Große Flotten mit kalkulierbaren Routen sind leichter mit etwas zu versorgen, als Private mit eigenem Auto.

        Oder es kommt alles ganz anders. 🙂

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