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„Kann Weißwählen nicht verbieten“

Luis Durnwalder in seiner Wohnung

Alt-LH Luis Durnwalder schließt sich nicht dem Aufruf von SVP-Altpolitikern an, am Sonntag weiß zu wählen. Aber er sagt auch: Er könne niemandem verbieten, weiß abzugeben.

TAGESZEITUNG Online: Herr Alt-Landeshauptmann, stimmt es, rufen auch Sie die Leute auf, am Sonntag weiß zu wählen?

Luis Durnwalder: Ich werde niemandem sagen, was oder wie er zu wählen hat. Ich sage nur: Es ist wichtig, zur Wahl hinzugehen, weil unsere Vorfahren und Vor-Vorfahren lange um das Wahlrecht gekämpft haben. Man sollte also von diesem Recht Gebrauch machen. Und jeder soll das wählen, von dem er glaubt, dass es das Beste ist.

Was halten Sie von den Aufrufen der Opposition aber auch von Alt-SVP-Politikern, weiß zu wählen?

Ich persönlich bin der Auffassung, dass es richtig ist, die Autonomie zu stärken. Jeder kann dann selbst entscheiden, wie er die Autonomie stärken will.

Sie raten aber nicht davon ab, weiß zu wählen?

Ich sage: Jeder soll hingehen und jeder soll vor seinem Gewissen entscheiden, was das Beste für Südtirol ist. Wichtig ist, dass er hingeht.

 

Sie selbst wählen nicht weiß?

Wenn Sie mich fragen: Mein Neffe kandidiert in Bruneck …

… wo Sie wahlberechtigt sind?

Richtig. Er tritt für die Stärkung der Autonomie ein, daher werde ich ihn wählen. 

Haben Sie Verständnis dafür, dass Hans Benedikter die Leute aufgerufen, weiß zu wählen?

Es gibt in einer Demokratie auch die Möglichkeit, hinzugehen und weiß abzugeben …

Sie schließen sich diesem Aufruf Benedikters nicht an? Ist Weißwählen nicht Zeitverschwendung?

Ich kann niemandem verbieten, weiß zu wählen. Ich als Südtiroler, der lange Zeit Mitverantwortung getragen hat, sage, dass es wichtig ist, bei jeder Wahl hinzugehen. Dann muss jeder das wählen, was er für richtig hält.

Interview: Artur Oberhofer

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (14)

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  • rota

    nun wird’s wohl der Neffe ausbaden müssen

  • gerry

    Beim 1. Flughafenreferendum hat Herr Durnwalder sich damals gegen einen Urnengang ausgesprochen. Er hat die Bevölkerung sogar aufgerufen nicht wählen zu gehen damit das Quorum nicht erreicht wird u. so ist dann auch passiert. 90% der Stimmen gegen den Flughafen aber leider nur 38% von den 40% die es gebraucht hätte sind hingegangen. Viele Menschen im Land waren damals von diesem überzeugten Demokraten enttäuscht.

    • realist

      Ob Durnwalder od. Sonstwer, gradlinige u. schnörkellose Politiker gibt es nicht mehr,
      obwohl diese notwendiger wären denn je.
      Und genau diese Tatsache macht die ganze Politik unglaubwürdig u. unsympatisch.
      Das Resultat davon:
      Unzufriedene Wähler (Bürgerinnen u. Bürger) obwohl es den meisten verhältnismäßig gut geht.
      Um das zu ändern, kommt man früher od. später um eine Politik, die die Bürger selber gestalten, nicht herum.

  • andreas

    Wäre Durnwalder nach 20 Jahren abgetreten, man hätte ihm am Walterplatz ein Denkmal hinstellen müssen, so wird es ihm wohl nicht besser ergehen als Kohl, eigentlich schade.

  • rasputin

    Die SVP ist zur reinen Bauern , Spekulanten und Oportunistenpartei verkommen und für viele nicht mehr wählbar. Das System Durnwalder hat heute noch Nachwirkungen in der Politik. Es wundert aber, dass die rechten deutschen Parteien die Wahl von Nationalisten und Faschisten empfehlen nur um der Volkspartei eins auszuwischen. Das Lieblingsprojekt der Patrioten , der östereichische Pass wird mit Urzi , Biancofiore und den Frattelli d`Italia nicht zu verwirklichen sein.

  • checker

    Das wäre auch noch schöner, dass uns jetzt jemand auch noch vorschreibt was wir zu wählen haben. Das ist ja genau der Widerspruch! Das Instrument der Wahl wäre an und für sich sehr wichtig, nur ist es im derzeitigen System ad absurdum geführt und man hat nur die Wahl zwischen schlecht und noch schlechter. Die wahren Machtzentren bleiben vom derartigen System unberührt. Oder wie Horst Seehofer es einmal treffend formuliert hat: “ Die die etwas zu sagen haben, sind nicht gewählt und die die gewählt werden, haben nichts zu sagen“. Also, der der das jetzige System nicht unterstützen will, geht eben nicht wählen und engagiert sich anderweitig um endlich die Demokratie richtig zu führen und nicht als Scheindemokratie in der nur Marionetten am Ruder sind.
    Also: nicht wählen, oder eben systemkritische Parteien sofern es sie gibt.
    Kleines Beispiel am Rande: Der Renzi-Bonus von 80 Euro, kostet den Staat auf die Bevölkerung aufgerechnet 4,5 Mld circa. Letztes Jahre wurden in Italien Banken für ca 30 MLD auf Kosten der Steuerzahler gerettet.
    Noch Fragen?

  • ahaa

    Wer weiss abgiebt stàrkt die Italiener.Das heist wir akzeptieren den Sauhaufen nicht. aber mit der Wahl sind wir so einverstanden!
    Ich nicht.Sonst wirds mit der Vetternwirtschaft nie besser!

    • roadrunner

      In Italien wird man wohl nur Italiener stärken, oder etwa die Chinesen? Das hier ist die Parlamentswahl und nicht die Landtagswahl.
      Die Vetternwirtschaft wird auch nicht beser, wenn man nicht wählen geht, oder weis wählt, sondern man erreicht das Gegenteil. Die Macht konzentriert sich immer mehr auf einzelnen Personen, welche wohl notgedrungen zur Diktatur führt.
      Etwas ändern tut man wenn man partizipiert, nicht wenn man jammert und nichts tun. Das Mindeste ist eben das Wahlrecht.

  • morgenstern

    Eine weise Erkenntnis, dass er einsieht niemanden verbieten zu können weiß abzugeben. Ich glaube der Luis ist angekommen.

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