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Pöder wählt Salvini

Andreas Pöder

Andreas Pöder tanzt bei den Parlamentswahlen am 4. März aus der Reihe und überrascht damit die rechten Oppositionskollegen: Die BürgerUnion spricht sich gegen einen weißen Stimmzettel aus und empfiehlt, die Lega zu wählen.

Von Matthias Kofler

Andreas Pöder gibt sich zugeknöpft: „Wir werden unsere Wahlempfehlung am Mittwoch bekanntgeben.“

Der Landtagsabgeordnete der BürgerUnion fügt noch hinzu: „Sicher werden wir unseren WählerInnen nicht empfehlen, weiß zu wählen.“

Nach Informationen der TAGESZEITUNG wird die BürgerUnion für die Parlamentswahlen am 4. März eine Wahlempfehlung zugunsten der Lega abgeben.

Aus Andreas Pöders Umfeld heißt es: „Den Wählern zu empfehlen, einen weißen Stimmzettel abzugeben, ist irrsinnig, denn dadurch stützt man die Mehrheit, sprich: SVP und PD.“ Innerhalb der BürgerUnion sei eine Weiß-Empfehlung „nie ein Thema“ gewesen.

Damit schlägt Andreas Pöder einen völlig anderen Kurs als die Freiheitlichen und die Süd-Tiroler Freiheit ein: Sie empfehlen, am 4. März einen weißen Stimmzettel abzugeben, lassen dabei aber außer Acht, dass eine „Enthaltung“ keine wirkliche Proteststimme ist, sondern nur der ohnehin schon stärksten politischen Kraft im Lande – also der SVP – hilft, den eigenen Vorsprung übers Ziel zu retten.

Am Mittwoch wird Andreas Pöder also bekanntgeben, dass seine Partei die Lega unterstützt. Beim Blick auf die zur Auswahl stehenden Listen überrascht diese Entscheidung nicht: Die BürgerUnion ist mit dem „Carroccio“ auf einer Wellenlänge, was die Einwanderungs- und Sozialpolitik betrifft (Stichwort: „Südtiroler/Italiener zuerst“); beide Parteien vertreten darüber hinaus eine EU-kritische Position und träumen von einer weitgehenden „Unabhängigkeit“ ihrer jeweiligen Heimatregion.
Auch die Freiheitlichen pflegen seit Jahren gute Beziehungen zur Lega. Bei den Europawahlen 2014 traten die Blauen in einem gemeinsamen Bündnis mit dem „Carroccio“ an, der unter dem Rentenskandal leidende Pius Leitner scheiterte damals aber klar am Einzug ins Brüsseler Parlament. Auch im Vorfeld der italienischen Parlamentswahlen gab es zwischen dem Neo-Lega-Chef in Südtirol, Massimo Bessone, und dem neuen Obmann der Freiheitlichen, Andreas Leiter Reber, einen engen Austausch. Die gemeinsame Wahlallianz kam aber nicht zustande, weil die Freiheitlichen ihrem potentiellen Koalitionspartner schnell signalisierten, dass sie eigentlich null Bock auf Rom haben und die Kräfte viel lieber für die Landtagswahlen im Oktober bündeln wollen.

Andreas Pöder verfolgte die Koalitionsgespräche zwischen Lega und Freiheitlichen als Zaungast. Der BürgerUnion-Politiker verstand schnell, dass es keine Allianz geben werde. „Wenn hier nur herumgeredet wird, dann schlagen wir einen eigenen Weg ein“, sagte Pöder im Dezember.

Letztlich entschied sich auch die BürgerUnion, ob der Aussichtslosigkeit nicht als eigenständige Liste zu den Parlamentswahlen anzutreten. Doch anders als die „rechten“ Kollegen von der Süd-Tiroler Freiheit und den Freiheitlichen wollen Pöder und Co. den eigenen Anhängern keinen weißen Stimmzettel empfehlen, sondern eine Möglichkeit aufzeigen, wie man die große Südtiroler Volkspartei schwächen kann. Die Wahl fiel auf die Lega.

Die spannende Frage lautet nun: Was bedeutet die Empfehlung der BürgerUnion zugunsten der Lega in Hinblick auf die Landtagswahlen im Herbst?

Klar ist: Mit seinem geschickten Schachzug bringt Pöder die Freiheitlichen ordentlich unter Zugzwang. Die Lega wird am 4. März (schon allein aufgrund des miserablen Ergebnisses von 2013) ordentlich an Stimmen dazugewinnen und hat sogar Chancen, im Falle eines Mitterechts-Sieges Teil der neuen italienischen Regierung zu sein; die BürgerUnion steht also in jedem Fall auf der Siegerseite.

Pöder kann sich am 4. März also feiern lassen, während den Freiheitlichen nichts anderes übrig bleibt, als der SVP zu gratulieren.

Doch im Hinblick auf die Landtagswahlen im Herbst werden Andreas Leiter Reber, Ulli Mair und Co. nicht darum herumkommen, den Dialog zur Lega wieder aufzunehmen, um die SVP an ihrem Vorhaben, die Absolute zurückzuerobern, aufzuhalten.

 

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (29)

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  • ambedue

    Besser als weiß ? Macht doch allen übrigen Parteien auch ein Angebot und muntert die Wähler dazu auf, in den jeweiligen Wahl-Bezirken eine andere Partei zu wählen, damit für die Landtagswahlen mehr heraus kommt.

  • andreas

    Dass Politiker taktieren ist normal, dass sie aber auf Kosten des Volkes und nur um die eigene Position zu stärken, solchen Unsinn von sich geben, ist weniger normal.
    Darauf das Land insgesamt schwächen zu wollen, um der SVP eine auszuwischen, muss man auch erst mal kommen.

    • realist

      Bin gleicher Meinung,.
      Wenn die Opposition solche Empfehlungen abgibt, (Weiß od. Biancofiore u. wer weiß was noch kommt) wundert einem nicht, dass wie im Falle des damaligen Rentenskandals die selbe Opposition die Bevölkerung wieder komplett verarscht u. meint, keiner merkts.
      Bin kein absoluter SVP-Wähler, aber wenn das so ist, ist die Opposition erst recht nicht wählbar, bin gespannt, wie sich alles entwickeln wird bis zum Wahltag.
      Vielleicht sollte man sich generell innerhalb der Parteien ehrliche Gedanken darüber machen, was für Land u. Leute das beste ist, ohne sich selber in den Mittelpunkt zu stellen.

  • kurt

    Ich glaube nicht das die SVP jemand braucht der ihr eines auswischt ,das besorgen sich die zuständigen Herrschaften schon selber auch ihrer Glaubwürdigkeit wegen aber da sind sie lange nicht alleine.
    Links oder Rechts ,mittelinks ,mitterechts wenn soll man da vertrauen wenn die größte einheimische Partei schon wenig oder kein Vertrauen geniest und wenn nur von den Lobbys!!!.
    Der normale Bürger ist nur vor den Wahlen gefragt danach ist er nurmehr ein lästiges Übel.

  • sepp25

    die Lega ist in der Mitte – Rechts Koalition. Das heißt Pöder empfielt im Unterland Biancofiore!!
    Nur der SVP eins auszuwischen eine mögliche Berlusconi-Regierung zu unterstützen schlägt doch dem Fass den Boden aus! Sein Kalkül ist eh nur, durch diese Aktion in die Medien zu kommen und im Herbst in den Landtag zu rutschen.

  • prof

    Tiere die geschlachtet werden,suchen sich nicht selbst den Metzger aus,bei den Menschen ist es leider umgekehrt, siehe Freiheitliche,BürgerUnion und SFH.

  • moto

    Dai Pöder, suach dir a gscheide Arbet und verschwind.

  • yannis

    Die Südtiroler stehen vor der Wahl: „Weiß, Pest & Cholera (SVPD) oder eine Italienische Gruppierung zu wählen, man darf auf das Ergebnis gespant sein.

  • erbschleicher

    Der Pöder erstaunt mich immer wieder.
    Sicherlich müssen wir diesen traurigen Anblick eines scheidenden Politikers nicht mehr lange ertragen. Das ist das GUTE an dieser Sache!!!!

  • josef.t

    Die einmalige Autonomie in Südtirol, haben wir sicher nicht der
    Opposition zu verdanken ?
    Mit der Politik der „Rechten“ wäre unser Land längst ein ganz
    normale italienische Provinz !

    • franz

      Die Autonomie haben wir den alten SVP Politikern Magnago Brugger Riz zum Teil auch noch Zeller und Durnwalder zu verdanken.
      Nicht zu vergessen, die Opposition hat einen Wesentlichen Teil dazu beigetragen,dass das Problem überhaupt International Aufmerksamkeit erlangt hat.
      Dies vorausgeschickt, mit der jetzigen SVP – Vasallen des PD der Postkommunisten welche bei jeder Gelegenheit am liebsten die Autonmie abschaffen, setzt die SVP alles auf Spiel was die alten SVP-Politiker mit diplomatischen Verhandlungen und auf Druck der Opposition erreicht haben..

      • mannik

        „Nicht zu vergessen, die Opposition hat einen Wesentlichen Teil dazu beigetragen,dass das Problem überhaupt International Aufmerksamkeit erlangt hat.“

        Das ist jetzt nicht ihr Ernst, oder?

        • franz

          @mannik,
          Von jemand wie Dir der von Gesetz und Recht keine Ahnung hat nicht einmal imstande ein Urteil sinngemäß zu lesen ist, kann man auch nicht verlangen, dass er die Geschichte kennt. !

          • mannik

            Ich wiederhole, weil’s beim Franz offensichtlich nicht angekommen ist:

            „Nicht zu vergessen, die Opposition hat einen Wesentlichen Teil dazu beigetragen,dass das Problem überhaupt International Aufmerksamkeit erlangt hat.“

            Das ist jetzt nicht ihr Ernst, oder?

          • mannik

            Sagt übrigens einer, der Behauptungen bezüglich eines Urteils aufstellt, die er dann nicht beweisen kann und sich nicht mehr traut dazu Stellung zu nehmen…

          • franz

            Zum Urteil 52929 Anno 2016
            Wie geschrieben, anscheinend hast Du das Urteil nicht verstanden.
            P.Q.M.
            Annulla la “sentenza impugnata “ e rinvia per nuovo giudizio al Giudice di pace
            di Verona..
            Così deciso il 27/04/2016 Corte di cassazione .& Ora il Giudice di pace di Verona deve rivedere la sua decisione “tenendo presenti i principi e i rilievi” formulati dai supremi giudici nella sentenza 52929, seguita da : “ALTRI VERDETTI OMOGENEI“. Immigrati, pugno duro della Cassazione: giudice buonista in torto
            http://www.secoloditalia.it/2016/12/immigrati-pugno-duro-della-cassazione-giudice-buonista-in-torto/
            Und damit haben die Zeitungen recht – Lass es Dir von einen Anwalt erklären.
            Wie geschrieben wenn Du der Meinung bist, dass die Zeitungen etwas falsch es geschrieben haben kannst Du ja sämtliche .Zeitungen verklagen.
            Aus meiner Sicht bist der einzige der Lügt unwahre Tastsachenbehauptungen aufstellt, abgesehen von Deinen Beleidigungen und Verleumdungen die Dich noch viel Geld kosten werden.
            art. 594 c. p & art.. – art 3 Abs. 1,2 DL Depenalizzazione sieht ein Zivilstrafe bis 50.000 € vor.

    • yannis

      Hätte dies auch in einer ganz „normalen italienischen“ Provinz funktioniert ?

      – unwirksame Abkommen mit dem Staat (2011-2014 über 3200 Millionen)
      – jährliche Abgaben an den Staat (800 Millionen pro Jahr bis 2018)
      – jährliche Abgaben an den Staat (476 Millionen pro Jahr ab 2018)
      – der SEL Skandal (Millionengrab)
      – der Flughafen (Millionengrab)
      – der SafetyPark (Millionengrab)
      – das Milliardengrab BBT (MILLIARDENgrab)
      – die Wasserstoffanlage und –Busse (Millionengrab)
      – die Müllverbrennungsanlage (Millionengrab)
      – der Thermen Hotel Skandal (Millionengrab)
      – die Air Alps Beteiligung & Subventionen (Millionengrab)
      – Stiftung Vital (Millionengrab und Vetternwirtschaft)
      – die vielen Protzbauten überall (Millionengrab)
      – der Technologiepark (Millionengrab)
      – der Stein-an-Stein Skandal (Millionengrab)
      – die unnützen Landesgesellschaften (BLS, TIS, usw.) (Millionengräber)
      – die defacto Schenkung von Wohnungen ans Militär (Millionengrab)
      – Steuergeldverschwendung Kulturhauptstadt 2019 (Millionengrab)
      – Schadensersatzzahlungen der Therme Meran (Millionengrab)
      – E.ma.con Pleite (Millionengrab)
      – sinkende Renten und Verlust von Rentengeldern (300 Millionen im Jahr)
      – die Konzessionsvergabe der Ahrstufen
      – der SE Hydropower Skandal
      – der Unwählbarkeit von Kandidaten Skandal
      – die Verbandelung mit allen Verbänden und Vereinen
      – der Wanzen-Affären Skandal
      – der Turbo-Staatsbürgerschaft-für-SVP-treue-Ausländer Skandal
      – der Toponomastik Skandal
      – der Mussolini Relief und Siegesdenkmal Skandal
      – die vielen Bürgermeister-Skandale
      – der Treuhandgesellschaften Skandal
      – der Sonderfonds Skandal
      – die ungerechtfertigten Privilegien und Dienstwagen
      – die unverschämten Politikergehälter und -Pensionen
      – die weitverbreitete Vetternwirtschaft
      – die Behinderung der Direkten Demokratie
      – der Kuhhandel bei der Parteienfinanzierung
      – der WOBI Skandal
      – der Kaufleute-Aktiv Skandal
      – der Ausverkauf der Heimat
      – der allgegenwärtige Postenschacher
      – der verbilligte Immobilien für Durnwalder Skandal
      – der Egartner Skandal
      – der skandalöse SMG Vertrag zugunsten Christoph Engl
      – der Wahlkampf von mit Steuergeldern finanzierten Verbänden und Vereinen
      – der Zarenbrunn-Deal (Russen Kuhhandel des EX LH)
      – unerlaubte Wahlwerbung am Wahltag
      – Politikerrenten Skandal (ausgedacht und abgestimmt von der SVP) und Rekurse
      – Unverschämte Vorschußzahlungen auf Pensionen (und Versuch damit die SVP Parteikasse zu sanieren)
      – Arbeitslosengeld für Pensionsmillionäre und Systemprofiteure (Laimer, Rainer, Munter,…)
      – 5 Millionen Euro Schulden der Partei
      – Finanzierung von Wahlwerbung für Marie Ida Måwe aus der SVP Parteikasse
      – gebrochenes Wahlversprechen Mindestpension
      – ESF Gelder Skandal
      – Rekurse der Ex-Mandatare und immer noch SVP Mitglieder
      – gebrochenes Versprechen GIS
      – gebrochenes Wahlversprechen kleine Krankenhäuser
      – Wählertäuschung Doppelte Staatsbürgerschaft
      – Versagen bei Sicherheit und Einwanderung
      – Wahllüge „Vollautonomie“
      – Brennercom Skandal
      – Stiftung Vital Skandal
      – Forellen-Skandal (Millionengrab)
      – weitere Steuergeldverschwendung Flughafen (auch nach Referendum)
      – Schließung Geburtenabteilungen (gebrochenes Wahlversprechen)
      – Manipulationen beim Autonomiekonvent
      – SAD Skandal (Millionengrab)
      – Zustimmung zur Verfassungsreform
      – MEMC/Solland (Millionengrab)
      – uvm.

      • realist

        Es war alles negativ, was getan wurde.
        Aber den allermeisten geht es so gut wie nie zuvor.
        Grenzt schon an ein Wunder.
        Frag mich nur, wem diese ewige alles schlecht-Masche nützt.
        Aber der Mensch ist anscheinend darauf spezialisiert, viele unnütze Dinge zu tun.

  • rasputin

    Ein sogenannter patriotischer Südtiroler empfiehlt die Faschisten der Lega, der Hass auf die Volkspartei treibt seltsame Blüten.

  • mannik

    Franz, wo im Urteil des Kassationsgerichts steht das mit den 96%?

  • franz

    roadrunner
    18. Juli 2017 um 16:37
    Eva Klotz ist ja die Tochter von Georg Klotz. Also a Terroristin.
    +++
    http://www.tageszeitung.it/2017/07/22/impfdekret-ist-akzeptabel/#comment-350204
    roadrunner
    23. Juli 2017 um 10:37
    Was bist du denn der Steigbügelhalter von Frau Klotz?
    Halt doch mal die Fresse du Ignorant.
    Das dürfte reichen für Strafanzeige bei Gericht .

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