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Brunecker Extrawurst

Um der Seilbahngesellschaft am Kronplatz einen satten Förderbeitrag für die Errichtung des Museums für Bergfotografie zukommen zu lassen, musste man einige Tricks anwenden. Das zeigt sich nun deutlicher denn je.

von Silke Hinterwaldner

Für Werner Schönhuber gibt es nur ein Entweder-oder: Entweder das Land zahlt wie vereinbart drei Millionen Euro für das Museum für Bergfotografie am Kronplatz oder es wird gar nicht erst eingerichtet.

„Schließlich“, so der Präsident der Kronplatz Seilbahn AG, „gehen wir damit auch die Verpflichtung ein, das Museum für 20 Jahre zu führen.“ Und an Abmachungen sollte man sich halten. Der Zweifel daran, ob die Kronplatz-Gesellschaft nun doch den Förderbeitrag von Seiten des Landes nicht ausbezahlt bekommen könnte, manifestierte sich in den vergangenen Tagen. Wie das Nachrichtenportal salto.bz berichtete hat das Land nun die Richtlinien für die Förderung von Museum und Sammlungen erneut abgeändert. Dabei hält der Kronplatz das Geld noch gar nicht in Händen. „Wir“, erklärt Schönhuber, „haben aber auch noch gar nicht die Liquidierung beantragt.“ Formell dafür zuständig, dass das Geld tatsächlich nach Bruneck kommt, ist denn auch nicht die private Gesellschaft selbst, sondern die Stadtgemeinde als Vermittlerin.

Aber der Reihe nach. Vor ziemlich genau einem Jahr waren völlig überraschend neue Richtlinien für die Museumsförderung verabschiedet worden. Artikel 3, Abs. 4 besagte, es „können Gemeinden Beiträge für Investitionen im musealen Bereich gewährt und dann musealen Einrichtungen zur Führung überlassen werden. Die Gemeinden können den Beitrag jenen Subjekten abtreten, denen sie die Umsetzung des Bauvorhabens auf der Grundlage einer eigens dafür abgeschlossenen Vereinbarung übertragen haben“. Ein Passus, so die naheliegende Annahme, der eigens dazu eingeführt worden war, um das Museum für Bergfotografie am Kronplatz mit einem satten Förderbeitrag beglücken zu können. Normalerweise sind Gesellschaften mit Gewinnabsicht ganz klar von derlei Beiträgen ausgenommen.

Sehr zum Erstaunen vieler wurde dieser Passus jetzt auch schon wieder gestrichen. Am 6. Jänner hat die Landesregierung neue Richtlinien verabschiedet. Der Kronplatz-Paragraf fehlt. Das lässt den Grünen Abgeordneten Hans Heiss zur Annahme hinreißen, dass diese Vorzugsspur anderen Gemeinden und Museen verwehrt bleiben sollte. Die neuen Richtlinien sind bereits seit 1. Jänner in Kraft.

Um nähere Details zum Normen-Slalom zugunsten der Seilbahngesellschaft in Erfahrung zu bringen, haben die Grünen eine Anfrage im Landtag gestellt. Hans Heiss geht derweil fest davon aus, dass der Drei-Millionen-Beitrag für das Museum am Kronplatz bereits in trockenen Tüchern ist.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (5)

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  • andreas

    Es ist sicher im Interesse aller Südtiroler, dass die Kronplatz Seilbahn AG Steuergelder erhält, um ihr Produkt attraktiver zu gestalten und dafür eigens ein Gesetz kurzfristig geändert und es dann wieder revidiert wird, damit kein anderer in den Genuss dieser Bevorteilung kommt.

    Super SVP, ihr arbeitet scheinbar mit Hochdruck daran, dass euch gar niemand mehr wählt.

  • huggy

    Ich glaube mit dem Geld kann man auch etwas sinnvolleres machen als es für ein Museum auf dem Brunecker
    „Industriehügel“ aus dem Fenster zu werfen.

  • ahaa

    Die paar Millionen hat das Museum schon Gewinn gemacht.Ich spùhre es.mein Leben ist leichter.Gut das wir nicht verschuldet sind und unser Geld an private Aktien wandert.Das fòrdert die Wirschaft.
    Was tàten wir ohne den Gigger?
    Weniger zahlen?Einige hundert Arbeitsplàtze fùr Auslànder weniger?

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