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Dicke Luft

Immer wieder beobachten Anrainer, dass aus den Schloten mancher Unternehmen in Bruneck dicke Rauchschwaden aufsteigen. Warum die Bürger besorgt sind und was der Experte dazu sagt.

von Silke Hinterwaldner

„Je nach Witterung“, erklären die Gemeinderäte der Bürgerliste in Bruneck, „gehen die Emissionen mit einer Geruchsbelästigung einher und halten sich auch mehrere Stunden in der Umgebung. Auch für jeden Laien ist offensichtlich, dass hierbei die Lebensqualität der Anrainer stark beeinträchtigt wird.“

Claudia Renzler, Christina Niederkofler Cont und Walter Huber sprechen in ihrer Anfrage etwas an, das die Brunecker offensichtlich schon lange umtreibt: Gerade in den kalten Monaten entweicht durch die Schlote einiger Unternehmen im Brunecker Talkessel Rauch, der für Beunruhigung sorgt. Ganz konkret sprechen die Gemeinderäte der Bürgerliste in ihrer Anfrage die Tuchfabrik Moessmer und das Werk von Kofler Rech an.

„Ich wohne selbst im Stadtteil von Moessmer“, sagt Niederkofler Cont, „und werde immer wieder von besorgten Bürgern angesprochen, die diesen dichten Rauch bemerken.“ Sie fragt sich, ob es Daten zur Luftqualität in den einzelnen Stadtteilen und punktuelle Überprüfungen von einzelnen Unternehmen gibt. Um derlei Details in Erfahrung zu bringen, hat die Bürgerliste eine Anfrage an den Bürgermeister gestellt. Die Antwort steht noch aus.

Derweil hält Luca Verdi, Direktor im Labor für physikalische Chemie in Bozen, die brandaktuellen Zahlen zur Luftqualität in Südtirol in Händen. Die Statistik ist noch nicht veröffentlich, aber Luca Verdi gewährt einen ersten Einblick. Und: Er gibt weitgehend Entwarnung für Bruneck. Die Zahlen ließen keine Rückschlüsse auf außergewöhnliche Verschmutzung zu.

Er sagt aber auch: „Wenn Bürger etwas Verdächtiges beobachten oder sich auch einfach nur Sorgen machen, können sie direkt im Amt für Luft und Lärm nachfragen. Es werden immer wieder punktuelle Proben gemacht und Messungen durchgeführt, um die Dinge abzuklären.“

Zurück nach Bruneck: Die aktuellen Zahlen zur Luftqualität zeigen, dass die Feinstaubbelastung in Bruneck im Vergleich der Jahre 2016 und 2017 unverändert blieb. Grundsätzlich ist dazu zu sagen, dass der Feinstaub die Südtiroler Städte Anfang der 2000er Jahre im Griff hatte, aber mittlerweile werden die Grenzwerte kaum noch überschritten. Im Bezug auf das Stickstoffoxid ist der heurige Winter vor allem witterungsbedingt weniger gut als der letzte. „Hier“, sagt Luca Verdi, „ist die Situation nach wie vor kritisch, vor allem an den Hauptverkehrsachsen, wie etwa der Autobahn. Es besteht Handlungsbedarf.“ Da Bruneck nicht unmittelbar an einer so stark befahrenen Straße liegt, ist die Luftqualität dort etwas besser als etwa in Bozen.

 

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Kommentare (4)

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  • ahaa

    Die Luftqualitàt ist sicher nicht schlechter als 2016 aber viel schlechter als vor 20 Jahren!Das glaube ich ist nicht nur meine Meinung.
    Von Gais aus kann man gut beobachten wie sich eine Smokwolke ùber Bruneck befindet.Verantworlich dafùr wùrde ich aber auch das Ferheizwerk dafùr machen.Den Feinstaub kennt jeder der putzt.
    Entnehmt bitte mal unangemeldet Wasserproben unterhalb der Moessmer.Ich wette sie stimmen mit den Grenzwerten nicht ùberein.Aber wie immer nur meine Meinung.

  • ollaweilleiselber

    Die Empfindung der Luftqualität mag subjektiv sein, also in einer Meinung zum Ausdruck kommen. Die objektive Qualität der Luft ist nicht eine Meinung, sondern wird anhand bestimmter Parameter gemessen. Wie schauen da die Werte im Vergleich der Jahre 2017, 2016 und 1996 aus?

  • yannis

    kommt alles nur von den bösen Dieselmotoren, alles andere ist so sauber wie Osmose-Wasser.

  • exodus

    Noch dümmer geht es wohl nicht!

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