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„Eine letzte Chance“

Carsharing-Start am 17. Jänner 2017: Magere Bilanz

Ernüchternde Bilanz nach einem Jahr „Carsharing“ in Schlanders. Das bereitgestellte Fahrzeug wurde an nur 22 Tagen benutzt. Über die Gründe kann der Bürgermeister nur Mutmaßungen anstellen.

von Karin Gamper

Die Zahlen sind wenig erbauend: bescheidene 15 Kunden haben sich in Schlanders im Jahr 2017 bei der Genossenschaft Carsharing eingetragen, der zur Verfügung gestellte Kleinwagen wurde an nur 22 Tagen für insgesamt 70 Fahrten benutzt. „Diese Zahlen sind mehr als enttäuschend“, sagt denn auch Bürgermeister Dieter Pinggera offen heraus. Er hätte sich einen deutlich größeren Zuspruch erwartet, als das Carsharing-Modell vor einem Jahr in Schlanders eingeführt worden ist. „Das ist sehr schade, ich hätte mich nämlich gefreut, wenn das Modell angenommen worden wäre“, sagt er. Immerhin würde Carsharing vor allem für Familien Einsparmöglichkeiten bieten: „Man kann durch Carsharing auf ein Zweitauto verzichten“, rechnet Pinggera vor.

Warum die Schlanderser kein Interesse am Fahrzeug-Teilen haben, weiß Pinggera nicht. „An der Öffentlichkeitsarbeit kann es nicht liegen“, stellt er klar. Die Gemeinde habe das Carsharing-Modell laufend beworben, es gab Informationsstände und sonstige Aktionen. Möglicherweise sei in Schlanders der Bedarf an Carsharing nicht groß, weil das öffentliche Verkehrsnetz gut ausgebaut ist. Pinggera: „Es gibt die Bahn, den Autobus und die City-Bus-Verbindungen“, zählt er auf. Möglicherweise sei die Akzeptanz eines innovativen Mobilitätsmodells jedoch auch eine Frage der Zeit: „Vielleicht handelt es sich hier um längerfristige Entwicklungen“, meint er.

Trotz der geringen Akzeptanz wird sich Schlanders für ein weiteres Jahr an Carsharing beteiligen. „Wir geben dem Modell noch eine Chance“, stellt der Bürgermeister in Aussicht, „wenn es nicht besser wird, dann hat es allerdings keinen Sinn weiterzumachen“. Bisher hat die Gemeinde Schlanders in Carsharing 3.500 Euro investiert, weitere 5.500 Euro kamen vom Land. Für die ersten sechs Monate werden es heuer weitere 3.370 Euro sein.

 

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (8)

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  • meinemeinung

    wie in Mals ,wenn nicht die Gemeindebedienstete , allen voran BM Veith gezwungen werden bei Dienstfahrten die CARSHARING Autos zu nutzen und mit Steuergelder zu finanzieren würde es eine traurige Bilanz geben ,aber das interessiert in Mals niemand , denn es ist BIO

    • guyfawkes

      @meinemeinung
      Sie erwecken hier den Eindruck als wäre es nicht in Ordnung dass Dienstfahrten von Gemeindebediensteten oder Bürgermeistern mit Steuergeldern finanziert werden. Mit was sollen sie denn sonst finanziert werden?

  • meinemeinung

    @guyfawkes
    Fahrtspesen Vergütung ist um 1/2 billiger als CARSHARING Autos zu buchen

    • martasophia

      @meinemeinung
      Das mit der Fahrspesenvergütung funktioniert nur wenn für diese Fahrten öffentliche Verkehrsmittel zur Verfügung stehen und im übrigen ist Zeit auch Geld, wenn die Bediensteten dann beispielsweise 2 Stunden unterwegs sind, statt 30 Minuten. Ich finde es lobenswert, dass die Gemeinde das so macht.

  • florianegger

    zu meiner Überraschung funktioniert auch Eppan nicht, da verhältnismässig teuer. Ich war überzeugt, ein nützliches und nachhaltiges Angebot für die Bürger vorzuschlagen.

    • martasophia

      @florianegger . Es wird oft die falsche Rechnung gemacht. Ein Auto für einen Tag mieten plus Benzinkosten ist relativ teuer, aber am Ende des Jahres (sofern man unter 10.000 km bleibt) immer noch um einiges günstiger als ein eigens Auto kaufen, warten und nutzen.
      Allerdings sollte carsharing öfter mal Sonderangebote fürs Wochenende machen.

      • meinemeinung

        @martasophia
        Zeit ist auch Geld ,dass ich nicht lache ,bei der Öffentlichen Verwaltung ,wenn jemand unterwegs ist schaut von denen keiner auf die Uhr.
        Ich hab selber Autos und mache die Rechnung ,aber auf solche Kosten wie Du sie vorgibst bin ich noch nie gekommen . Meistens werden die Rechnungen mit Neuautos gemacht ,aber wer kann sich ein Neues Auto leisten ? wer sich ein neues Auto leisten kann fahrt nicht mit CARsharing .
        Wenn ein Angestellter für sein Auto bei einer fahrt pro km 0,88 Euro bekommt das sind bei 7000 km im Jahr 6160 Euro und das mal 3 ist ein toles Auto für 18.ooo Euro und noch einmal 3 Jahr und er bekommt das nächste Auto um 18.000 Euro und das Alte Auto ist erst 6 Jahre alt und hat erst ca.60000 km

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