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Irre Autofahrt

Foto: 123RF.com

Am Landesgericht wird das Video über eine irre Autofahrt von Bozen nach Klobenstein gezeigt, die 18 Kilometer lange Fahrt dauerte gerade achteinhalb Minuten. Der Angeklagte bestreitet, am Steuer gesessen zu haben, der Richter erwägt eine Identifizierung über ein Gutachten.

Von Thomas Vikoler

 

Nach drei Minuten gibt der Motorradfahrer auf. Er betätigt den Winker und fährt zur Seite, um den hinter ihm fahrenden PKW überholen zu lassen. Zuvor hatten sich der Lenker der schweren Ducati-Maschine und der Autofahrer ein Geschwindigkeitsduell geliefert – mit waghalsigen Überholmanövern, quietschenden Reifen und einer Bordkamera im PKW, die alles dokumentiert hat.

Das Video mit dem wilden Ritt über die Landesstraße auf den Ritten wurde am Mittwoch in einer Strafverhandlung am Landesgericht gezeigt. Angeklagt ist ein 24-jähriger Rittner, dem die Staatsanwaltschaft vorwirft, im August 2014 an einem Geschwindigkeitsrennen auf einer öffentlichen Straße teilgenommen haben. Ein vermeintlicher Verstoß gegen Artikel 9ter der Straßenverkehrsordnung, der eine Haft von sechs Monaten bis zu einem Jahr und eine Geldstrafe zwischen 5.000 und 20.000 Euro vorsieht.

Zu sehen ist auf dem Video, das später von einer unbekannten Person auf Youtube gestellt und dort von den Carabinieri Ritten entdeckt wurde, wie ein nicht näher identifizierbarer PKW in Bozen-Rentsch auf die Rittnerstraße abzweigt. Bei Tag und erheblichem Verkehrsaufkommen. Die Fahrt nach Klobenstein dauert gerade achteinhalb Minuten – bei einer kurvigen Bergstrecke von 18 Kilometern Länge, für die im Normalfall 25 Minuten benötigt werden.

Der PKW überholt alles, was ihn im Weg ist: Fußgänger, Radfahrer, reihenweise andere Autos, das Ducati-Motorrad.

Fabrizio Francia, Anwalt des Angeklagten, beharrt auch nach der Vorführung des Videos auf dem Standpunkt, dass die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft nicht bewiesen werden konnten: Es könne nicht gesagt werden, dass es sich tatsächlich um eine Wettfahrt im Sinne von Artikel 9ter handelte. Das Aufeinandertreffen mit dem Motorrad sei ein zufälliges gewesen. Und dass jemand ein Wettrennen mit sich selbst veranstalte, sei doch eher ungewöhnlich und erfülle die Voraussetzungen von Artikels 9ter nicht.

Für unbewiesen hält Francia zudem, dass sein Mandant an jenem Tag im August 2014 am Steuer saß.

Hier könnte Richter Carlo Busato dem Anwalt allerdings ein Schnippchen schlagen. Er erwägt nämlich, ein Gutachten zur Identifizierung des Fahrers in Auftrag zu geben. Zu Beginn des Videos gibt es eine kurze Szene, in der die beiden Insassen des Raser-PKWs, reflektiert auf der Frontscheibe zu sehen sind. Der Beifahrer ist gut erkennbar, der Mann am Steuer mit leichter Verzerrung.

Mit Hilfe eines digitalen Gesichtserkennungsprogramms, so die Erwägung des Richters, könnte der Fahrer tatsächlich identifiziert werden.

Ob ein Gutachten in Auftrag gegeben wird, dürfte bei der nächsten Verhandlung im Mai bekanntgegeben werden. Im Falle einer Verurteilung droht dem Angeklagten neben einer Haftstrafe ein längerer Entzug des Führerscheins und eine Beschlagnahme des Fahrzeugs.

Der Ducati-Fahrer hat wegen der Wettfahrt übrigens bereits eine Probezeit mit Sozialdienst absolviert.

 

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Kommentare (10)

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  • goggile

    Ich hab noch nie gelesen; dass solche digitalen gesichtserkennungsgutachten bei zwangsimmigrierten schwerstverbrecher im staetichen bereich angewand wurden noch dass hohe gelldstrafen fuer glasplitterattacken und messerbedrohungen oder noch schlimmer die vielen unversicherten auslaendis hen fahrer von autos bestraft wurden. Guter rittner las den anwalt fallen bezahl gar nicht lass dich einsperren und werde zum delinquenten wie die ganze hochkriminelle bei weitem nicht so antique nierte auslaendermeute. Sollte sich der gatterer bericht von gestern als cherz herautellen, gibt es hier keine weiteren kommentare mehr von DDr.goggile

  • watschi

    googile, diesmal muss ich dir widersprechen. der fahrer (wer auch immer) ist ein verbrecher, denn ich will mir nicht ausdenken was da alles passieren hätte kònnen und dann wäre er mit sicherheit im knast gelandet. wenn er nicht vorher gelyncht oder selbst dabei umgekommen wäre. er wird auch bei einer verurteilung nicht im knast landen, aber führerscheinentzug und hohe geldstrafe würde dem raser und auch uns ganz gut tun. es soll auch als abschrecke für andere gesehen werden

  • hubi

    sel sein 127 Sochn in Durchschnitt…. es isch sichar dar Vettl gwesn! I hoff die Gesichtserkennungssoftware erkennt in Sebastian nit. krass!

  • ollaweilleiselber

    Wer die Landesstraße auf den Ritten öfter benützt hat sicher schon mehrmals Erfahrung mit solchen hirnlosen Möchtegernfittipaldis gemacht. Für diese unverantwortlichen Raser wäre ein mehrtägiger Pflichtkurs in einem Fahrsicherheitszentrum ein erster Schritt zu deren Resozialisierung. Deren Fahrverhalten stellt eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit dar und ist somit als Straftat einzustufen und entsprechend zu ahnden.

  • goggile

    praktisch können alle eingesperrt werden. der eine rast, der andre kifft, der andre säuft, der andre geht zu prostituierten, der andre hinterzieht steuer, der andre begeht stalkind der andre ist pädophil der andre zu viel rechts der andre zu viel links der andre verbrennt nicht genehmigte Sachen in den Kamin der die Umwelt der Nachbarn zerstört der andre beleidigt der andre ist schläger der andre ist korrupt und es könnte sich ins unendliche ziehen. man hört sehr vielen und wenn ein jeder erwischt werden würde dann könnten wir uns wohl alle im gefängniss die Hände geben. wie viele Pärchen treiben es im Auto? wer hat das schon nie gemacht? auch dies ist eine Straftat. also es lebe die verbotsgesellschaft wo Stalking gegen die eigenen bürger mit den orongen illegalen Speed chek boxen begangen wird bis ins hirnlose. verantwortlich ist mal wieder niemand.
    wenn gerichte gemeinden verklagen für Schadenersatz an einen Touristen wegen ausgerutscht auf Eisfläche in einem wintersportort wie gröden und Bürgermeister die zu wenig verdienen, nicht abgesichert sind für Pension und die privaten vorzüge anderer hochdotierten posten dafür aufgeben wegen fehlender Leitplanken usw verfolgt werden und nerflich gerichtlich finanziell ausgebeutet werden da regiert der Beamtentum der die Gesellschaft zerstört- hört euch einmal selber alle an! ein jeder dritte wort ist anzeigen usw.
    toll.
    kein wunder dass immer mehr menschen sozialbezuegeabhängig werden denn fleissige die was erwirtschaften denen wird das Geld bis auf den letzten Cent stittig gemacht. die einzigen sicheren berufsgruppen sind heutzutage beamtenposten, aber kreative leute die was aus sich machen machen sich selständig und machens im Auto so wies verboten ist.
    die andren machens mit der sekretärin un nötigen diese.
    so siehts aus.
    man hört von fällen wo hochrangige beamte wahnsinsverbrechen begehen ohne dass das opfer die kraft hat anzeige zu erstatten.
    die fetten ärsche bleiben meistens heil, weisi durch macht und Geld geschützt sind!

  • ollaweilleiselber

    @goggile
    Lieber Herr Goggile, Sie schreiben: „verantwortlich ist mal wieder niemand“.
    Sie irren, verantwortlich ist jeder einzelbe Bewohner unseres Landes, unseres Planeten, und zwar für sich selbst und für seine Umwelt.
    Es drängt sich die Meinung auf, dass Sie zu denen gehören könnten, welche die Schuld und Verantwortung für ihr eigenes Handeln immer bei anderen suchen.
    Sollte dies so sein, dann kann ein Besuch beim Kollegen „sogeatschungornet“ hoffentlich zur Besserung des eigenen Selbstbildes und des Weltbildes beitragen.

  • rota

    Aber das Schönste vom Ritten ist und bleibt der Blick auf den Schlern.

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