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Der Fachkräfte-Mangel

Der Fachkräftemangel stellt für Südtirol eine große Herausforderung dar.  71 Prozent der Südtiroler Unternehmen, haben 2017 neues Personal gesucht.

Der Fachkräftemangel stellt für Südtirol eine große Herausforderung dar. Das WIFO – Institut für Wirtschaftsforschung der Handelskammer Bozen verfügt nun über neue Mittel zur Beobachtung des Arbeitsmarktes. Die Excelsior-Umfrage erhebt den Beschäftigungsbedarf der Unternehmen und ist ein wichtiger Bestandteil des Einsatzes der Handelskammer im Bereich der aktiven Arbeitspolitik.

In den letzten drei Jahren hat Südtirol die günstige internationale Konjunkturentwicklung genützt und die Wirtschaft wird 2018 voraussichtlich weiter wachsen. Diese Entwicklung wirkt sich auch auf den Arbeitsmarkt positiv aus. Südtirol zählt zu den europäischen Regionen mit Vollbeschäftigung. Viele Unternehmen beklagen allerdings Schwierigkeiten bei der Personalsuche.

Die Handelskammer Bozen setzt sich für die Zusammenführung von Angebot und Nachfrage am Arbeitsmarkt ein. Seit 1997 führt Unioncamere (der Verband der italienischen Handelskammern) die erst kürzlich aktualisierte Excelsior-Umfrage durch, um den Beschäftigungsbedarf der Unternehmen konstant zu verfolgen. 2017 wurden in Südtirol über 3.200 Unternehmen befragt.

Insgesamt haben 71 Prozent der Südtiroler Unternehmen, die Mitarbeiter/innen beschäftigen, 2017 neues Personal gesucht. In nur einem Viertel der Fälle ging es darum, vom Betrieb austretendes Personal zu ersetzen. Knapp ein Fünftel der Personalsuche betraf Berufsbilder, die im Unternehmen noch nicht vertreten waren. Diese Daten weisen eindeutig darauf hin, dass sich der Arbeitsmarkt erweitert und die Spezialisierung der Belegschaft steigt.
Im Rahmen der Excelsior-Umfrage konnten insgesamt 67.280 von den Betrieben gesuchte Berufsbilder untersucht werden, von denen 30 Prozent als schwer auffindbar eingestuft werden. Die Bereiche mit dem größten Personalbedarf sind das Gastgewerbe, der Handel und der Bausektor.

In Südtirol betreffen rund 43 Prozent der gesuchten Profile Berufsfiguren mit einer beruflichen Qualifizierung oder einem Berufsbildungsabschluss.

Im Vergleich dazu beträgt der gesamtstaatliche Durchschnitt nur 27 Prozent. Es gilt daher, das duale Bildungssystem weiter aufzuwerten und die berufliche Orientierung der Jugendlichen zu optimieren.
Weiters muss die Hochschulausbildung ausgebaut werden, da sie für die lokale Wirtschaft besonders wichtig ist. Eine jüngste Studie des WIFO zeigt, dass der Südtiroler Arbeitsmarkt in Zukunft von einer steigenden Spezialisierung der Berufsbilder geprägt sein wird. Höhere Ausbildungen werden sehr gefragt sein, insbesondere im Lebensmittelbereich, im Maschinenbau, im Handel und im IT-Bereich.

Handelskammerpräsident Michl Ebner betont die Bedeutung der Ausbildung: „Investitionen für qualifizierte und motivierte Mitarbeiter/innen sind nicht nur für die Gewährleistung der Wettbewerbsfähigkeit Südtirols als Wirtschaftsstandort wichtig, sondern bieten auch den Jugendlichen angemessene Berufschancen.“

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (8)

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  • thefirestarter

    Es gibt nur 2 Möglichkeiten
    – Fremde oder
    – Downgrading

  • der_brottler

    Die Halsabschneider sollen mal vernünftige Gehälter bezahlen, dann bleiben die guten Leute auch in Südtirol.

  • franz

    Es ist wenig hilfsreich wenn Studien von Excelsior-Umfragen usw. erstellt werden undman das Problem nicht erkennt oder ausblendet.
    Was für den Arbeitgeber einerseits durchaus verständlich wenn es darum geht junge Menschen mit befristeten prekären Arbeitsverträgen bzw. mit VOUCHER anzustellen und als Sklaven auszunutzen. ( ohne Krankenversicherung ohne INPS Beitrag+++
    Ermöglicht wird dieses System durch den JOBS ACT & VOUCHER bzw. durch der Streichung des Art. 18 zum Arbeitsrecht. von der Regierung Monti-Fornero. Renzi & Gentiloni.
    Um jeden Tag groß als Wahlpropaganda zu verkünden “ wir haben 1 Milion Artbeitsplätze geschaffen“ Ja 1 Million prekäre Zeitverträge &VOUCHER. für die Statistik der Regierung Renzi & Gentiloni & Co = eine Stunde VOUCHER / Woche ein fixer Arbeitsvertrag !
    Wie gesagt es nützt wenig sich darüber zu beklagen, dass man vergeblich qualifiziertes Personal sucht. wenn man nicht berit ist dieses System abzuschaffen und jungen Menschen mit unbefristeten Arbeitsverträgen ein Perspektive zu geben bzw. einen menschenwürdigen Lohn. zu bezahlen.
    Typisches Beispiel in Südtirol die Übernahme der Verwaltung der-Post
    Eine durchaus erfolgreiche Wahlwerbung von LH Kompatscher für die Bürger von Steinmannwald. die Wiedereröffnung der Post in Srienmannwald.
    Weiniger gut funktioniert der Dienst von Seiten der Post, sein das Land die Post übernommen hat.
    “Rai ‚Alto Adige 16:01.2018 19:35 ( Video ab 9:31 ) Für die Übernahme der Post bezahlt das Land Südtirol 10 Millionen / Jahr.“ Mittlerweile laufen die Verfahren zur Neueinstellung von 25 Postboten“ [..]
    Anscheinend ist der Andrang bei diesen Wettbewerb ehre gering, Grund dürften wohl unattraktive prekäre Zeitverträge sein.

  • wm

    @ der_brottler.
    Wir Halsabschneider bezahlen vernüftige Gehälter. Ich denke 1.900 bis über 2.000€ sind gerecht bei 9 Stunden. Wenn es mehr sein sollte dann probier mal selber eine Firma aufzumachen und zu führen.
    Denke mal nach bevor du so einen Schwachsinn schreibst.

    • ronvale

      Da gibt es nur ein kleines aber gewichtiges Problem.

      Wenn man als oeffentlich Bediensteter mehr verdient als in der Privatwirtschaft, mehr als doppelt soviel in Muenchen wie in Bozen bei gleichen Lebenshaltungskosten einsteckt oder in der Schweiz fuenf mal so hohe Gehaelter bei vergleichbaren Lebenshaltungskosten die Norm sind, wie entscheiden sich dann qualifizierte Arbeitskraefte?

      • der_brottler

        Bravo ronvale, so ist es, im öffentlichen Bereich (z.B Lehrer, Kindergärtner, Straßendienst, Beamte) wird geklotzt, sowohl mit Gehältern, als auch mit Zusatzprivilegien, im privaten Bereich hingegen wird gekleckert – aber ist ja alles eine Sache von Angebot und Nachfrage – jeder hat seine freie Entscheidung, und die Tatsache, dass die Besten ins Auslang gehen kann man wohl nicht leugnen

    • franz

      @wm
      Ich glaube kaum dass, das Land oder die Post unter der Landesvwerwaltung 1900 € bezahlt, abgesehen davon, dass es meist nur prekäre Zeitverträge sind. Und selbst mit einen unbefristeten Arbeitsvertrag mit den jetzigen JOBC ACT-System ohne Art 18 gibt es keine sicheren Arbeitsplatz. womit man die Lohnkosten drückt, wer mit dem nicht einverstanden ist was ihn geboten bzw. was von ihn verlangt wird, wird eben entlassen.

  • morgenstern

    Wo sind sie die IT Spezialisten, die Ing., die Fachärzte usw. die wir in der Vergangenheit vor der lybischen Küste aus Seenot gerettet haben?

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