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Familienväter als Dealer

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In der Garage eines Bozners wurden 29 Gramm Kokain sichergestellt. Der Mann gab vor dem Richter zu, dass es nicht nur für den Eigengebrauch bestimmt war.

Von Thomas Vikoler

Er hat einen elfjährigen Sohn, geht einer festen Arbeit nach und hat offenbar eine Schwäche für Kokain.

Das ist das Profil eines 40-jährigen Bozners, der in den vergangenen Tagen wegen Drogenbesitzes zum Zwecke des Handels verhaftet worden ist.

In der Garage seiner Wohnung hatten die Ermittler – offenbar nach einem Tipp aus der Szene – 29 Gramm Kokain sichergestellt. Der Mann räumte bei der Haftprüfung mit Vorerhebungsrichter Emilio Schönsberg ein, dass die Drogen nicht nur für den Eigengebrauch bestimmt waren.

Ein Geständnis, das ihn vor einem weiteren Aufenthalt in Untersuchungshaft bewahrte. Der Bozner darf vorerst Südtirol nicht verlassen.

Dieser Fall des Familienvaters als Dealer unterstreicht den derzeitigen Boom der harten Drogen. Kokain ist auf dem Vormarsch ebenso wie die Heroin.

Das zeigt auch ein Todesfall der vergangenen Tage. Am Freitag verstarb in einer Bozner Wohnung ein knapp 30-jähriger Mann während eines Besuches bei seiner Mutter. Für die Polizei besteht kein Zweifel daran, dass der junge Mann an einer Überdosis verstorben ist.

Drogen waren laut Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft die Ursache für den Tod eines 41-Jährigen aus dem Veneto im März 2017.

Das ergab eine durch den Pathologen Guido Mazzoleni durchgeführte Obduktion bzw. toxologische Untersuchung.

Der Mann hatte bei einem Bekannten in einer Wohnung in der St.-Vigil-Straße in Bozen übernachtet und war dort verstorben.

Die Staatsanwaltschaft hat inzwischen die Einstellung des Verfahrens beantragt, die Angehörigen des Verstorbenen stellten sich dagegen. Nun fand am Bozner Landesgericht die dazugehörige Verhandlung statt, der Richter wird seine Entscheidung in einigen Wochen bekanntgeben.

Um Drogen geht es auch in einem Strafverfahren gegen einen 35-Jährigen aus der Emilia Romagna. Er war vergangene Woche von den Carabinieri St. Ulrich verhaftet worden, weil er als Kellner nebenbei mit Haschisch und Kokain handelte. In seiner Wohnung wurden 20 Gramm Kokain und eine Präzisionswaage sichergestellt.

Der aus Bologna stammende Mann, ebenfalls Familienvater, wurde von Richter Emilio Schönsberg in den Hausarrest überstellt – bei einem Verwandten in Ravenna.

Seine Arbeitsstelle in einem Hotel in Gröden, wo er seit vielen Jahren arbeitete, ist er damit wohl los.

 

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Kommentare (2)

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  • marting.

    roadrunner, lies dir das gut durch!
    hast auch 2 Kinder

  • franz

    Und dann gibt es Idioten ohne Moral, welche andere zum Konsum von Drogen anstiften wollen.
    Wohl weil es nach den Business mit den “Flüchtlingen“ ein großes Geschäft ist
    Anstatt Drogen zu legalisiere, sollte man strenger Strafen für Dealer einführen Im Gegensatz zu dem was die linken Genossen mit den “Svuota careceri “ & DL Depenalizzazione in den letzen Jahren durchgesetzt haben
    Angesichts von tragischen Fällen wo immer wieder junge Menschen wegen diesen Mist von Drogen unteranderem der Einstiegsdroge Cannabis, bräuchte es für Dealer strenger Strafen vielleicht nicht die Todesstrafe wie in einigen Ländern wie z. B Singapur, Thailand usw. aber ein paar Jahre Gefängnis ( in Gefängnis wie in Thailand ) und dann ausweisen, effektiv ausweisen.
    Nicht wie in Italien wo illegale – Clandestini mehrfach vorbestraft am helllichten Tage im Park Drogen verkaufen. ( von der Polizei angezeigt verhaftet und am nächsten Tag wieder frei.
    Dank Gesetzen des PD mit Unterstützung von SVP.

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