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Meran in den Top Ten

Andreas Rossi und Paul Rösch

Die Bewerbung als Kulturhauptstadt Italiens: Meran schafft es in die Top Ten – zur Freude von Bürgermeister Paul Rösch.

Unter dem Titel „Das kleine Europa Italiens“ hat sich Meran als Kulturhauptstadt Italiens 2020 beworben.

Am Montagabend gab die hochkarätig besetzte Jury das Ergebnis des ersten Auswahlverfahrens bekannt: Meran gehört zusammen mit weiteren neun Städten zur Shortlist der Teilnehmerinnen mit den besten Chancen, den Titel zu gewinnen.

„Es ist uns gelungen, das Ministerium in diesem Wettbewerb mit 45 anderen italienischen Städten von der historischen und kulturellen Besonderheit Merans zu überzeugen“, sagten mit großer Freude Bürgermeister Paul Rösch und Vizebürgermeister Andrea Rossi.

Die zehn ausgewählten Städte werden Ende Jänner für eine ausführliche Präsentation ihres Vorschlags nach Rom eingeladen. Erst im Februar fällt schließlich die Entscheidung, welche Stadt zur Kulturhauptstadt Italiens nominiert wird.

Insgesamt 60 Seiten umfasst das Bewerbungsdossier der Stadt Meran, das zahlreiche Programmpunkte und umfangreiche Investitionen vorsieht. Zu den vorgeschlagenen Initiativen zählen etwa ein Kongress unter dem Titel „Le Merano d’Europa“, eine „Gedankenwerkstatt“ am Kasernenareal, eine neue Konzertreihe mit dem Titel „cc – connection/concerts“ im Rahmen der Meraner Musikwochen, und ein Alumni-Netzwerk für alle, die in Meran zur Schule gegangen sind.

Das Programm enthält auch geplante Investitionen in Höhe von 12,6 Mio. Euro. Dazu zählen beispielsweise eine neue Bibliothek-Zweigstelle für Sinich (mit 550.000 Euro veranschlagt), ein Sitz für das Kinderbuch-Archiv Ò.P.L.A. (1,3 Mio. Euro), die Erschließung der Barbara-Kapelle für das Palais-Mamming-Museum (400.000 Euro) und ein Rundgang über den Dächern der Stadt (350.000 Euro); aber auch Ausgaben, die auf den ersten Blick nicht in den Bereich der Kultur fallen wie ein neuer Bikepoint (510.000 Euro) und der Ausbau des Spazierwegenetzes in der Stadt (535.000 Euro).

„Die Tatsache, dass hier die italienische und die deutsche Sprachgruppe gleich stark vertreten sind, hat Meran zu einem kleinen Europa Italiens werden lassen. Das ist auch das Motto unserer Bewerbung“, sagte Rösch. „Wir sind eine Kulturstadt mit zwei Seelen: Die Begegnung und Vermischung dieser zwei Seelen steht für uns im Fokus. Schließlich wird nicht die Hauptstadt der italienischen Kultur (capitale della cultura italiana) gekürt, sondern die Kulturhauptstadt Italiens (capitale italiana della cultura)“, so Rossi weiter.

Kosten der Bewerbung: 250 Euro

Um übertriebene Kosten bei der Bewerbung zu vermeiden, wurde mit der Erstellung des Dossiers wie vom Stadtrat beschlossen keine externe Agentur beauftragt; stattdessen arbeitete die Gemeinde mit zahlreichen Ehrenamtlichen aus der Meraner Kulturszene zusammen. Dank der ehrenamtlich Tätigen kostete die Bewerbung der Gemeinde unter dem Strich nur 250 Euro, die für den Druck der Bewerbungsdossiers ausgegeben wurden.

700-Jahr-Jubiläum als Vorbild

„Sollte Meran ‚Kulturhauptstadt Italiens 2020‘ werden, würden wir auf das Erfolgsrezept zurückgreifen, das wir bereits bei der Zusammenstellung des Jubiläumsprogrammes angewandt haben: die breitestmögliche Beteiligung und Miteinbeziehung der Meraner Vereine, der Stadtviertel und der BürgerInnen“, sagte Rossi.

In Meran ist man aber auch gewappnet, sollte es mit dem begehrten Titel nicht klappen. „Natürlich haben wir bei der Erstellung des Programms mit Zuschüssen und Beiträgen gerechnet, was uns mehr finanziellen Spielraum für kulturelle Investitionen geben würde. Aber die meisten Programmpunkte sind schon im Regierungsprogramm 2015-2020 enthalten. Wir werden sie also so oder so umsetzen“, erklärte Rösch abschließend.

 

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