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„Falsch montiert“

(Fotos: Freiwillige Feuerwehren)

Zu mehr als 250 Einsätzen wurden die Feuerwehren am Mittwochabend und Donnerstag aufgrund der starken Schneefälle gerufen. Selbst beim Ketten montieren müssen die Wehrmänner Pkw-Lenker immer häufiger unterstützen. 

von Lisi Lang

Die Feuerwehren im ganzen Land haben einsatzreiche Stunden hinter sich. Immer wieder mussten die Wehrmänner am Mittwochabend und am Donnerstagmorgen wegen der starken Schneefälle ausrücken. Knapp 250 Einsätzen von rund 78 Freiwilligen Feuerwehren wurden bis Donnerstagnachmittag verzeichnet. Zudem musste die Feuerwehr zahlreichen Verkehrsteilnehmern weiterhelfen, die nicht angemessen ausgerüstet waren. „Einige waren mit Sommerreifen unterwegs, andere hatten keine Ketten dabei oder wussten nicht, wie man diese montiert und wiederum andere haben die Ketten einfach falsch montiert“, erklärt Markus Bertignoll, Bezirkspräsident der Freiwilligen Feuerwehren im Unterland und Vize-Präsident des Landesverbandes der Feuerwehren. „Nur weil ein paar Pkw- oder Lkw-Fahrer nachlässig sind und auf der Straße dann nicht mehr weiterkommen, kommt irgendwann niemand mehr weiter“, weiß auch Wolfram Gapp, Präsident des Landesverbandes der Freiwilligen Feuerwehren.

Eine Kettenreaktion im wahrsten Sinne des Wortes: „Wenn ein paar Autos nicht mehr weiterkommen, weil sie es nicht schaffen die Ketten zu montieren, dann blockieren sie irgendwann die ganze Straße“, erklärt Wolfram Gapp. Dadurch können andere Pkws wiederum nicht weiterfahren und die entstehenden Staus blockieren auch den Straßendienst, der die Straßen räumen müsste.

Immer mehr Pkws – und auch Lkws – bleiben im Vergleich zu früher bei Schnee auf der Straße liegen – weil viele einfach nicht mehr entsprechend ausgerüstet sind. „Nachdem es in den vergangenen Jahren im Tal kaum solche Niederschläge gab, sind viele Autofahrer nicht richtig ausgerüstet und werden dann überrascht“, bestätigt Wolfram Gapp. Viele Autofahrer würden zwar Schneeketten im Kofferraum mitführen, aber einige wissen einfach nicht, wie man diese montiert. „Wenn man noch nie Ketten angelegt hat, es dann auch noch finster und kalt ist, kann es schon vorkommen, dass man nicht mehr weiter weiß“, so Wolfram Gapp. Es sei zwar keine Aufgabe der Feuerwehrleute, den Pkw-Lenkern beim Ketten anlegen zu helfen, aber „die Feuerwehren sind meist gut gesinnt und helfen auch in diesem Moment“, sagt Gapp. Zudem könne man dadurch dafür sorgen, dass sich Staus schneller auflösen.

Sind viele Fahrer heute also zu nachlässig unterwegs? „Zum Teil“, sagt Wolfram Gapp, „es gibt große Unterschiede zwischen Leuten, die immer wieder mit diesen Wettersituationen konfrontiert werden und Leuten im Tal, die seltener Schneefälle sehen.“

Der Präsident des Landesverbandes der Freiwilligen Feuerwehren rät jedem Fahrer die Ketten einmal mit einem Mechaniker oder beim Kauf auszuprobieren und sich stets zu informieren bzw. zu prüfen, ob Winterreifen und Ketten noch in Ordnung sind. „Zudem darf man eine Schneestraße einfach nicht unterschätzen“, betont Wolfram Gapp.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (1)

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  • markp.

    Jeder der bei diesem Wetter mit Sommerreifen rumdüst und nicht mal imstande ist Ketten zu montieren sofort den Führerschein entziehen, weil er beweist, daß er nicht die nötige geistige Reife hat, ein Fahrzeug zu lenken.

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