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Der Migranten-Report

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Derzeit sind Menschen aus 135 verschiedenen Ländern in einer der Südtiroler Gemeinden ansässig. Die sogenannte zweite Ausländergeneration umfasst etwa 6.650 Personen.

von Artur Oberhofer

Auch in Südtirol haben sich in den letzten 25 Jahren immer mehr Migranten niedergelassen. Hielten sich in den 70er und 80er Jahren Zu- und Abwanderungen über die Staatsgrenzen hinaus noch einigermaßen die Waage, stieg der Wanderungssaldo mit dem Ausland, der hauptsächlich vom Zuzug ausländischer Staatsbürger bestimmt wurde, ab den frühen 1990ern vorerst zögerlich, dann sprunghaft an.

Die meisten Einwanderer wurden mit mehr als 5.000 Personen im Jahr 2007 verzeichnet. Das ist das Jahr der letzten EU-Erweiterung, in dem auch die Neuregelung des freien Niederlassungsrechts der EU-Bürger in Kraft getreten ist. Auch konnten zahlreiche illegale Einwanderer in dieser Zeit ihren Rechtsstatus sanieren, so das Astat in einer neuen Studie.

In den Folgejahren ging der Überhang aus den grenzüberschreitenden Wanderungsbewegungen tendenziell zurück. Da der Großteil der Migranten aus wirtschaftlichen Gründen einwandert, kann die abgebremste Wanderungsdynamik in erster Linie durch die Auswirkungen der Konjunkturkrise erklärt werden.

Die anhaltenden Migrationsflüsse sowie die rege Geburtenentwicklung bei den Einwanderern ließen die Zahl der ansässigen Ausländer im letzten Vierteljahrhundert kontinuierlich steigen: Lebten im Jahr 1991 in etwa 5.700 Personen ohne italienische Staatsbürgerschaft im Land, hat sich der Bestand daraufhin mehr als verachtfacht und liegt derzeit bei rund 47.000 Personen.

Südtirolweit blieb der Ausländeranteil in den letzten Jahren konstant bei 8,9 je 100 Einwohner.

Ausländer in den Bezirken

Auf Bezirksebene ist die Konzentration der ausländischen Wohnbevölkerung in der Landeshauptstadt und im Burggrafenamt am höchsten. Da sich Ausländer vorzugsweise im städtischen Raum niederlassen, weisen Bozen und Meran (14,3% bzw. 15,9%) wie auch Brixen, Bruneck und Leifers (zwischen 9%-10%) überdurchschnittlich hohe Quoten auf.

Im Großteil der Südtiroler Gemeinden (102) liegt der Anteil der ausländische Staatsbürger im Verhältnis zur Wohnbevölkerung jedoch immer noch unter dem Landesdurchschnitt.

Die Herkunft der Einwanderer

In Bezug auf die Herkunft der Einwanderer lassen sich zwei verschiedene Strömungen erkennen: Während bis Mitte der 90er Jahre vor allem Zuwanderer aus dem deutschsprachigen Raum hierzulande eine neue Heimat fanden, nimmt in jüngster Zeit der Anteil der Migranten aus anderen Kulturkreisen immer stärker zu.

Zunächst zogen nach Ende des Kalten Krieges und wegen der politischen Unruhen auf dem Balkan zahlreiche Menschen aus der ehemaligen UDSSR und aus Jugoslawien nach Südtirol, später auch immer mehr Asiaten und Afrikaner.

Derzeit sind Menschen aus 135 verschiedenen Ländern in einer der Südtiroler Gemeinden ansässig. Ein Drittel davon (15.697), stammt aus einem der 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union und mehr als 30% entfallen auf die europäischen Staaten, die nicht zur EU zählen. 18,6% der Ausländer gehören hingegen einem asiatischen und 13,1% einem afrikanischen Staat an.

Die zweite Ausländergeneration

Da Südtirol erst seit relativ kurzer Zeit vom Phänomen der Immigration betroffen ist, sind die ansässigen ausländischen Staatsbürger größtenteils Einwanderer (86,0%), also Ausländer der ersten Generation. Das bedeutet, dass sie im Ausland geboren sind und sich erst später im Leben in einer Südtiroler Gemeinde an- gesiedelt haben.

Aufgrund der relativ jungen Altersstruktur der ausländischen Wohnbevölkerung und der deutlich höheren Fruchtbarkeitsraten der Migrantinnen, wachsen nun Generationen von neuen Südtirolern heran, so das Astat.

Die Zahl der minderjährigen Ausländer ist bis 2014 progressiv angestiegen und beläuft sich derzeit auf rund 9.500.

Von diesen sind fast zwei Drittel in Italien zur Welt gekommen, die meisten davon in Südtirol (88,5%). Zusammen mit den bereits volljährigen, in Italien geborenen Ausländern umfasst diese sogenannte zweite Ausländergeneration etwa 6.650 Personen, 14,0% aller ausländischen Mitbürger.

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