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Neue Jäger

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137 Südtiroler haben die Jagdbefähigung erlangt – davon 120 Männer und 17 Frauen. Auf einer Feier wurde über das Töten und über die Frage, ob die Jagd eine Zukunft hat, gesprochen.

Ein Nachdenken über die Jagd bildete am Dienstagabend im Bozner Kolpinghaus den Auftakt der schlichten Feierstunde für die frisch diplomierten Jägerinnen und Jäger.

Das Jagen in einem größeren Zusammenhang zu sehen, dazu rief Moraltheologe Martin Lintner auf, als er in seinem rund einstündigen Referat die Jagd im Verhältnis zu Umwelt- und Tierethik thematisierte. Denn: Die kompetent ausgeübte Jagd diene letztlich dem Leben, indem sie dazu beitrage, die Tierpopulation und das Gleichgewicht des Ökosystems zu erhalten.

Gleichzeitig erteilte Lintner dem Jagen um des Tötens willens oder der reinen Trophäenjagd eine deutliche Absage. Die gesellschaftliche Akzeptanz des Jagens, führte er aus, hänge mit dem Töten zusammen: Deshalb sei es wichtig, dass das Töten gekonnt und schnell, schmerz- und stressfrei ausgeführt wird.

Er rief die anwesenden Jäger auf, sich nicht an das Töten zu gewöhnen. Zudem lud er sie ein, auch Nicht-Jäger mit zur Wildbeobachtung zu nehmen und sie so an ihrer Begeisterung und Leidenschaft für die Natur teilhaben zu lassen. Zu den jagdlichen Grundhaltungen gehöre die Ehrfurcht vor dem Leben, die Wertschätzung und Wissen beinhaltet.

Es brauche Bewusstseinsbildung und einen Schulterschluss zwischen Jagd, Forst-, Wald- und Almwirtschaft, unterstrich der Theologe, und: Im Hinblick auf die Rückkehr von Bär und Wolf gelte es, Extrempositionen zu vermeiden, da man nicht zu einer bären- und wolfsfreien Zone zurückkehren könne, es aber andererseits naiv und nicht zielführend sei, Probleme mit den Raubtieren zu leugnen. Es bedürfe einer realistischen Vermittlung zwischen den beiden Extrempositionen und der Erhaltung eines natürlichen Gleichgewichts durch gezielte Regulation.

Hat die Jagd eine Zukunft?

Diese Frage stellte Benedikt Terzer, Direktionsassistent des Südtiroler Jagdverbandes. Allgemein, habe er beobachtet, sinke die Akzeptanz gegenüber Jägern und auch die Zahl etwa der Jäger in Italien. Südtirol bilde dabei eine Ausnahme, da sich die Zahl der Jäger über Jahre hinweg bei 6000 hält.

Selbstreflexion sei für Jäger wichtig, unterstrich er: Heute mehr denn je sei es nötig, das Handwerk der Jagd zu erklären. Die Jagd sei ein Handwerk, stellte er den Bezug zum Josefssal im Kolpinghaus als Austragungsort der Feier hin: Auf einer Skulptur werden Redlichkeit, Herz, Frohsinn und Fleiß angemahnt – diese Haltung gab er den Jungjägerinnen und Jungjägern mit auf ihren Weg.

Auch Forstwirtschaftslandesrat Arnold Schuler ging in seinen Grußworten auf den zentralen Punkt der Akzeptanz der Jagd ein und erinnerte die Jäger an ihre Rolle als Heger und Pfleger. Wichtig, knüpfte er an Referent Lintner an, seien eine Haltung der Demut und des Respekts dem Wild gegenüber. Gerade im Hinblick auf das mit Emotionen beladene Thema der Jagd seien eine fundierte Ausbildung und eine gute Beobachtung der gesellschaftlichen Entwicklungen wichtig.

Ergebnis der Jägerprüfung

Die Zahlen der diesjährigen Prüfung legten Luigi Spagnolli, Direktor im Amt für Jagd und Fischerei, und sein Stellvertreter Andreas Agreiter dar: Insgesamt sind 433 Kandidatinnen und Kandidaten zur diesjährigen Jägerprüfung angetreten. Von den zur Theorieprüfung angetretenen 237 Kandidaten haben 191 (81 Prozent) die schriftliche Prüfung in Quizform bestanden und 168 Kandidaten (88 Prozent) die mündliche Prüfung – davon hatten bereits 9 Kandidaten in den vergangenen Jahren die Schießprüfung bestanden.

Insgesamt haben also 71 Prozent den theoretischen Teil der Prüfung bestanden. Davon sind zur (nur mündlichen) Zusatzprüfung 7 Kandidaten angetreten, von denen zwei bestanden haben.

Zur Schießprüfung angetreten sind 196 Kandidaten und Kandidatinnen, davon haben 138 (70 Prozent) bestanden. 61 Prüfungsabsolventen und -absolventinnen haben den Jungjäger-Praxiskurs besucht; 76 Prüfungsabsolventen haben das Revierpraktikum absolviert. Die Jagdbefähigung haben heuer somit 137 Personen erlangt, davon sind 120 Männer und 17 Frauen.

Zahlen zur Jagd in Südtirol

In Südtirol ist das Recht zur Jagdausübung grundsätzlich nicht an den Besitz von Grund und Boden gebunden, sondern an die Dauer der Ansässigkeit im jeweiligen Revier, jeder in Südtirol ansässigen Person wird also der Zugang zur Jagd ermöglicht. An die 6.100 Quadratkilometer in Südtirol sind bejagbar. Der Großteil der bejagbaren Fläche verteilt sich auf 145 Jagdreviere kraft Gesetz, die sich auf acht Jagdbezirke verteilen. Die 51 Eigenjagden nehmen gut 100 Quadratkilometer und somit weniger als zwei Prozent der Jagdfläche ein.

Im laufenden Jahr 2017 verzeichnet der Südtiroler Jagdverband 5.963 Jägerinnen und Jäger. Die Anzahl der Frauen nimmt zu: Von 55 Frauen im Jahr 1990 ist die Anzahl im heurigen Jahr auf 324 Jägerinnen angewachsen.

 

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Kommentare (3)

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  • drago

    „Die kompetent ausgeübte Jagd diene letztlich dem Leben, indem sie dazu beitrage, die Tierpopulation und das Gleichgewicht des Ökosystems zu erhalten.“
    Ich bleibe bei meiner Frage: Wieviele Jäger würden noch ihrem Hobby nachgehen, wenn sie das Wildbret abgeben müssten (z.B. Altersheimen) und die Trophäen verbrannt würden. Dann blieben nur mehr die übrig, denen es ums Töten geht und die, denen die Hege und Pflege laut obigem Satz wichtig sind. Sich in der Natur aufhalten und Tiere beobachten, kann man auch ohne Gewehr.
    Noch ein Vorschlag: Jagd ja, aber mit Pfeil und Bogen (sogar mit einem modernen Kompositbogen und nicht mit Ötzis Haselstaude) und Anmarsch vom letzten öffentlich befahrbaren Weg. 🙂

  • marher

    Mir kommt vor dass in diesem Forum zwar hochbegabte und studierte Leute gut schreiben, aber ihr Hausverstand lässt zu Wünschen übrig. Wer so einen Schwachsinn schreibt, kennt sich entweder mit dem Wild und dem Gehege aber vor allem nicht mit der Jägerei nicht aus.

  • drago

    Bin sehr froh von einem, der sich auskennt, indirekt zu hören, dass dem Jäger Wildbret, Trophäe und ähnliche Äußerlichkeiten nichts zählen, sondern einzig die Hege des Wildes und dass sie die Forststraßen nur deshalb nutzen, weil sie halt da sind.
    Warum dann Vielender so viel mehr gefragt sind, als weibliche Tiere und manche Abschußziele nicht erreicht werden und ähnliche Ungereimtheiten, sind mir dann immer noch nicht klar, aber ich bin ja auch kein Jäger.

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