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Kakao und Pioniere

Nur knapp ein Prozent der in Südtirol verkauften Schokolade ist fair gehandelt. Am Sonntag fand eine weitere Etappe der Sensibilisierungs-Tour statt.

Bei der Türöffnung des schokoladigen Adventskalenders sweet afFAIR am Sonntag, 10. Dezember im Pfarrheim Naturns waren viele Pioniere aus dem fairen Handel dabei. Die Eine-Welt-Gruppe Naturns hat die Vorbereitung übernommen, mehr als 40 Menschen kamen, genossen die Musik von Vertretern der örtlichen Musikkapelle von Querflöte und Klarinette, den theatralischen öffentlichen Seitensprung mit fairer Schokolade von Katharina Gschnell des Schauspielkollektivs binnen-I, das Schaukochen von Schokolade, die Feuerschüsseln und Fackeln.

Sie informierten sich anhand der Schokolade-Ausstellung über Daten und Fakten zum Kakaoanbau. Den heißen Kakao tranken sie aus selbstgemachten Tontassen, die Schüler der Grundschule Plaus im vergangenen Sommer angefertigt hatten.

Viktoria Klotzner von der Eine-Welt-Gruppe erzählte, dass sie bereits vor 30 Jahren mit anderen Mitgliedern der Gruppe versucht hatte, fair gehandelte Produkte aus dem Globalen Süden der Welt zu importieren – auch Schokolade, um die Produkte der dortigen Bevölkerung direkt und ohne Zwischenhändler und zu einem fairen Preis kaufen zu können.

Die Weltgruppe ist heute aktiv, arbeitet mit verschiedenen Kleinbauern und Genossenschaften zusammen, um den Menschen langfristig und nachhaltig ein Auskommen mit dem Einkommen zu garantieren.

Obwohl der Weltmarkt nach immer mehr Schokolade giert, steckt der Kakaoanbau an der Elfenbeinküste und in Ghana in der Krise. Um auf diese Tatsache aufmerksam zu machen, öffnen die Südtiroler Weltläden und die oew-Organisation für Eine solidarische Welt in der heurigen Adventszeit in 24 Südtiroler Ortschaften 24 besondere Türen. Ziel von sweet afFAIR ist es, Alternativen zur konventionellen Schokolade aufzuzeigen und den Wert und die Wichtigkeit fair gehandelter Schokolade aufzuzeigen.

Weil vor allem junge Menschen keine Perspektiven auf den Kakaoplantagen in Äquatornähe mehr sehen, suchen sie ihr Glück in der Stadt oder eine bessere Zukunft in Europa. Wenn sich auf den Kakaofeldern nicht maßgeblich etwas ändert, wird sich Kakao in nächster Zukunft enorm verknappen und die Krise auch Europa erreichen.

Nur knapp ein Prozent der in Südtirol verkauften Schokolade ist fair gehandelt.

Nächster Treffpunkt von sweet afFAIR ist Montag, 11. Dezember in Sarnthein. Um 17.30 Uhr wird die Tür zum Pfarrheim vorn Sarnthein geöffnet.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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