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„Kein Grund zum Feiern“

Ulli Mair

Für die Freiheitliche Ulli Mair ist das 60 Jahre Sigmundskron-Jubiläum kein Grund zum Feiern.

Die Südtiroler Volkspartei feiert heute 60-Jahre Sigmundskron.

Ulli Mair von den Freiheitlichen ist nicht zum Feiern zumute.

In einer Aussendung schreibt sie:

„Die Kundgebung damals kann sicher als ein einschneidendes Ereignis in der Südtirolpolitik bezeichnet werden. Nur stellt sich für mich die Frage, was ist daraus geworden? Wurde das umgesetzt, was man sich von Sigmundskron erwartet hat? Die Antwort darauf lautet leider Nein. Damals wurde nicht nur das Los von Trient, sondern auch das Los von Rom sowie die Selbstbestimmung gefordert.

Heute, 60 Jahre später, haben wir zwar eine Autonomie, doch sind wir weiterhin dem flatterhaften Staat ausgesetzt und in vielen wichtigen Bereichen – wie der Einwanderung, Finanzhoheit usw. – fehlen uns die Zuständigkeiten. Italien ist nach Griechenland der meistverschuldete Staat in der EU und dieser Umstand wirkt sich natürlich auch negativ auf den Südtiroler Landeshaushalt aus. Unabhängigkeit und Freiheit sind nach wie vor die einzige Garantie für eine sichere und bessere Zukunft.

Es geht uns bestimmt besser als vielen anderen, aber es darf bezweifelt werden ob man sich vor 60 Jahren eine SVP gewünscht hat, die einmal einen politischen Pakt mit einer Links-Partei wie dem PD eingeht und sich immer mehr in den Staat Italien integriert und Südtirol dadurch auf den besten Weg ist, eine ganz normale italienische Provinz zu werden.

Damals wie heute gilt, dass man für große Themen die Zustimmung in der Bevölkerung braucht, um ein Ziel zu erreichen. Für uns Freiheitliche ist die Autonomie nicht das Ende der Geschichte wie für die SVP, die 1992 stehengeblieben ist. Die SVP, allen voran die Landesregierung, hätte heute anlässlich der Feier auf Sigmundskron die Gelegenheit, endlich eine Solidaritätsbekundung zugunsten der katalanischen Regionalregierung auszusprechen. Südtirol stand und steht in diesem Prozess im Abseits, ein Indiz dafür, wie verwöhnt wir inzwischen sind und dass wir das Kämpfen verlernt haben. Eine Solidaritätsbekundung könnte ein erster notwendiger Schritt sein, sich wieder in diesen zukunftsweisenden Prozess einzuklinken.“

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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