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„Bioflächen verdoppeln“

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Bauernbund, Land und Co. haben ein Biokonzept vorgestellt. Mit zehn Maßnahmen sollen die Bioflächen in Südtirol bis 2025 verdoppelt werden.

von Heinrich Schwarz

Es ist ein ehrgeiziges Ziel, das sich der Südtiroler Bauernbund, die Bioverbände, die Landesverwaltung, die Uni Bozen, die Eurac, die Laimburg, die Beratungsringe und die landwirtschaftliche Berufsbildung gesteckt haben: Bis zum Jahr 2025 will man die Bioflächen in Südtirol in allen Sektoren verdoppeln. Gestern wurde das „Biokonzept 2025“, das in den letzten beiden Jahren gemeinsam ausgearbeitet wurde, präsentiert.

Dem Biokonzept ging eine Umfrage des Bauernbundes unter seinen Mitgliedern im Jahr 2015 voraus, bei der sich 57 Prozent dafür aussprachen, sich mit der Biolandwirtschaft intensiver zu beschäftigen.

Konkret bedeutet eine Verdoppelung: Auf etwa 20 Prozent bei Äpfeln, 15 Prozent bei Beeren, 16 Prozent bei Ackerfrüchten und Kräutern sowie zwölf Prozent beim Wein sollen die Bioflächen in den nächsten acht Jahren ansteigen. Voraussetzung dafür sei, dass die Rahmenbedingungen verbessert werden, sind sich alle einig. Sprich: Der Bioanbau muss stärker unterstützt werden.

Seit dem Jahr 2010 ist die Anzahl der Biobetriebe bereits von 650 auf über 1.000 gestiegen. „2.000 Hektar werden im Obstbau biologisch bewirtschaftet. Jeder zweite EU-Bioapfel kommt aus Südtirol“, weiß Landesrat Arnold Schuler. Dabei sei Südtirol klimatisch und aufgrund des Berggebietes eigentlich nicht begünstigt.

Ein Schwerpunkt wird nun sein, die Aus- und Weiterbildung auszubauen. In allen Fachschulen soll die biologische Landwirtschaft künftig gleichwertig gelehrt werden. Neben den Umstellungslehrgängen für den Obst- und Weinbau ist auch einer für die Grünlandwirtschaft in Planung. Die Verbände bieten darüber hinaus Seminare an.

Weiters sollen – wie in vielen anderen europäischen Ländern – höhere Umstellbeihilfen vorgesehen werden. „Für die Berglandwirtschaft besonders wichtig sind auch die Investitionsförderungen. Viele Ställe müssen bei einem Umstieg um- bzw. ausgebaut werden, was hohe Kosten mit sich bringt“, erklärt Bioland-Obmann Toni Riegler.

Nachholbedarf sehen die Experten in der Forschung. Arnold Schuler kündigt etwa ein Kompetenzzentrum an, das sich um die Pflanzengesundheit kümmert.

Mit den Biomarken und dem Prinzip des „Verbands-Bio“ statt dem EU-Bio will man indes weiterarbeiten, damit sich Südtiroler Biobauern abheben können.

In der Vermarktung ist vorgesehen, den Anteil der Biolebensmittel in öffentlichen Küchen und Mensen zu erhöhen. Bauernbund-Obmann Leo Tiefenthaler schlägt verpflichtende Mindestprozentsätze für Biolebensmittel aus Südtirol vor.

Der Bauernbund soll sich insgesamt zusammen mit den Bioverbänden dafür einsetzen, dass die rechtlichen Rahmenbedingungen angepasst werden und dass die Kommunikation – etwa über besondere Initiativen wie die Schule am Bauernhof – intensiviert wird. Ebenfalls wird der Bauernbund weitere gemeinsame Treffen koordinieren.

Die Genossenschaften sind optimistisch, was den Biomarkt betrifft. Die Vermarkter gehen für die nächsten Jahre von einem Bio-Marktanteil zwischen zehn und 50 Prozent je nach Produkt aus. Die Wachstumsprognosen liegen zwischen zehn und 30 Prozent. Der Umsatz in Deutschland und Italien beträgt zusammen über 14 Milliarden Euro.

„Davon sollen auch die heimischen Betriebe profitieren“, ist man sich einig. Toni Riegler betont aber: „Bio kann dann wachsen, wenn die Konsumenten die Betriebe mit dem Kauf biologischer Produkte unterstützen.“

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