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„Noch längere Durststrecke“

Stephan Jäger

Stephan Jäger

Der Verbund der Kleinaktionäre der Sparkasse meldet sich in Bezug auf Bilanz und Strategieplan zu Wort.

„Der deutliche Verlust der Sparkassengruppe von 46 Millionen Euro vor Steuern bzw. von 29 Millionen Euro nach Steuern bietet für die Aktionäre wahrlich keinen Grund zur Freude“, schreibt der Vorsitzende des Verbundes der Kleinaktionäre der Südtiroler Sparkasse, Stephan Jäger, in einer Aussendung.

Die Erfolgsrechnung 2016 sei sehr durchwachsen aufgrund von drei speziellen Faktoren, die in unterschiedliche Richtungen gewirkt hätten: „Auf der Kostenseite konnte eine spürbare Verbesserung festgestellt werden, die bisherigen Bemühungen der Bankführung um Kostenreduzierung haben ihre Früchte getragen. Das Zinsniveau im Markt ist weiter gesunken und mittlerweile im negativen Bereich angekommen, dieser Trend hat zwangsläufig die Bruttomarge reduziert. Zudem haben diverse Einmalkosten das Ergebnis stark belastet, dazu zählen die Kosten für den Verkauf eines Paketes fauler Kredite ebenso wie die Zahlungen zur Rettung italienischer Krisenbanken.“

Im operativen Bereich – ohne alle Sondereffekte – bleibe das Verhältnis von Kosten und Umsätzen, die sogenannte Cost-Income Ratio, auf einem bedenklich hohen Niveau. Die Entscheidungen von Verwaltungsrat und Generaldirektor zur Reduzierung der faulen Kredite werden vom Verbund der Kleinaktionäre begrüßt.

Zum Strategieplan 2016-2021 schreibt Stephan Jäger:

„Der neue Strategieplan klingt zunächst gut und verheißt Aufbruchsstimmung in eine neue, bessere Zukunft für die Bank und die Aktionäre. Der neue Plan sieht substantielle Gewinne erst gegen Ende des Planhorizonts im Jahr 2021 vor, kurzfristig werden leider keine großen Gewinne erwartet.“

Die künftigen Gewinne sollen besonders durch zwei Faktoren begünstigt werden: einmal wird mittelfristig auf einen Anstieg des Zinsniveaus gesetzt und auf der Kostenseite ist ab 2019/2020 eine Reduzierung der Personalkosten durch Nicht-Nachbesetzen von ausscheidenden Mitarbeitern geplant, die in Rente gehen. „Je nach Sichtweise auch eine mutige Strategie und nicht risikofrei“, so Jäger.

Er erklärt abschließend:

„Die Durststrecke für die Aktionäre wird leider deutlich länger andauern als ursprünglich geplant. Hoffen wir wenigstens, dass der weitere Weg zur Wiedererlangung der Rentabilität von Erfolg gekrönt sein wird. Hervorzuheben ist die spürbar gestiegene Transparenz der Bank in der Kommunikation mit den Aktionären.“

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