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Anklage: Straßenmord

Der Unfallwagen, Omar Masiero

Der Unfallwagen, Omar Masiero

Der Mann, der den Mercedes lenkte, in dem im Dezember der 25-jährige Omar Masiero starb, muss mit einer Haftstrafe von über zehn Jahren rechnen.

von Thomas Vikoler

Der neu eingeführte Artikel 590bis des Strafgesetzbuches sorgte von Anfang an für Diskussionen. Zu streng mit völlig unverhältnismäßig hohen Strafen. Gemeint ist die Einführung der fahrlässigen Tötung im Straßenverkehr, auch Straßenmord genannt durch eine Gesetzesänderung des Parlaments.

Diese greift nun auch zu einem Unfall, der sich Anfang Dezember auf der Staatsstraße bei St. Pauls ereignete: Ein Mercedes scherte gegen 4.00 Uhr früh plötzlich aus und landete in den Obstwiesen.

Mehrere Unfallopfer waren im Fahrzeug eingeklemmt und mussten befreit werden. Insgesamt waren vier Männer aus Eppan und Kaltern im Alter zwischen 25 und 31 Jahren waren an dem Unfall beteiligt.

Für den 25-jährigen Omar Masiero kam jede Hilfe zu spät, er verstarb noch an der Unfallstelle. Die übrigen Insassen des Wagens, darunter der Fahrer, wurden zum Teil schwer verletzt.

Und letzterem droht nun – aufgrund des neuen Artikels zur fahrlässigen Tötung im Straßenverkehr – eine Haftstrafe von bis zu 18 Jahren.

Die Staatsanwaltschaft am Landesgericht hat nun ihre Ermittlungen zum schweren Unfall in St. Pauls abgeschlossen.

Diese haben ergeben, dass der Fahrer mit einem Alkoholgehalt von über 0,8 Gramm pro Liter im Blut unterwegs war. Damit fällt er automatisch unter Artikel 590bis. Allein für die Überschreitung der Mindest-Alkoholgrenze liegt der Strafrahmen zwischen fünf und zehn Jahren. Er steigt zusätzlich, wenn bei dem Unfall mindestens eine Person getötet wurde und mehrere Personen verletzt wurden. Die Höchststrafe für fahrlässige Tötung im Straßenverkehr liegt bei 18 Jahren.

Diese wird der Unfallfahrer – er hatte erklärt, er sei einem Hasen auf der Fahrbahn ausgewichen – am Ende wohl nicht erhalten, an einem Gefängnisaufenthalt dürfte er aber kaum vorbeikommen.

Dabei hatte die Gruppe aus dem Überetsch, die auf dem Meraner Weihnachtsmarkt unterwegs war, zunächst überlegt, mit dem Bus nach Hause zu fahren.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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