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Entscheidung im April

terentenWo und wie sollen Flüchtlinge im Pustertal untergebracht werden? Bis Ende April müssen sich die meisten Gemeinden im Pustertal entscheiden, ob sie Kleingruppen Asyl gewähren wollen.

von Silke Hinterwaldner

Gebhard Mair hat in diesen Tagen und Wochen alle Hände voll zu tun. Der Leiter der Sozialdienste in der Bezirksgemeinschaft Pustertal wird immer wieder von den Bürgermeistern eingeladen, um das so genannte Sprar-Programm vorzustellen. Einfacher ausgedrückt: Die meisten Gemeinden im Pustertal müssen sich jetzt Gedanken darüber machen, wo und wie Flüchtlinge untergebracht werden.

Am Dienstagabend war Mair deshalb Gast bei der Sitzung des Gemeinderates von Terenten. „Eine gewisse Skepsis“, sagt er nach dem Treffen, „ist bei diesem Thema ganz normal. Insgesamt kann ich sagen, dass das Gespräch durchaus angenehm war.“

Nachdem die Gemeinderäte jetzt Informationen erhalten haben, müssen sie sich bis Ende April darüber im Klaren sein, wie sie weiter vorgehen wollen. Dabei ist die Situation in Terenten eine ganz besondere: Im Jänner hatte Bürgermeister Reinhold Weger die Information erhalten, dass im Schulcontainer mindestens 35 Asylbewerber untergebracht werden sollte. Nachdem man von diesem Plan wieder abgerückt ist, zeigt sich Terenten durchaus gesprächsbereit.

„Wir müssen jetzt entscheiden“, sagt der Bürgermeister, „ob wir dem staatlichen Sprar-Programm beitreten wollen oder das Risiko eingehen, doch noch eine Containersiedlung zu bekommen.“ Weger steckt jetzt alle Gemeinderäte in eine Arbeitsgruppe, die dann bis Ende April eine Antwort auf diese Frage finden soll.

Wie in Terenten werden auch andere Gemeinden im Pustertal vorgehen müssen. In den Unterbezirken Tauferer Ahrntal, Bruneck/Umgebung und Gadertal müssen noch Unterkünfte für Flüchtlinge geschaffen werden. Jetzt haben dort die Gemeinden bis Ende April Zeit, zu entscheiden, ob sie bereit sind Kleingruppen aufzunehmen. Bis Ende September muss dazu ein Konzept eingereicht werden. „Das bereitet uns einiges Kopfzerbrechen“, erklärt Gebhard Mair, „aber wir werden schon eine Lösung finden.“

Wichtig sei jetzt, dass die Gemeinden bekunden, in welche Richtung sie gehen wollen. Die Bezirksgemeinschaft als übergeordnete Instanz kann dann die Organisation federführend begleiten.

Aber auch in Terenten ist schnell klar geworden, dass viele keine große Freude mit der Unterbringung von Flüchtlingen im Dorf haben. Bürgermeister Weger hatte zu diesem Zweck eine Gemeindewohnung freigehalten. Prompt kam der Protest der Freien Liste Terenten. Gemeinderat Karl Engl wies darauf hin, „dass für die seit Dezember leer stehende Wohnung bereits fünf Familien aus Terenten ein Wohngesuch gestellt hätten. Die Verwendung der Wohnung für Asylzwecke sei auf Gemeindeebene aber nie ein Thema gewesen“.

Er findet es nicht richtig, dass eine Wohnung, die für Familien aus dem Dorf bestimmt war, plötzlich für nicht näher bekannte Flüchtlingsunterbringungspläne dienen soll.

Bürgermeister Weger versucht einzulenken: „Wir haben die Rangordnung vergangene Woche genehmigt, aber noch keine Zuweisung gemacht, weil wir noch abwarten möchten. Das scheint mir durchaus legitim.“

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