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„Ich liebe Feuerwerke“

tribus-feuerwerkTAGESZEITUNG-Herausgeber Arnold Tribus ist ein glühender Fan von Feuerwerken – und gegen LED-Luftballons. EIN LEITARTIKEL.

Alle Jahre wieder kommt nach dem Christkind die Debatte, ob man Feuerwerke verbieten soll oder nicht. Neu ist, ob es ökologischer und moralisch verantwortungsvoller sein soll, Feuerwerke durch sogenannte LED-Luftballone zu ersetzen.

Die Meraner Stadtverwaltung unter dem umweltbewussten Bürgermeister Paul Rösch hat sich für die Ballons entschieden und tut so, als hätte man damit eine ökologisch einwandfreie Lösung gefunden. Feuerwerke sind bös, leuchtende Luftballons gut und grün.

Aber nicht einmal alle Grünen sind von dieser Lösung überzeugt, glaubt man dem unabhängigen Gemeinderat Kurt Duschek, der ja auf der grünen Liste gewählt wurde und große Bedenken geäußert hat. Es genüge, die Gebrauchsanweisungen durchzulesen und man erkenne sofort, dass LED-Luftballons keine saubere Alternative darstellen, es genüge der Hinweis, dass sie eine Knopf-Batterie enthalten, die es auf dem Wertstoffhof zu entsorgen gelte. Was tun also, wenn man in der Silvesternacht nicht auf den Glitzer verzichten will?

Ich liebe Feuerwerke, jene pyrotechnischen Spektakel, die dunkle Nächte erhellen, staunen und träumen lassen. Sie verzaubern die Nacht mit ihren endlosen und farbenintensiven Kaskaden, die aufleuchten, immer intensiver und bunter werden. Sie sind Ausdruck von Schönheit und Reichtum, von Glanz und Glorie, sie lassen auf eine bessere Welt hoffen, auf einen Regen voller Gold und Glück.

Sie verzaubern und lassen mit ihrem Glitzer die Augen der Jungen und Alten leuchten, verleihen jeder Feier eine besondere und feierliche Atmosphäre. An großen Festtagen muss ein Feuerwerk abgebrannt werden, sonst ist das Volk nicht zufrieden, traurig, es belebt die Stimmung, es ist so was wie der krönende Höhepunkt eines Festes.

Was wäre Sylvester ohne Feuerwerke?

Man sieht im Fernsehen, dass sich die Städte an Reichtum und Prunk ihrer Feuerwerke übertreffen wollen. Das Feuerwerk bei den Olympischen Spielen in China war das prächtigste aller Zeiten, nicht umsonst kommen diese Leuchtkörper zum Großteil aus China. Weil Feuerwerke sehr teuer sind, gibt es auch Jahr für Jahr Diskussionen, ob es moralisch überhaupt vertretbar sei, so viele Tausend Euro in wenigen Sekunden-Minuten zu verpulvern.

Weil man beide Fraktionen befriedigen muss, werden kleine Feuerwerke angeboten, prassen will man nicht, ganz darauf verzichten will man auch noch nicht, obwohl es nun in Italien Trend wird, darauf zu verzichten. In sehr vielen Gemeinden wurde ein allgemeines Feuerwerk- und Böllerverbot erlassen. Einmal wird das moralisch-ethisch begründet, die Stadt will nicht so viel Geld verpulvern, während viele Menschen Hunger haben.

Eine Verlogenheit und billige Beruhigung des Gewissens, denn die Hungernden sehen ja keinen Cent vom Eingesparten. Zu Hilfe eilt der Verbotsgesellschaft aber das milde und trockene Klima. Das leuchtet ein: ein Feuerwerk und das Geböllere könnte zu Bränden führen, das muss auf jedem Fall verhindert werden.

Und schließlich sind die Tierschützer die radikalsten Verfechter eines Knallverbotes, das alle Tiere aufschreckt und unsagbar leiden lässt, weil das ihrem Gehör nicht zuträglich ist. Die Animalisten sprechen von einem regelrechten Tierblutbad, das von den Böllern provoziert wird. Viele Hunde verbrennen, gehen elend zugrunde, jährlich verenden an Silvester Hunderte Katzen und Hunde, wissen die Tierschützer, die ein radikales Verbot fordern.

Trotz der nun seit Jahren geltenden Verbote der Böllerei, was ja was anderes ist als die schönen Feuerwerke, muss man immer feststellen, dass sich niemand an das Verbot hält und auch Menschen verletzt werden.

Das Böllern gehört genauso zum Jahreswechsel wie Feuerwerke und nun die LED-Ballons, an die wir uns ja erst gewöhnen müssen.

Ich persönlich bleibe von der Magie der Feuerwerke betört. LED-Luftballons sind keine überzeugende Alternative. Aber Meran soll sie ruhig steigen lassen.

 

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