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Unter Strom

alperia stromDie Teldra sind verärgert: Nach einem schwierigen Rechtsstreit bezahlt Alperia an Josef Steinhauser, Hotelier aus dem Ahrntal, knapp elf Millionen Euro. Warum dabei vieles unklar bleibt.

von Silke Hinterwaldner

Bernhard Zimmerhofer muss nach den richtigen Worten suchen, um die Situation zu beschreiben. „Das alles“, sagt er dann, „ist mehr als traurig. Und gerade aus meiner Heimatgemeinde kommen die Leute, die sich mit dem öffentlichen Gut Wasser immer wieder eine goldene Nase verdienen.“

Für den Abgeordneten der Süd-Tiroler Freiheit kommt erschwerend hinzu, dass „diese Leute“ jetzt wohl auch wieder frisches Geld bekommen, um an neuen Wasserkraftprojekten zu arbeiten oder sich auf weitere Rechtsstreitigkeiten einzulassen. Bernhard Zimmerhofer weiß, wovon er redet. Schließlich war er selbst lange Gemeinderat im Ahrntal, wo er den Stromstreit mitverfolgt hat.

Aber eins nach dem anderen: Im Sommer wurde bekannt, dass eine private Gesellschaft namens „Alpine Energy“ offenbar erfolgreich gegen die Vergabe der Konzessionen unter anderem für die Kraftwerke in Mühlen und Lappach vorgeht. Um nicht den Verlust dieser und vielleicht auch noch anderer Konzessionen für Großableitungen zu riskieren, hat die Landesenergiegesellschaft Alperia sich jetzt auf einen Deal eingelassen.

„Alpine Energy“ bekommt insgesamt sagenhafte 10,9 Millionen Euro und muss im Gegenzug die Rekurse zurückziehen. Leicht verdientes Geld. Kurios dabei: Als alleiniger Gesellschafter scheint auf dem Papier Josef Thomas Steinhauser auf.

Dieser Mann ist im Ahrntal kein Unbekannter. Steinhauser war sogar eine Zeitlang Präsident des örtlichen Tourismusvereines – mittlerweile hat er seinen Lebensmittelpunkt nach Brixen im Thale verlegt, wo er ein Hotel führt. Das Hotel im Ahrntal leitet seine Tochter.

Was aber viel wichtiger ist: Josef Steinhauser ist seit vielen Jahren auch Teilhaber an privaten Gesellschaften und Initiativen, die vor allem im Ahrntal Stromgeschäfte abwickeln. Immerhin: Dort werden insgesamt 110 Millionen Kilowattstunden Strom produziert, mehr als 70 Prozent der Erträge gehen an Private, der Rest gehört Genossenschaften, nur zwei Prozent sind in Besitz der Gemeinde.

Der große Player unter den privaten Gesellschaften ist die Gesellschaft „Ahr Energie GmbH“: Unter den elf Anteilseignern finden sich neben Steinhauser auch Anton Griessmair oder Karl Hellweger, der eine Ingenieur, der andere Wirtschaftsberater – beide mit ausgezeichneten Kontakten in der Branche.

LESEN SIE IN DER DONNERSTAG-AUSGABE DER TAGESZEITUNG:
– Der Kampf um den Strom im Ahrntal geht derweil immer weiter
– Was Hans Rieder von der Teldra Bürgerliste und der Bürgermeister von Mühlwald, Paul Niederbrunner, zum Millionen-Deal sagen

 

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